Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 12 (12.1929)
- Date
- 1929-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Gemeindeblatt der Israelitischen Religion-gemeinde Dresden Nr. 12 «eite 4 fommcn mm der Miifto her nah Innern «ich hei Emmaus, von den ('(riechen Rikopolis ctoinjiiiit, drei Meilen westlich von oeniKilem, mit von hier jViieit Jerusalem vorzudringen. Wüte au» der Burg Akra Striu'u ihnen als Führer. Wie liehet die fleUHiltiiie tteberiiiacht ihre» «ieges ist. zeigt die Tat'actv, das; ein ganzer «chiifarin von Sklavenhändlern dein v-eere solgt. «ie iviltern gute Beute.' Rom braucht für die Latisuudien seiner großen Lander Menschen und der Ztönig ('seid in Menge, uni seinen Neigungen zu srönen und seine Schulden zu zahlen. (*( orgi a s, einer von Lysicis' Generalen, vlant einen, Ueberiall ans des Judas Lager. Judas gelingt e». ihm geschickt zu entgehen und, während Gorgias ihn sucht, üch aus sein Lagers zu 'kürzen. Es heknndet den ,'deldenniiit und die sirainineiMaiinesziicht seiner (betreuen, das; sie die Beute t>e»’übernuju'elteii lagereliegenlassen, nni den au» den Bergen znriickkegrende7i Gorgias selbst erst anis vanvt zu schlagen. Nun inns; Lnsias 'elbsi >ich!aui>naä'c'n. Er versucht es mit einem neuen, größeren Heere |i'ou «üden her im Herbst 16 l. Rber auch hier. 27- Ztilometkr südlich von Jerusalem.-bei Bel'ur. an der «lraße nach iHebron, siegt Inda» glänzend. Es siebt nun nicht» mehr iini'Wege. nachdem der Entsatz von beiden Leiten her mißlungen ist, daß er zunr Angriff auf die Hauptstadt schreitet. Er besetzt den Tempelbezirk auf dein Zion, nur die Griechenstadt Akra hält sich. „Da sahen sie unser Heiligtum verwüstet, den Altar entweiht, die Tore verbrannt nnd auf den Häfen Gestrüpp >vie im Walde und aus den Bergen, und die Zellen niedergerissen." Man kann sich die Erbitterung vorstellen, die sich ihrer ob dieses Anblicks beinächtigte. Es klingt daher nicht unglaubhaft, wenn von einem fürchterlichen «trafgericht erzählt wird, mit dem sie für die ihnen gewordene Unbill Rache nehmen. Tann wird das eutiveihte Heiligtum entsühnt und neu geiveiht. Tie gesctiäudeten «keine des Altars werden abgetragen und außerhalb des Heiligen Bezirks niedergelegt, bis ein Prophet käme, der über sie verfügte. Auch alle heidnischen Altäre und >tult stätten werdest zerstört. Tafür werden ein neuer Altar aus unbebaueuen «keinen errichtet, und die Kultusgeräte neu hergestellt. Am 27>. Kislew 161 wird das Fest der Tempelweihe gehalten. Es soll derselbe Tag sein, au dem zuvor die Entweihung stattgefundeu hatte. Tas Fest wird für alle Zeiten beibehalten als Fest der Ehanukkah oder Weihe, zugleich als ,.Lichtteü" zur Verherrlichung des iviederenvachenden Tageslichtes. Chanutkahmufik Bon Arno Xarlel Fm Miitclviinkl der ganzc^i Fesiwei'he sieht, wie bekannt, I das Anzüiiden der Ehanukkählichte, Und io ist tatsächlich die'er feierliche. gemütvolle Moment der eigentliche inusi-; tali'che An des Ehaiuifkah'oile», 2dion der Auftakt, der Zegens'pruch. har 'eine besondere Weise, Fm Grunde sind es nur drei «egensiprücbe, die in unserni Ritus eine ausgevrägle mu'ilalische Rote aufweisen. Tas 'ind die «egeiisivrücke beim «chofarblaieii. beim Anzünden. der' Ebanuktablichke und .beim Borlei'en der Mgillaam' Puriuiteske. 