Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 12 (12.1929)
- Date
- 1929-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
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«eite 24 Mitteilu llgsblatt des Säch ischen israelitischen GemeindeverbandeS Nr. 11 IV. FinpilZkn S 1 >- 2ic citinabmcn und 21u»giU!ci; Bc» Verbandes iiiiü auf jedes in dem Haushaliplaii zu veranschlagen und! s.iäui. des Verband-anssckiujfe- K it;uiteUon. lieber die Bung der Einnabmen t).u der Vornand zu feiner vfntlatn: Vervaiidsansscbu': alliährlich iKcdiimng ab-ulegen. S *>■ Ter Verb ind,iii berechngi, für und Anstelle» te.evübren zu crbcbei .jivang-vollüreckung eingezogmi weiden könücn. Teiren die si-uiligen' Einnahm:» zur Tectung der Ai itiän uusreiebcii, ibnnen Beiträge eniiveüer durch Umlage Tiiiiiedüien der Verband-gemeindc n cder durch unmittelbc Neuerung der i'iUßliiö« der Verland-gemeindcn erhoben Tie rlr! und Hebe Der zu erhebend -gaben ruf die re B verden. in Wc* uti dcs beinmini. Im Falle der Erhebung von n beitrage wird für je >.i>.i':;-; ibr oder für einen längeres Zeitraum durch Besch rbnnde-ausf.ouii' Trenern ift eine Sienerordnung ("jufjujtcllcii. V. Auflösung dl s Verbandes 8 2! Tie Auf..-jung des Verbandes lilindes rem Verbandsausschuß be bedarf einer Mehrheit von?* der Bei Aujloiung ist durch Befctu -die Veri.endung des Verbandsuernto s Sen, den 27. Juni l!»2t Tüchsifchcr iira Rechtsanwalt P a :ann nur auf Änlrag düs Vor- 'chlojjcn -werden. Ter '4 efchluß ibgegebcncn.«limine». des Verband-au-schuijfs über .'gens zu vejlimmen. >1 b. lilifchcr Wcinrnibcurrtioi! 1 Solinger, Vorjipchlder. Bekanntinja uvrr die Bildung des Lachs,scheu Vom 13.- Lcpl Sächsische- Nr. 32 Tie sächsischen tiraelttischen R> .'.ner i'ieligionsgcsellschaft inner israelitischer <'>emeidev«rband' ver, i Hit ihren «ig in Tre-dcn. Lie > '.feil bestehenden acht israelilischen verg. Baupen, Ehemnip, Tre-dcn. Zwickau, sind .Körperschaften des c T r e s d c n , den l:>. Lepicmbe O) fi Zum 75fäDr.3noiiäani np$3fiöii(NMg.6nninar$in!re$(0D «lirlunfli r Kurator R.-A. Hans der Anstalt. Er erinn Stifters Jonas Fraeactel in das Getto der Jud i Fraenckrlschr -4nt ■>. Neeember 1929 fand i ic Jubiläumsfeier in uiner gref-.-r 'Anteilnahme der-Beh irden und der ehemaliger ilair. In feiner Ansvracbe gab 0^ " " ~ * einen kurzen Abriß der Geschichte die Idee und die Absicht des edlen der Emanzipation sei zuviel Licht drungen und habe verwirrend gewirkt. Da habe er als Hort j Wissenschaft und Religion das 2em nar gestiftet, alles einzel Kuratorium überlastend.^ Tas b-rühmte Treigestirn Za Frankel. G-elchrter und rganifat >r zugleich, Heinrich Grc der Talmudiit Fakob Bernays f, iufen dieses Rabbiners dessen Aufbau Muster wurde für alle Hochschulen jüdischer schafi. Herr Tr. Hetnemann. Tl>- ~ —- *• Festoortrag. Glückwünsche wurden rungspräsident Tr. Faenicke,' zugleich im Namen des minister-, efotzten der Rektor der der anderen HcMchulcn Bre-Iaus. _ js, ofestor Dr. Winter^ als ältester Schüler di s Seminars, zugleich all Ver- — i“'a -ss-tnr.«. —fi.izj.