Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 5 (4.1.1930)
- Date
- 1930-01-04
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 5 Gemeindeblatt der Israelitischen Religion-gemeinde Dr iSden Bon jüdischer Aygiene Pa» Professor I),-. J. I llioprii. Berlin 8» de» stärkste» Anziehnngspnnkten der Internationalen Hygicne-Ansstellung i» Dresden. 1!M1, gebürte die Sabbatstube. Jüdische» Bes»ct>er» enchien der Anteil der jüdisckxn Hygiene an der bistorischen Abteilung der Ansstellnng viel leicht zn gering. aber ans A'ichtjndeN »«achte die Feierlichseil »nd Weihe der Sabbatstnbe de'tt tiefsten Eindruck. Hier war eine Idee anschaulich dargestellt. durch ein Sinnbild eine der Erläuterungen daiiir gegeben, wie das gebebte nnd gedrückie Bolk des l>ibetto seine Forterisieuz ermöglichte. Der Grund satz der i >oclx'»tliche» Arbeitsfeier ist neuerdings von fast alle.» Ztiilturvbiternzu»i l^esetz erhoben worden — was aber nicht " dnrchged »ngen ist und in der Unrast unseres Lebens innner »lehr zinnckgedrängt nnd vermiet wi^>. ist die völlige Nnbe für den >iörper. die Weibe für die seele. die der Savbat lningt. knrch die er dein Dasein innner neue ^riüho verleibl. Wie der Sabbat, baben auch die Speisegesehe. der Erbaltniig und l^esnndnng der Juden außerordentliche Dienste geleistet. Es ist o't versucht worden, die bibliichen Speiievorichristen ans hygieniickn'n (Gründen zn erklären. Das ist siclier abwegig, aber mit voller Bestimmtheit kann gesagt n-erden. das; die Ansivirkniig dieser Vorschriften, namentlich in der lüestallniig des rabbiniselfen Indentnins, für die Hygiene n»ter den Inden überaus förderlich ivar. Sie haben daiiir gesorgt, das; die Ernährung einfach, rein und gesund biieb. es nt jiidiiclie weniger äußeren ne Eriahrungstatsache, daß Epideinien in den das liefet; befolgenden, vielfach blntarinr» Schichten Lpfer erfordern als in anderen, die unter günstigeren Bedingungen leben. Hygienisclie Ueberivachnng der Was beiin jüdischen liefet; bin i. Mäßigkeit, die besonders, io vcit ne die Menickien von der ^rnnkjncht serngehalten bat, u>b nne ei» ichiilzender Panzer nin die Bolksgeinndheit gelegt inid ne behütet hat. Diese Enthaltsamkeit hat dann, ihre besondere Bedeutung in den Borichriiten.über das Cie'chlechtsleben, die dein gesundheitlichen Schuh der Iran und derNachkommenschaft zugute Seite 3 ütani, ist die Enthaltsamkeit. gekommen sind. Was in diese verdient, das und die durch-die Gemeinden nnd zu allen Zeite richtungen eines Dnellbades ui Zusammenhang Beachtung jüdischen Borichriiten in ailev ii notwendig geivesene» Ein- In alte» deutschen Städten. wie Worins. Friedberg oder Andernach, bewundert inan heute noch die Anlage der Indenbär nische Zeit znrückgehen. Solche sonst durch Iivang nnhligienischlui Straßen des Ghetto auch in einer 'feit erbalten geblieben. Städten weitbin keine Badeeinrichtung kannte. Es in -lioiiV gar nicht lange her. daß in der srädten Dberschle'iens die Ba'eeinrichtnngen der jüdischen ('WiiH'imVii die modernsten in von de» benere» nichtjüdiichen Wieder ein >iapitel der Gesundheitsvflege, dein »nendlich viel;n verdanken ift. * Man tann den Grundgedaiike» der jüdiictien Hygiene in den Sah ziiiaiiiineiisaisen: „Reinlichkeit des Leibes in die Borftnie zur Neinlieit -der Se^le uind somit die Piorte zur Heiligkeit." er, die vielfach in die roma- Bäder ünd in den engen u»o wo man in großen deutschen rasch gewachsenen Industrie. der Stadt geivesen und amb Familien bennht worden ünd. z>,abr»ii zsmittel wird heute in den meisten Ländern geübt und har sicher der Bolksgesnndhcit reichen Segen gebracht. .