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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1930-03-01 · 3 (3.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
6 (1930)
Issue
3 (3.1930)
Date
1930-03-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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I i Nr. ® emcinbeblott der Israelitischen NeligionSgemeinde Dresden^ Seite 5 > 3iimition Europos möbrciiö des M riefle*. Und in diesem ■öin »nd wr III» das Gebell lyrisch»;' hat ei» jeder das Wort: der jüdische Mechtsoinvalt ans Berlin aeuau so wie der pren- Nische Weiierol. der weltmänniidfe. kultivierte sauren.; Pont nenaii io wie -der Mobbt eines Nestes in Mnsiisch-Polen. Nile kämpfen »in dos Veben oder den Tod dieses einen russischen Zoldoten, und olle Nüssen. dos; sie nni ihre Welt köinpien und »in die Wirksamkeit ihrer (üeliniinna. Hier stchcn flefleneinonder: 'Hnmanität und Antoritätswobn, Bernnnst und Ebrfleiz, Einsidit und Eitelkeit. Aber es in. ein »Njileiches Minnen, wie ivir uns erinnern: die Hondlnnfl spielt im >!riefle. die freunde (iseisdios nnterlieflen: Er ivird ichlicstlich doch erscliosseii, nöchdein der Aermste von Hofsiinnfl .;» Hoffniinn nntzlos sich l,inneschleppt hotte. Dieses Buch / scheint mir on Bedeut»»,; desbojb olle» olinlichen .urieflsbücher» voronzlisteben. weis es ziinädisk ein europäisches .itrieflsbnch ist, nicht dos einer Motion, sondern das der Nonzcii Menidibeit, und dann. weil es eine epische Tronödie ist, keine Ebronik. kein kaltes Taflebnch, sonder eine Diditnnfl mit Mark und Mückflrad, in. welcher die :seit nicht nur ei» neianne». svnder» dnrchneslaltet »nd in die zeitlose Zpbäre nelwben in, in der allein die Toner >nos;nebend m und die inenichlsche tüültiflkeit. Tos ist dos Werk des fleflenwärtiflen Arnold ,'jioein, es iü der Höhepunkt in seinem nesointen Zchosse», weil in ihm olles entliolte», was für hie Ideolvflie des Dichters bezeichnend in. lind dos; es nicht ein in sich aeichloiienes Einzelwert bleibe» soll, sondern das Biittelslüd einer flroßonfleleflten epischen Trilvflie. deren iveiteren Monio» wir bald zu lüeüdit betvininen werden das läs;t uns mit Bestiinintheil onnehnien. dos; der Wen Zweifls emporfülirt, dos; er uns mit diesem „Wrischa" nur einen Teil flesoflt bot von oll dem. was er vor. ivöhrend und noch dem m riefle fleseben. erlebt und in üch oniflespeichert bot. Y. Und schließlich noch ein Wort zu dein jüdischen Tichter. ^sl es nicht bezeichnend, und sollte man nicht 2diliijse daraus ziehen, dos; dieses Buch, dos eine Welt o»iborchen ließ, dos in Menvorft und Vondon flenn» so berühmt, wen» lischt berübm ter ist als in Berlin, daß dieser fleradezn klassische OVioiifl der Hninonität von einem Juden stoinint. »nd daß es das dichterische Bekenntnis eines Inden ist, der hier im (leiste die Bölker versöhnt und ein Mol der Menschlichkeit oiiiriditet inmitten einer Welt».die nur scheinbar die Waste» ans der Hand fleleflt bot »nd in jnrchtborer Berblendiinfl mit de» Möfllidi keiten neuer >!riefle spielt! Wer kann.da »och soflen, daß der Jude on die Materie verflucht ist. wo doch das Buch dieses Jude» fleradezn übersprndelt von Idealismus, von 'einem alles hemmenden, überbransenden Mitbos edelner MenschlidifcitV Denken wir doch auch au jenes flrößartige. die Indensrafle erörternde Buch Arnold Hweifls, au jenen „Ealiban", in welchem der Iudenliaß auf die pjycholoflische Formel des Differenz- und HentralitätSassektes flebracht wird, welche er ans der Erklnsivität der menschlichen Wemeinschasten. im flroßen oder im kleinen ableitet.;{meifl nennt es „die menschliche Wruppenleidenschast" und sucht die eifleimrtifle Yofleruiifl des Aiitiseinitisnins mit der eifleiuirtiflc» Vaflernnfl des Indentiinis zn erklären, das doch mit de» Bölkeru der Erde flleichflerichtet und dennoch stets irfleudivie anders iß in seinen unverwischbaren Wesenszüflen. Es soll über dieses Buch etwas Aehnliches wie über den „Wrischa" flesaflt sei», das; nämlich auch hier von der Warte einer nubestechlicheu Humanität die Ideoloflie des Iudenflefluers, wenn auch selbstverständlich nicht eutschuldiflt, so doch pshcholoflisch zu deuten versucht wird, nnd daS mit solch einer Lbjektivität und Ztlarbeit. das; mir der „Ealiban" eine der wirksamsten Wassen fleflen den Antisemitismus zn sein scheint, eine wirksame fleiftffle Waffe nämlich: denn und dieie Wolle schreibt .»iveifl im ..Ealiban" „Erobernnfl durch Wewalt -in niemals lleberivindnnfl durch höheren Weilt, durch reinere <iseiittiina, durch flewinnende M mtll I Wenn „Eolibon." ans einer bewus^-n Abwehrstellniifl heraus entikonde» in. so in das jiimntc Buch Arnold .hveifls ans der strömende», schöpierische» Viibe;» seinem Ilidentnin entstände». Es beißt „Herkniiil und :i»knnst" und saflt mit seinem Titel schon, daß es bier um Erinner» nnd Hoiien flebt. um ei» Mückwärtsblicken nnd doch flleichzeitifl um ein fllänbifles Borwärtsschaiie». An:- de»;» diesem'Buche ver einiflte» Eiians „Das ostjüdiieie Antlitz" und „Das neue Moiumi," spricht nicht die kalte Berechn»»,; des Politikers zu uns. nicht die. bedächtifle (tini>1 uiifoit des Wi sie iintiai Ilers, sonder» die oluinnflsreiche 2dx;n vor der Berflonflenbeit und seine er der;Ittfimft des Indentiiins Es fliflfl nicht on. die Werke dj des Dichters, seine Ebrsnrchl flliijibifle Hoiiiiniifl. mit der 'nt,;e,;e»üebt. s Dichters - und auch nur die wesentlichsten onssülirlichjr;n behandeln, als es die nie »nr versucht werden, den 'inen Wefl. der nicht immer eiflenwillifl dos Weitriitu’ Enfle des Monnies flebot. Es kon Wefl eines Dichters onflidenten. flrodlinifl verlänit. sondern oft menschlicher Von heit und Eufle bn rdibridit. BMis wir eiuflanfls von Arnold >wei,;s Spradie so,;te». daß üe nämlidi. mit den Worte» Veopardis. idw» und küb i in, dos fllanben wir iinnmehr ondi von dem flonzen Werk des' Tichters ioflen zu dürfen: denn i» seiner diditerisdien (üestoltniiz; poore» sjdi Mut mit Mlniifl, und 2toi; itebt »eben i.iehe. ^iveifl ist nidit der Diditer der 2tudierstube. er iit ker Diditer der Wirklichkeit Er stellt »idit abseits vom Yebcn sondern stößt mit jn,;eiid lidieni. 