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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1930-03-01 · 3 (3.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
6 (1930)
Issue
3 (3.1930)
Date
1930-03-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Nr. 3 Seite 6 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Jüdische Jugend und Sport Jon 2iu>rtiirjt Dr. mcd. W. Kal» Tresden doch oid milter ol* die Römer ihn* stolze» Kartei „Ein gesunder ü-eisl i» eineui gesunden Römer" üi die Tore ihrer Ringtanipischiilen meißelten. habeir die Fnden das '.htort gei'tiiiit: „Tie Weisheit ruhet im wohlgestalteten Menjelien!" ,\n dos Snnhedrion und als Priener n'iirden mir ge;l>nde >iiid sctiöngebante Menschen zngelassen. mid selbst der ^uium- 'eiiid Taettns tonn nicht umhin, in seine» Aistorien zu schreidein ihie .Römer sind gesund und den Strapazen gewachsen. Er schreibt es initleii ans einer Jeit trendiger Gebens hejahnng. die einer Jeit voronsging. da i»i Mittelalter der .Römer als 2 h;. der Sünde angesehen wurde und deiiißiisolge der T-erngchlossigniig nnhcimrid. 's» dieser Jeit düstersten Mittelalters bat nicht nur die Ansbreilniig des Ehrislentnms elskei'e und Verachtung des' irdiichei; Gebens mit sich gebracht, es landen sich ohne Jweiiel jüdische-Paraltelersche.innngeii in, tlerikalen Rabbiiiismns. der vielleicht als '.'lsjimilakionser'cheinnng der tlerikalen despotischen .Riretie. dem mönchisch .itmtiid «Mt Weien des Mittelalters nabestand. Tieier ailge »leinen Ueberspannniig religiös-dogmatischer Welfanicleannng. die den eiömer hl oh, riir die 'äiidba'le Aiille alles (heisiigen hielt, trat im 1± Jahrhundert kein EZeringerer als der jüdische 'Philosoph und Arzt M a i in o n i d e s. entgegen, der in seinen >N's»ndheitsregeln wörtlich schrieb: .es gibt keinen fiir die geibesübniigen ebenbürtigen El iah. üe errege» die natürliche .Wärme nnd bringen die Berdannng des l'ieiiossenen in die richtige Negnliernng. Mag die Speise »och io schwer vjerdanlich. mag manchmal »mid gegessen ''ein. die körperliche Ilebnng bringt alles' »»» Ausgleich: auch der Blntübersüllhng wird durch dieA'eibesnbiiiig vorgebengt. Tie (>Zmiinaslik hebt deii Schaden 'o mancher übler Gewohnheiten des Menschen ans. -'.'eher nicht jede Körperliche Nebnng. ob schwer oder leicht, ist eine <'erbesübnng. Tie wahre Eeibesübniig soll die Atemtätig ver Frühling naht! I nsere Ahtciluilgen sind bereits mit allen Modeneuheiten versehen. Jede Dame, deren Augenmerk darauf gerichtet ist, modern und persönlich gekleidet zu sein, wird in unseren reidisorlieiten Lagern das Zusagende finden. Unsere bekannt niedrigen Preise machen es Ihnen leicht. Ihre Wünsche in Erfüllung zu bringen. OUbiotg Wilsdruffer Straße » Kcsselsdorfer Straße feit amegen. Ein Jnviel aber kann ein jeder auch nicht pertragen, darnm ist es das beste, auch hierin Mas; zu halten, am besten eine bestimmte Gruppe von Hebungen jiistematijchzn trainierdi, mit allmählicher Steigerung der Bewegniigeil ... Eine Massage tut dem .Römer sehr woht. Töricht und entschieden die, weleite allznschwere Nebiingeii vornehmeii.;. B. Steinwälze». i^ewichthehen. Nur eine nrittelmäj'.ig anstrengende Ilebniig ist eine'' wirklich hygienische Leibesübiing. Als eine wichtige Bedingung hygienisch wertpoller «nimnittif kommt da.;» die iediidje k'uft bei derselben . , . Es soll überhaupt bei jeder Eeibesübniig mehr ans daS seelische