Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 6 (6.1930)
- Date
- 1930-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/4892693-5739404-5769955--1545-4894147- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Elijah 1× ep/1004307
OCR text
Nr. 6 1. Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde DreS den Seite 7 ' Klavierunterricht ir Anfänger, erteilt nach mocierner Methode: Grete Anschcl^Hofstcin Lindcngasse 18 Tclcphofi 12028 Diese iidjteriii besingt das -bil Geschehen ist von Belang, sonde eines vorn Finger (flottes, verups ohne sich se in Ekstasen zu vertu das Muster für das moderne bibl nodi auf zivei (fledichte verwiesen deutsrhe Lyrik"'" enthält. (D a Tod": Fritz Tiettrich: „Do sehen hieraus, dast auch die jung bild in der» Bibel siidien. lnche ^dyll, mast das äußere rtt die seelisciie. Ausdeutung achten Vorgangs. Visionär, reu. sdmf Ruth Ddxiumann sche Gedicht. Es sei zuletzt die die Anthologie „Junge vid Luschnat: „Dauls vid spielt vor Daul.") Wir ten Lyriker das große Vor- Als Beispiel nennen mir das frfwiic Gedicht „Elija, der Prophet"", -vier ist nichts als ein Mensdi gezeichnet, dahinter, ivie eine riesige stnlisse, die biblische Landschaft, kein Gescliehen — mir eine einzige (flestalt. „Ein Mensch, der langsam anfstand, langsam seine Verwelkte Hand ins weiße Barthaar schlug." ' Ans diejet (Gestalt spricht das Schicksal, ahne.daß cs anch nur mit einen) Wort beridytet zn werden braucht, sie ist „ein Stein, von (flott! ,iiim Wurfe ausgenommen". Es .ist kein Zufall, daß dieses (fledicht ein Jude fdyrieb, der Dichter und Maler zugleich ist. Zu dieser (flrnppe gehören schließlich noch Lud w i g 2 t r ci it b und A lfred N e n m a n n. Bon Dtrauß nennen wir „Smtinl in Endorein (fledicht, das das tragische Geschick des alten .(tönigs erschütternd festhält — von Renmann einen (flesang „Daniel"", der in seinen Rhythmen ivie eine dichterisch belebte Ehronik anmutet. Ans diesen Hinweisen ist »ns deutlich geworden, da» es ganz bestimmte biblisclic (flestalten und. denen sich die Dichter, besonders gern znwendeu. Diese biblifcben Helden sind Mensch gewordene Dymbole für das Menschliche schlechthin: Adam! »nd Eva für Dünde und Dülulnng. Ruth für die Liebe. David i und Jonathan für die Freundschaft, Daul für die Eifersucht.! Das zu allen Zeiten glcichbleibende Menschieuschicksal bedingt die ewige Gültigkeit der Bibel. Daher sind dem Dichter die j biblischen Mensciien zuweilen nahe wie die Menschen seiner Zeit. Do ist es nie das Ferne, Abgetane, was der Dichter in einem biblisdien Gedicht bchandeU, sondern das immer (flegenwärtige, das Wirkliche. Darum befruchtet die Bibel über ihre endgültige ftonn hinaus den Schaffenden. Die Variationen über die Themen der Dchrift wenden nicht anfhöre» zu tönen. ser biblische (flesang ist tnic ein der Dichter durch die Jlabrtansende getragen wird. .Herauegegel>e» von Ctto Heusfliele, I924», PKilipp:>>ecla»i jim. Leipzig. (iauon. der von den Lippen Tie biblischen (fledichte gläubiger .(tatholiken, wie die von Alerander Lernet-Helenia und Ruth Dchainnann. haben, ohne: gegen die Dtileinheit der Dchrift zu verstoßen, eine eigene Note. D)e habeii einen -Hauch von Mystik und osfenbaren zuweilen eine Dtimninng. die, ganz verinnerlicht, sich vom (flegenständliclien abkehrt: sie sind, wenn wir das Wort mit Vorsicht gebrauchen, christlich. Aber doch fügen diese Dichter das biblische Bild mit einer so begnadeten Einfühlung, daß inan ihre biblisdien Gedichte, wenigstens teilweise, doch auch nicht als unsüdisch bezeichnen kann. , Von A I e r a n d e t Ler 11 e t - Holeni a, der übrigens anch einen Einakter „Danl" geschrieben hat. liegt ein lyrischer Erstlingsband „Kannzonnair"" vor, der etwas wie eine nachgeschaffene Bibel ist. Wir finden darin fast alle biblischen Gestalten. Tie zyklisch znsammengcfaßten Gedichte führen von Adam zu Dalomo und dann Iveiter ins Neue Testament. Lernets Dprache hat einen langen Atem, so als wäre all das, was er niederschreibt, nur ein Teil einer grandiosen Vision. Das kommt zuweilen seinen Gedichten nicht''zugute: einige von ihnen sind geradezu unverständlich. Und doch sind solche wie „Adam", „Eva", ^Dcgen Jakobs" oder „Mose betet für Zosuas Dieg über Amalek" nicht fortzndenken ans der Reibe biblischer (fledichte der Gegenwart. Ruth Tchauinanns Gedichte kommen ans einer wunderbaren Meditation. Die, die vielleicht die schönsten (fledichte der deutschen! Frauen schreibt, sieht den biblischen Menschen als das naive Gescliöpf Gottes in der ungebrochenen - Urlandschaft. In dem Gedicht. „Adam"" finden wir diese Dtrophe: „Er aber wußte nichts, als daß er war. Und hob die Augen wie zwei schwanke Dchritte Hin nach dem Himmel und des Gartens Mitte Und hing sie dunkel an ein Vogelpaar." " ..Lyrisch« Dichtung, deutscher Juden", 1920, Welt-Verlag, Berlin. 1 . 15 „Die Flut, das Jahr, der Weg", Gedichte, 19-21, Welt-Verlag, Berlin. * 13 „Neue Gedichte", 1920, Georg Müller, München. » 1928, Insel-Verlag, Leipzig. n „Ter Nebenhag", (fledichte, 1927, Kösel & Pustet, München. fe Abschied vom alten Alsberg-Haut Der Architektzwingtuns,vorder Eröffnung des neuen Hauses unser Haus bald für einige Ze tzu schnellen Sie haben eine einzigaitigeGelegenheit, d,ie guten Alsberg-Qualitäten in dem jetzt statifindenden Großverkauf zu lehr, lehr niedrigen Prdten zu erwerben GlMdkg ' rr* - A * _ 4