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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1930-01-01 · 1 (1.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
6 (1930)
Issue
1 (1.1930)
Date
1930-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Nr. 1 Seite 6 emeindevlatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden soplincken »öer tln'öledifdH’ii Emwnr gegen die Unsterblichkeit vorgebracht babc". . .. das aber neln iieiner Ansicht nach jedem 'rei. der sich mit dein Studium bekamt, selbst einer Uran'und aar einer Tüdin. ivelche als solche in derartige (bespräche be nändig bineingezogo» und venvickel - wird, in der .v>orf»»»ii. -ne tiir das (itirmeiitiim >n geiviu neu. . Tbr Versuch ivar 'dinil ebne Tweitei unüberlegt, iin > ich batte' mich dagegen nach in gan', anderer Weile als bloiz mit der Teder ivebren töniwn. «es n'äre mir ein leichtes geivei'en. Tbre 3iiirirt al-' ein schinabliches Eibellmn anzngreiien. doch meine Religion gebietet mir. »nt Tbrer Eiinalt Mitleid »t baben . . . 2itinir das eine batte genügen sollen, ^bneii jeden ^iveiiel: air meiner Gläubigkeit zn nebinen, dan. ich Ti diii geblieben-bin: balle >ch den l'Uaiiben an die eigene (»il iekieligkeit verloren oder -»ui (lelegenbeit ivabrlich Religionswechsel zn ver inbekaiint. das; sehr an ni verlieren gen rcbtet. es batte luir nicht geieblt. inenien Instand durch venern. Und es in. ^bnen nicht .. ...... . -»"'ebene und iebr einiliinreiche Vefsönen diesen Religions ivechlel zn beivirnni versucht baben -Hnndertniii'zig Satire ivärer: dli versucht iviedermn ei» christlicher peinlicher. eine jüdische Seele zu retten und er niabnt >'ie eindringlich. .. zn tim. was Sokrates die'e schritt gele'e» und :venn er batte . . alter nannte kein anderer als nirivoriei »nt ähnliche» Worten iv ans Venedig: ..Wäre mich 'diesem lind der ..liidiiche Sokisates". ivie ib» sein :>eit Motes, MenSelssobn e die nnbekannre ^iidin ineljäbrige» Dorschen die >e'nische:dii»g nicht völlig nun Vonäile meiner Religion ans > Ravb: ,'ltibas freund und Eetn Ter ivar vornebin niid reich, iveiie n "lein, aber er ivar ii-cht" wohltätig er »nd vertan der z'lrnien-: 'eine >'l> nicht an die Bedür'kigen. Tieier Bleeken anr des freunde z'lkiba tiei. denn er ielbn ivar iebr i.'obltätig: er iveine arm an batte unwiderleglich ge'nnden gefallen. io batte sie notwendig dtirch eine öffentliche Handlung bekannt werden müssen ... bezeuge hiermit vor dein llott der Wabrbeit, ^tbrein »nd ineinein Schöpfer und Erbalter..., das', ich bei meinen (Irnndsäben bleiben werde, so lange meine ganze Seele nicht eine ganz andere Natur an nimmt..." Ser bekebrnngseisrige freund starb, »nd der bekebrnngs eitrige Teind »ins'.te endlich schweigen: Sara Eovia Snllain blic-b etiidin. 'Jlur dem alten T»densriedbos am Eido, wo beut »nr noch wenige eingesniikene Steine von alten Sagen inel den. liegt ne begrabe», Eeon da Modena, selbsteine der rätielbasten (leskalten des italienischen ^ndentinnd. bat ihr die (lrabschrnt geschrieben: „Ser Fürstin der Aninnl. der Tranei? Schmuck, der Helserin der Armen."! Warum wurden diese vergessenen Tranenbilder bente beranslfschworen^ (lewis; nicht allein ans historisch antianariicher "iebbaberei. Sbwobl auch das (leschleäu jüdischer Tranen von bente (Irnird hätte, ans diese Kranen nol; zu sein »nd. sich ibrer zu freuen ivie in. alten Seiten nach de» Verichten das Volk-rtnt seine „zweinndzwgnzig Hel dinnen lind Prophetinnen" stolz war. Nein: sondern ivei'l auch wir .Heutige» von der Erscheinung dieser Kranen lernen können: das groize tleineinschartsgesübl. das ans Sonna (lracia die »nerinüdete Vortainpserin ibrer (Ilanbensgenoisen niacht: und die unerschütterliche (llanbenstrene. die in der weltofsenen i'nngen Sara die begeisterte Vekennerin ihres Tndentnms offenbart. «Blätter des ^rüd. T> anenbnndes Berlin.» Das Gut gende ens dein Talmud. nacherzäblt von Ulse t>elint>ert-(llwi5lciller r ivar Rabbi Tarpbon. id iroinin und von edlem lieber seinen Büchern ian ter^inebrte er und dachte Seele schmerzte Rabbi Waisen, lieb, Brot backen 'rauten eine Ausstattung, »erzt. da er seine Engend »iabbi Tarphon aber ivar ■ oii. tati'e Will» du. mir. ich Schüler, versorgte die Witwe» »nd 'ür die Bedürftige» und gab arnzen Senn ivobl ivnizte