Bergnügen als ans die Intensität der körperliate» '.'liistrengniig geachtet werden. Wer daher Uebimgen zur Erhaltung,seiner Gesnndheit betreibt, wie Ballspiel. Win gen. hechte», Frei- und Atemübnngen. wird zwar mir Spielerei treiben, die Bernünstigeit aber werden ihren Wert einznscliätzen wissen. Fch habe Fhnen diese Ileberzengiing eines alten jüdijelen Arztes pan überragender geschichtlicher Bedeiitiing mir be soliderem Stolze zitiert, weil wir dentsetten Sportärzte etwa acht Fahrhnnderte später im wesentlichen genau dieselben sjiele pertreteik, wie ich mir im weiteren noch tlarznlegen gestatten iverde. fassen Sie mich in schmerzlicher Erinnernng über die Jeitepoche hinweggehen, die in ihrer Trostlosigkeit einen .Fndentitp gezeitigt hat. denen Ae im das Getto. desjen freie Sähbatsknnden das Jiel für den Spott und. Aohn der feindseligeii Engend war. Man muß erkennen, das; in o:e''en schweren Jeiteil die Sorge um das tägliche Brot allen ander» Ansprüchen voranging und dann kann man! verstehen, das» unter dem herrschenden ungünstigen, politischen nnd niora« lischen Trnch. unter dem die Hilden zn leiden hatten, eine Pflege des .Römers mid der Gesundheit erst gar nicht in Frage kam. Eeider blieb diese Eiiistellnng auch »och bestehe», als später die Emanzipation günstigere Bedingniigen schns. Eine Eigenart der jüdischen Bevölkerung ist bis znm heutigen Tage erkennbar. daß nämlich das Wunncbe» von Aerzte» und ,Rnrorren der eintadten Bewegnng in Eiccht. Eutt und Sonne rorgezogeil ivnrde. Fmmerhiü gab es auch zu jener Jeit eine Reihe jüöiicher Namen in der Sportgeschichte: ich nenne die bekannte Athletensamilie Breitbart, den .Runstreiter Wniienwebe, in Aoltand, den jüdischen Bormeister Englands, Abrahom Belaseo. Tie delitiche Tnrnerjchast zählte in den achtziger Satiren hervorragende jüdische Tnriter zu ihren Führern nild Förderern. Ein Jahrzehnt später entznildete sich, durch den gesellschgstlichen Judenhaß in Wien hervorgerusen. der Jionismps in der idealen Gedankenwelt eines Theodor Herzl. Es gründeten sich damals die ersten zionistisdzen 2tudentenverbindiingen Radimah und Unitas ilnd mit der Entstehilng der nationaljiiörfdicn Bewegnng war auch die Geburt der jüdischen Tnrnersdxist eriolgt - Mar Nordan und Pro sessor Maiidelstamin stellten, sich an die Spitze des späteren Makkabiverbandes. der heute mehr als l:-JO CJKW) Mitglieder zählt. Es ist dies ein Ausdruck der ersten gemeinsamen »nd bewußt gemeinschastlich betonten jüdijchen Pflege der Leibesübniigen. Für uns in Tentschland gibt es »och aus der jüngsten Jeit zwei weitere Sportverbäilde: die Lportgrnppe des Reichsbnndes jüdischer Frontsoldaten, aus deren Mitte. die bekannten Makkabiborer Berlins hervorgingen, und den Bintnsverband der jüdisch-neutralen Turn- und Sportvereine. So sehen und erleben wir auch bei uns Fuden eine Sporkbewcgung, die, weiln auch noch zaghast und voll eigenartiger Aeinmnngen, idion im Fahre 1924 einen Olympiasieger hervorbringcn konnte. (Abraham im 100-Meter-Eauf.) Es würde weit über Jweck gind Rahmen dieser Anstührlingen hinansgehen, sollten . hier noch all die vielen jüdischen Namen Platz sinden, die sich gerade in den letzten fünf Fahren einen internationalen Mlang erobert haben. Dabei darf mit Stolz hervorgehoben werden, daß der Borsport, der doch am meisten Geistesgegenwart, Mut lind Entschlossen-

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