'enrifleni Impetus mitten hinein: das in .Kühnheit. Daß er aber dieses Veben;n ,;eüolteii vernebt, mit meiner lidier Hand und mit liebelider Teile: dos in Ddiönbeit. 'Arnold :!>veifl siebt im Mitton nünes Vebens, er bot der Jnflend. der jüdischen Jnflend ' > whr;n soflen. als niondi anderer, der in Dentsdilond die Ielier führt. Er ist ihr flroßer. nintifler Iübrer. er. der einniol on sie die Worte riditete: „Denn eine Jnflend. die znrückbtickt, bevor üe nodi ernnlidi will, die nidit wäflelnnifl »nd voll 2tol; in das beranwoflende!n»kle. llnfleiorinte und :snküntt:»e neiflti um es ,n Iorm nnd beiter Wefleiimort ,n ,wiiiflen eine midie Jnflend, nur Hdioiieii ohne Tat. nur 2elmiiidit ohne Anflriis. bol ihrem letzten und reimten Btiflmo änflülidi entsoflt. Bürfle des Zioinniende» nnd Briiifler der Freiheit;u'ieiu." 'N i l> I i o n v ii e it VI ii f l c i dt II n ii m c n ii I) c r c i II c VlUu-rt Vniiflcii. V.iliiiidicii. ipiircr cntlic llcii in „Trci Well ‘J-trliui min. iinacii. Vti'iindKii. I! » mit! im ...Zivciicii A o u c 11 e n n iii L* I ii ii!> i ii . :>I i-uiiin. fi)iikr .Mnrt S-.H'lii. V.iiiindu'ii., VI b i a n i 1 ii n 0 Vi ii b n 1, Trantfl i i di i' s •l m i I i c M I o r> i c r . 1H11. 'It-idiidik'iibiidi“ li'niililiiiiflcir'. üiV.l, Sllbcrt man. in IV. o mit tllouu'hlt. »MV. cbcnbort. j-iiiuni ibiint ici.it i c « cm itflcii, Miinchcii. Iltolflnd-Bcrlflfl. Miinchcii. I! i t u a I in o r d in U n n a r n . ö ii ii fl L c m et c l i'i. lim."», ebendort, kl c f di t di I c u b u tb IUI«, Vllbcrt VI c it ii n r c n e , eine (beschichte, lim, Trci Ir r 11I b I ii n fl c ii . lllVO, We t-Lierlafl. Berlin. Jii) o it i ii fc i f d) c VI ii 11 i 8 . CHfnn. lflVO, mit 3tciiiACiriinniiflcii »on <k'rimiiiii Striid, VKcIt-Vicrlnn, Vfcilitv. >! n> eite s kl e I ch i ch t e n b n ch . IN!,'i. Vllbcrt ^iinqen. Mnnchen. kl c r ii I e n e L ch ,i t t c n . Crzliblnfifl. lNV-'I. i\ <\ Tilfliier. Vicrlin Ifimlcr erschienen in Vleelflins Itnincrfalbibliothcf. mit Vfiichworten »on »>cim Strobl. T fl o neue M ii n ii n n . irfiflii. I»V-, iöerobiith o. V.ilnrr, Vicrlin. V c f (i n fl . M I e i it , V1 ii rh n c r . iriiiim'. IbVö, fl. VA. Soflcth. ino kinttflu Micociibciicr. Vicrlin. , jVriibc »ährten. Ormbliniflcii. bV-. ebendort. Ter VI c fl c ii b o n c n . Aovcllcn. »Vi, iciilbiillcnb „Pont nnd VIittta“». ebendort. Ter S » i c fl c I des fl r o n c » » >i I i e r s . 'Aooelie. IbVi>, kinitfl» »lievenliener. Berlin. Tie II nt kehr, Lchflnlviei. I«V7. ebendort, kn I i b fl it, Vicrfndi über den Vlntilemitiomns. 1bV7. ebendort. Ter Streit n m den Serne« INVN, ebendort. , fl nticn n n I der deutsch e n V, > h n e V'crino. Vicrlin. , - 'tont n n d Vi it n n . 'Aovelle. ms».' <» c r f n n f t n n d fl n f n n f t. Aiuci Wien. ntcii kiriidin, iHohhii. VInssflve. mss,' Welt kinitfl» »ievenliener. Vicrlin. li'iiflno. msn. Pbflidon-Bcrlflfl. Odeon Parlophon Columbia Electrola Odeon-Musik-Haus Prager Str. 18 i

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