er. ivie die z'-^vk sch in birrerner bl rinnt verbracht batte, ui reichem und vornebinei» -Hans aihgeivachse» und batte nie Mangel kennengelernl. Sa sprach eines Tages Rabbi z'lkilda zn ihm: „Täi babe <1e ieaenbeit ein iebr schönes (1nt billig zn eriverben. da>z tt.1i d:r es kaufe?" Rabbi Tarvbon anlivortele ihm i>abe eine größere Sninine i'»eld dalUegen. die iär günstig an legen möchte." Und er gab ihm das (leid. Rabbi z'ltiba aber ging bin und ,'l rmen. lieber einige :',eit sprach Rabbi einmal das llnl beleben, dar,- du tü Sa 'übrte :bn Rabbi z'ltiba ins l'nch der Vi'alinen gni iind las ihm tneie Verte: .Er itrent reichlich ans und gibt den Bedürili, en z eiviglich bestellt seine Mildtätigkeit, und seine M acht eiche» iuli in Eli reu..." und 'prgch zn ihm: ..Siebe, dieses <lnt aabe ich dir gekanit. ^äi l'abe die ganze Sinnnie unter die z' Sa erschrak Rabbi Tarvbon. nnii viele <leld. doch ivar er zn edel »n > zartiüblend, als dar, er dem ^-rennd Vorivürse gemacht liiith beiter: ..>umtm mit mir. io wollen besichtigen." So lenkte Rabbi Tarvbon die Schrille an des f^enosseii Seite in sie ('iassen der Rrinnt, die er nie geseben batte, »nd er erstaunt'-vor de» Häusern, dunkel und gebengt ivie Trauernde, aneinlinder gedrängt ivie ,Trie rende. sinkend ivie Sterbende., Sie träte» durch niedere Tür in lichtlose Stube, wo in der dnmpsen übelriechenden Sänime ^nng leere Wände ringsum narrte i und ,Tranen an einem Teuer fafzen und in rnnigein Topf kochten, »nd Rabbi Tar pboii kragte: „Trennd. warum bat du liier nicht gespendet in dieser furchtbaren ArinntM verteilte alles unter die Tarvbon: Täi U'i 11 doch ■ mich gekanit liafr " Betbans, schlug dort das rmen verteilt." es tat ihm leid »m das —llith Rabbi z'ltiba sprach nur zusammen dein Eint edlen und verwöbnten Sa antwortete Rabbi z'ltiba: ..^ch babe hier gegeben denn die ich kam. war der Herd kalt und der Tops leer, und die E'ente batten nichts, ihre (11 jeder zn bedecken." Sie kamen in eine -Hütte, da ian in der »aininer beim Schein einer >ierze ein Schüler nird nndierle in einer Buch rolle. Weisbeit leuchtete von seinem z>l»gesicht, »nd durch die '"«'agerkeit seiner Hand leuchtete das Eicht der >ter;e. und Rabbi Tarpbon sprach.abermals: ..Trennd. warum bau du hier nicht gewendet? Weisbeit leuchtet von seinem z'lngeücht. und er verdiente ivobl. ohne Rabrnngssorgen sich dem St» Tiinm zn ividinen." Und wieder antwortete Rabbi z'lkiba: „Täi liabe liier gegeben denn ebe ich kam. -batte er nicht Buch noch Eicht, und verdiente sein schmales und bitteres Brot als Taglöbner." . Sie kamen in die Hütte des .»ranken, da lag der .»ranke ans seine,» Stroblager. und der beisze Tieberglan; seiner schlai loien. eingesnnkenen z'lngen spielte verlassen mit dem Schein eines Eämpchens. Sa fragte Rabbi Tarpbon wieder: „Trennd. warum bau du liier nicht gespendet?" »nd wieder antwortete Rabbi z'lkiba: „Täi babe auch liier gegeben —- denn ebe ich kam. lag der-.»ranke ani dem nackten Boden, in die Eninpen seiner »leider gebüllt, und alle Stunden der Rach! bobrte» seine schlaflosen z'lngen üch in das (Iranen der Snnkelbeit." lind io gingcni kie durch alle Hütten, und Rabbi Tarpbons edles -Haupt wurde gebeugt und seine Stirn lastete über den Branenr denn sein -Herz erschrak vor. dein z'lngeücht der z'lrnint. das er nie gekannt batte, und schivere Scham überflutete seine Seele. Und als sie den schmerzvollen Rnndgang vollendet Mitten »nd ans der tlane binanstraten in die Nacht, da sagte erz „Trennd. ich trage dich nur eins: ivarnin Iviit dn nicht mehr gespendet?" - Sa sprach Itabbi z'lkiba mit Santtbeit: „Sas (leid, das dn mir gegeben ban, war viel zn wenig."! Und ne gingen schweigend durch die Nacht. Isis ne an Rabbi Tarpbons Hans kamen, das -gros; und schön gebaut war. und mit starken Mauer» den vertranten Schein seiner Eeselampe vor der Bangigkeit der Naäit behütete -- da fragte Rabbi z'lkiba: „Nnn, wie gefällt dir das (Int. das ich dir gekauft babe?" - Sa weinte Rabbi Tarpbon laut auf, umarmte de'n Trennd und riet: „Sn ban einen schlimmen Tlecken von meiner Seele! abgewasche» - wie soll ich dir^es danken?" i Und er ging binein und tat feine Schränke weit ans »nd 1 vergas', nie mehr die Hütten der Armen.

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