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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1930-02-01 · 2 (2.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
6 (1930)
Issue
2 (2.1930)
Date
1930-02-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nr. 2 i iemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Heini deckte die verschüttete «Welt Babylons durch Ausgrabungen auf eigene kosten auf. -! '!! ' 4. Jude n als Afrikafor i ch e r War Arabien gewissermaßen eine besondere Domäne jüdischer Forscher, so ist die Aufschlics;ung Afrikas iricht olmc jüdische Forschertätigkeit vor sich gcgangen. Eine llieibe von Namen ist uns von Männern überliefert, die ihr Leben daran setzten, unbekannte Welten zu durchstreifen. V o u isGn st a v B i n g e r lveilte im Sudan und später in von Europäern unbetretenen Teilen (Guineas, der Archäologe N a t b a n IT a v i s suchte die Sahara ans. N a t h a.n e l I s a a c s Ostasrika. und Kapitän Eduard Foa fand den Tod bei der Turchguerung Südafrikas. Uns in Deutschland ist ivobl am bekanntesten Em in Pascha, recte Schnitzer, über dessen Leben eine reichhaltige Literatur informierr. Allein zehn Jahre hielt er sein Sudanreich, als der Mahdi den mittleren Nil erobert hatte und ihn von aller.itommunikation mit der übriaen Welt isolierte, in bester Ordnung, bi$' ihn, mehr gegen den eigenen Willen, Stanley zur Aufgabe seines großen UolonisationsgebicteS veranlaßt,:. Nachdem ei in deutsche Dienste getreten, trat der Antagonismus zwischen deni Militär Wißmann, der mit dem Schwerte Ostafrika eroberte, und dem friedlichen, diplomatischen Emin Pascha klar hervor. Emin Pascha fügte sich den Methoden der deutschen Offiziere lind ließ einmal arabische Sklavenhändler hinrichten. Als er versuchte, von Ostafrika aus das zentrale Oiebiet für Deutschland zu erobern, um so einen Zusammenhang mit den westlichen afrikanischen jkolonien Deutschlands herzustellen, lieh ihn Wihmann nicht nur im Stich, sondern er nahm1ifmi noch seine Offiziere und Mannschaften weg. .itrank, verlassen und wehrlos fiel er so den Arabern in die Hände, bie, an ihm für die Peftrafung der Sklavenhändler Rache übten und ihn ermordeten. Bismarck hatte in Emin Pasclia die rücksichtslose Energien gehörig dnrchzugreifcn, vermißt die er von den Afrikanern forderte. Das hat Emin nicht gehindert, zwanzig Jahre eiul Gebiet, das größer als Deutschland ist, yrit einer Handvoll Soldaten, die er kaum entlohnen konnte, nicht nur zu verlvalten,| sondern auch gegen die wilden Scharen des Mahdi zu behaupten. Wer die Geschichte Emin Pasckias liest, muß die hohe Menschlichkeit, die vielseitige wissenschaftliche Größe, die enorme soziale Einstellung dieses friedlickien „Eroberers" des Sudans beivunderiT. Und meint ihm auch die Qualitäten eines Hänge- Peters, eines Eortcz ermangelten, so waren die Eigenschaften mit denen er den Geist Europas in Afrika reprä vielleicht nicht ivcrtvollcren. F Seite 7 cntierto, die gewöhnlichen, aber wohl die Menschlich In der Geschichte der Entdeckungen gebührt ihm sicl)er ein Ehrenplatz, um io! mehr, als er nicht deii Typus des beutegierigen, blutigen Usurpators repräsentiert. Es ist vielleicht auch kein- .Zufall, daß auch von einem ländern getauften Inden die Afrikaner despektierlich sprachen. I weil er jede brutale Geioaltanipendung verschmähte undmit Liebe der Seele des Negers näher kam. Tr. Brandt, der Mann, der das beste Buch über Entdeckungsfahrten in Afrika schrieb, „Eaput Nili, eine empfindsame Reise zu den Quellen des Nils", war zugleich eine lyrisclic Seele, ein Dichter, der freilich den Lenken im Busch recht sonderbar vorkani. Naä) dem (besagten ist es auch nicht sonderlich, daß gerade Bohßen überall, und besonders durch Vereinsgründnngen. für die Reihte der Neger eintrat. Bohßen, der selbst i» Afrika jahrelang iveilte, die deutsche .ftolonialpolitik mit cinleitcte. war der Imitator des großen.Bahnbanes in Ostafrika, der Schöpfer des Berlages für >jj>Ionialwesen, der Begründer zahlloser Uiitcrnehmiingen »nko-Organisationen für Deutsch- Afrika. Dieser von allen siolonialkenncrn geschätzte bedeutende Mann entstammte einer jiidiiclten Familie in Mainz. Sicherlich wenig bekannt ist. daß übrigens der erste deutsche Uolonialdircktor der gxtaustc Jude Dr. iiayser nxtr, und daß Der >lbnrg, einer seiner späteren Nochsolger, über den berühmten Prügelerlaß der Eingeborene», den er anshob. stolperte. Es nxtr die jüdische Mentalität, die stellenweise bei diesen Ziolonialkämpfern durchbrach. Im deutsckien Bolke sind derartige Tatsachen wenig^ be- I sannt. Das Bild des Inden als des -Habgierigen wird für io I selbstverständlich anfgenonnnen, daß es nichts nutzt, das > Gegenteil festznstcllcn. Aber gerade ein Emin Pascha z. B. ’ war in dentsclx? Dienste getreten, ohne daß er wußten iveläte Stellung und welche ivirtscktastlickien Aegnivalente ihm das Reich einräumen würde. Erst nach seinem Tode kam'der Bescheid det Regierung, daß man ihn übernehmen und'seine Tätigkeit belohnen wolle. Dieses bescheidene Mann hatte vorher zwanzig Jahre für Aegypten den Sudan 'verwaltet, ohne dafür bezahlt worden zil sei». , Dr. ,\t andt bat sein Bermögen von 100 (((>0 Mark für seine Expeditionen ansgegeben, und als er nach Jahren der Ausschließung Dentschostafrikas einen Orden bekam, erschien das einzelnen Berwaltnngsbeaintenbereits zuviel. Die Geschichte der Entdecknnjgen ist in der Geschichte der Zivilisation nicht immer ein Ruhmesblatt. Das Leben der jüdischen Entdecker ist gewiß auch nicht frei von einzelnen Fehlern und Schnxichen, aber gie größten Opfer, die dargebracht wurden. und das Blut,-das dabei floß, .stammte von ihnen selbst. Sie weihten ihr Leben der Idee und fanden den einzigen Dank in der Durchführung dieser großen Aufgabe. l'.'Imdein (Gemeindeblalt b<* jüdischen ('Vmcinbo M\-rIiu.) EINEN BEGRIFF Schönheit, Qualität und Preiswürdigkeit verbürgt die Fertigkleidung von Wj WILSDRUFFER STR.34 Abteilungon: Maßschneiderei fertige Herrenkleidung Knabenbekleidung Herrenartikel

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