* Pgl. :«>. ie,i-„,„u>ilt>, Lie Boiyeue rer oie sZuiernuiieiiule Hngiene-ÄiisileUung, Honiei sZuden, l'ii eiiiictituii au 'recdeii ' tk'I i. Gegenwartsaufgaben jüdischer Ahgiene Bon et>eruiagisiralsral a. D.!>>-. I- > i>-gi i, I, i »I,-,ul>,rkf. ' Leiier hir .seiiiralivolilfalirisilelle der deulsctie» Hilden. Berlin Tie freundliche Anffordernng des Gemeindeblattes, ibin einen Beitrag ans Anlaß der Eröfinnng der Internationaleil Hygiene-^liisstellnng zu übersenden, erreicht uiich während eines kurzen Nilanbs. So kann es ivirklich nur. ein kleiner Beitrag für Ihre Nummer sein, die so dankenswerterweiie vor allein die jüdische Deffentlichkejt ans die große, besonders auch die n-eifen will. internationale Bedeutung der Gcsflinthygnne bin- Simi chsk eine Bemerkung znin (licschichtlichen. Ich weiß licht, ob nnd inwieweit in der geschichtlictieu Abteilung bildlich, Zichileninäßig oder tertlich etnxis über Eutslehung und' Wirken in ihren etwa die )er jahrhnndertealte» E h e w r o t h M a D i t ck> o t li* verschiedenen formen gezeigt werden wird, und ob io schönen, ansclxrnliclx'n Bilder über die verschiedenartige Tätigkeit der alten Ehewrah in Prag ans der Ansstellnng sei» werden. Wer sich mit den Ebewroth beschäftigt, ist überrascht. ivie stark schon in den Früh,Zeiten dieser znglenb religiösen und hvgicnisclx'n Einrichtung Forme» einer Gesundheitsfürsorge zum Teil bereits entwickelt, znni Teil im Zicinie angelegt waren, die den Methoden und Drganisatlonsbildnngöil nenzeitlicher Sozialhygiene weitgehend gemäß ünd. Als Beispiel möchte ich hier nur die wichtigen Gebiete der Hanspslege, hänslickfen .Krankenpflege und sozialen Kraul ensürsorge nennen, die sich zum Teil in übcrrasckfcnder Deutlichkeit. alle drei in ihren Grnndgcdaiiken in den verschiedenen Eln'wroth finden. Pielleicht ist dies ein Beweis mehr für die * Heilige Bruderschaften. ' Mögliäikeil und :>rotivendigkeit, die Euewrah unter Wahrung ilirer überlieferte» Grundlage.„wenn auch unter llinforiiiung von Ei:i',elbeite» der Organisation und der Arbeit, in ein System jüdiiäier ge'undbeitsfüriorgerischer Beslrebnngen der tliege nwa rt ei n;ng l ieder n. i ge n 'Sodann ein gveites- ''Die jüdinbe Wobliabrtspflege i» L auch in ihrer Arbeit, nach eineder Wirtichailsnnd Erziebnnn >!tait nnd Energie einigen dri heitsfürsorge zuzuwenden. I l'.altinig und dem Ausbau der stark eriveiterten offenen Tube tung der beiden Anstalten, die H e i I ft ii 11 e s ii r in ä n » l i < nnd der A n st alt f ii r j W e i it e s t rank e. lieber b djeit io eingehend in der jiidi daß hier nur der kurze Hinive zuversichtlich, daß es den vere teiligten Berbändc, llieiiieinden wird, diese Aufgaben nnniiiehi eiitgegenznsiihren. In diesem hingeiviesen, daß uns die lebte weise eine erbebliche Bermehrifi gebracht haben, daß es aber i an Unter b'r i II g u II g s IN ö k öygiene-'Ausskellnng trifit die eutiäiland bewußt und bereit. ^seit verstärkter Tätigkeit in sfüriorge, ßch mit besonderer Iiden Aufgaben der Gesund denke dabei, neben der Erbereits in den lebten Ivchre» 'kiilosefüriorge, an die Errichvir so dringend brmirfvn-: der le Tuberkulosekrank e ii d i s ch e i>i ervcn - n n d ide Pläne N'ird iii nächster chen Presse;n 'berichten sein, s genüget mag. Wir hoffen nigten Beiniibniigm der bennd lDrganisationeli gelingen in kurzer Zeit ihrer Löinng i»saininenhang sei afich darauf drei Jahre zivar enreuliävr- HV der jüdischen Altersheime ■(inner noch in slärks ein Maße l i ch k e i t e n für j ii d i s ch e ton Rarlophon Odeon-Musik- Columbi r Str, 18