— e.emeindeverbande-. linse c Ver- ' ~ L t nt, als der Organisator des Leminars, Zacharias Frankel, me!w als 15 Jahre Lberrabbiner in Lachser mit dem Amtssitz in T resden ivar. In seine Amtszeit fällt at ch der Bau der «ynag >ge in Dresden. Herr Rabbiner Professch: Tr. Winter führte in^seiner Rede folgendes aüs: Hochverehrte Versammlung! ' Nsich den bedeutsamen uni vollen Darlegungen des Herrn Fistredners und den erh Worten des Herrn Regierungsvertreters und des Rektors versität kann ich eine gewisse Befangenheit nicht überwindsr ich vor Tie hinzutreten habe. Äbur als einer der ältesten rch $ er tuet; ig dem Benupung seiner Einr , die im Verwaltungsivech lC|t ungen e durch chung raelilischcn Geiiieiiidevei bandcs chnber 1'32t>. von, 21. Leptember 192 3.) ligionsgemeinden habeit sich zu der Bezeichnung „«ähsischer nigt. Tie Rcligionsges: llschaft chre Untcrverbände, >ie zur Religionsgcmeittden zu ^Anna- Leipzig, Plaue», Zittau und tnllichen Rechts. und 1926. Gcsanitmiiiisterium. Helltt, MinisterpräsSdent. Breslau Hörer Kober chte an Mit zcnt des TeminarS, dargebracht von Herrn hiel Universität, zugleich im und Herr Rabbiner P n gejisdischer dem harias tz und chninar, Pipent den Regie- 5 ulkus-?amen geist. ehenden Unin, da Hörer unseres Jüdisch-theologischen Seminars Fraenckelscher Stiftung habe ich im Namen der Hörer des Seiyinars und im Aufträge des Verbandes der israelitischen Religionsgemeindcn im Freistaate Sachsen Tcknk und den Ausdruck der Verbundenheit dieser Gemeinden mit unserem Seminar darzubringen. Bei aller Befangenheit fühle ich mich dennoch dazu berufen, diesen Empfindungen der israelitischen Religionsgemcinden im Frcistaate Sachsen hier Ausdruck zu gebe», da ich von unserem Gotte der besonderen Gnade gewürdigt bin, an der «tellc zu wirken, wo der geistige Begründer unsere- Seminar», Zacharias Frankel, gewirkt hat. Als icd — es war am vergangenen Neujahrssxste 43 Jahre her — in dem Gotte-Hause, welches Zacharias Frankel im Jahre 1849 geweiht hat, zum ersten Male die «tätte betrat, von der er das Wort an die Gemeinde gerichtet' hat, begann ich in geziemender Demut mit den Worten der Ermahnung unserer Weisen: „Tritt nicht an die Stätte, wo Große gestanden haben." Ich war mir damals dessen bewußt, daß mir besondere (Nnade geworden, und ich bin inir in dieser «tunde dessen bewußt, daß mir besondere Gnade geworden, und deshalb fühle ich mich berufen, die Anhänglichkeit und die Dankbarkeit der israelif.» schen :l!cligion-gcmcinden Sachsens hier auszusprechen. Keine der l^cineinden Sachsens hat einen. Rabbiner gehabt, der nicht in unserem Seminar ausgebildet war. Was Frankel in Sachsen gewirkt hat, will ich in kurzem Umriß andeuten. Als Frankel im Jahre 1854 von Dresden hierher kam und an unserem «cminar seine Lehrtätigkeit aufnahm, fühlte sich die Dresdner Gemeinde in ihrer Würde gehoben, da ihr Rabbiner geistiger Begründer und Leiter eines Instituts wurde, welches auf die gesamte Judenheit belebend gewirkt hat. Als Frankel aus diesem Leben geschieden war und die Dresdner Gemeinde eine Trauerfeicr beging, führte sein^ Nachfolger, der Hberrabbiner Wolf, Landau, das Wort aus der «chrift an:, „An diesem Tage bist du zum Volke geworden." An dem Tage, da Frankel nach Tresden kam, fand sich die Dresdner Judenheit zu einer geschlossenen Gemeinschaft, zu einer Gemeinde zusammen. Vis "dahin waren die Tresdner Juden in einzelnen Gruppen von einander gesondert und standen teils friedlich, teils auch gegnerisch einander gegenüber. Frankel hat die Einheit geschaffen. Er hat die Gemeinde gegründet, und es war damals die führende Gemeinde Sachsens. -Steine andere sächsische Gemeinde hatte bis dahin einen religiösen Führer, einen Rabbiner. Als ich im Jahre 1901 den 100. Geburtstag Frankels zu feieru hatte, konnte ich den Spruch anführcn: „(Kepriesen sei der Ewige, der seinem Volke Israel Ruhe gegeben hat." In Frankel war der Geist Gottes wirksam. Durch ihn ist der Judenheit Sachsens Ruhe gekommen. Er hat in Verhandlungen mit den Staatsbehörden politisch segensreich fördernd gewirkt und hat die Judenheit Sachsens zu Ansehen gebracht. Glauben Sie mir, hochverehrte Festversammlung, daß ich meinem Gott von Herzen Tank weiß, daß er mich begnadet hat, diesen Geist Frankels mit meiner schwachen Kraft nach Biöglichkeit zu erhalten, in seinem Geiste wefter zu wirken. Es war ein Geist, der Frieden schaffte im Kampfe gegen lichtscheue Finsterlinge aus der einen «eite und gegen nicht minder lichtscheue Stürmer auf der ander» Seite. Er hat die innerste Straft des Judentums in die Seelen der Angehörigen der Religionsgemeinden Sachsens hineingetragen und belebt. Und ich hoffe, daß diese .Kraft segensreich weiter wirkt zur Ehre, zur Förderung und Hebung des gesamten deutschen Judentums. Unser 'Seminar wird weiter Kräfte ausbilden, daß dieses erreicht werde. Und in diesem Sinne spreche ich in aller Teniut und in geziemender Bescheidenheit aus, daß es gelingen möge, die im Judentum aufstrebenden Kräfte zu entfalten und zu stärken zum Segen der jüdischen Gemeinden. (Beifall.) BHeintgnng Oer JtaODtner im Mant 6amien Tie sächsische Rabbinervereinigung hielt am Sonntag, de», 17. Novemher, in Tresden unter Vorsih von Profesior Winter eine Tagung ab, an der auch der Vorsihcnde des Sächsischen israelitischen Gemeindevcrbandes, Herr Rechtsanwalt Solinger, teilnahin. Tie Sitzung befaßte sich in der Hauptsache mit rechtlichen und Standesfragen. So nahm man Stellung zu dem neuerdings von der sächsischen Negierung erlassenen Verbot an die höheren Schulen, die Zeugnisie über den jüdischen und katholischen Religionsunterricht in die Schulzensuren aufzunehmen. Ebenso wurde auch der Antrag der Teutschnationalen Volkspartei auf ein neuerliches Verbot des Schächtens und die daraus sich ergebende Situation besprochen. Tic Frage der Gültigkeit der im Ausland geschloffenen jüdischen Ehen wurde auf Grund einzelner Vorkommniffe gleichfalls erörtert, ebenso auch die im neuen sächsischen Gesetz über die Religionsgesellschaften vorgesehene Einrichtung eines Disziplinargerichtshofes. Nach Schluß der Sitzung vereinigten sich die liberalen Mitglieder, um zur Frage der Einführung des neuen Einheitsgebetbuches sich schlüssig zu werden. Ein Beschluß wurde hier noch nicht gefaßt