'Uebrigens ivird iiich in manchen Gemeinden am «abbat Ehanukkab eine M gilla, die M'gillas Antiochu?' vor getragen. > 'Zu den genannte i «egenssprüchen kommt nochim Liren der beim Lmerzählcn hiizzu. >vie überhaupt im Liren und üi konservativen «'legenden das musikalische Element beim Gottesdienste diiier'»ziertet ii'r. — Während nun die Legens'prüäx' über «choiar und M'gilla durch Horn-! klänge «ich auszeichnen fic charakterisieren^ gewissermaßen das Hisiori'cb Fesilict'e . trag' die «angesweise der B'rochos beim Lichlanzüiideu einen gern itlichen, auasi dankivendenden ' Ebarakter. der alle» Fröhlich,-, -ctindliche und Aeußerlich-! Feierliche des Lichl'esies ins (ledachlnis zurückruit, . lleberbauvt könnte inan lei dieser Gelegenheit pmcho-' logi'clie «ludieii über die Ginnde und Ursprünge inanctier' «nnagogenineIodieu anstellen.! Tie Melodien nämlich werden tat'ächlich in den meisten i 111111111 de» Moments herans uvi Rote für Rote belauschen i nd erklären ließe. Und manch mal und die Urivrünae einer Melodie derart verdunkelt, daß ert und Miisitwene üch widersprechen und der Gegenwart manche» Rät'el bieten, wie Melodie, deren düiierer .'Hintergrund seit je. den Forschern 'iovizerbrechen verursacht hat. «ehr populär, neben der .> kannlesten, iü die Möoszur bäum, einem hervorragende Fahrhunderte alt. Er sielllt Ehanukkahmelodie (Xönigsbeyg Zusammenhang zwischen uns „Lo weiß iw eins, das mich er Heide" «um l7>17>) seit, dem L Ehorals „Run sreuk euch, hergegeben haben soll. Fch bek kenne die angegebenen deutsch. ,allen so genau aus der «liineboren. daß jedes Motiv sich zum Beispiel die ><ol-uidre- «ol-nidre-Melodie sogar am be- -Weii'e. «ie in. nach Birn- >tenner der Materie, viele in seiner Einleitung zur 1*89) einen unmittelbaren £er Weile und dem Volkslied reut, das Blümlein auf breiter edchen, das auch die Ba'>» des liebe Ehristeng'mein" (17-2-1) weiile diese Behauptiing. Ich n Weilen und muß sagen, daß trotz dem gemeinsamen Anfang — das Volkslied steht int Dreivierteltakt — die Folge der Melodien derart verschieden ist. daß lediglich ein zufälliger Ziksamiuenhang zwischen den drei Weisen konstatiert werden dürste. Jahrhundertealt sind Teile unserer Melodie allerdings. In der in meinem Besitz befindlichen -Hannoveraner Rotenhandfchrift. aus dein Ende des 17. Jahrhunderts, vielleicht des einzigen musikalischen Koinpendiuins so frühen Alters, siiid etwa zehn Chanukkahiveisen für „Hodu", „Lnnoh" und „L cho dodi" zil finden, die iliii die „Möos-zur"-Melodie variieren. In der heutigen Fassung ist die Melodie zuerst von.Brahin. und Rathan, London 1815, notiert. ( Uebrigens ist die Müos-zur-Melodie nur im Sßleften, besonders in Deutschland, bekannt. Meines Wissens gibt es nur noch eine einzige andre, frühes in Italien vielgesungene Weise - Birnbaum nennt sie eine deutsche Melodie —, für Möos zur, die von Beuedetto Marcello (1686 bis 1739) unter dem Titel „Fntonazioiie degli Ebrei tedesclii sopra Maos zur" veröffentlicht worden ist. «ie ist. rein musikalisch betrachtet, weit wertvoller als die aschkenasiiche. Von hebräischem Ebarakter kann weder bei der einen noch bei der andern die Rede sein, am wenigsten in unsrer einheimischen Weise, wie überhaupt bei Hnmneii und Piutim die Melodien gewöhnlich weltliclier iifatur sind, weil schon die Vers- und «trophenform den ersten Vertoner zur Weltlichkeit verführt. „Hauneros halolu" wird überall anders gesungen. Eine traditionelle Weise ist nicht gebräuchlich. . Tie «sardim singen noch am Ehanukkahfeste Psalm 36 — „Mismor schir chanukkahs habajis" — ein Russach, den wir eigentlich nachahmeil sollten, («iebe: Eonsolo Nr. 11-5 und „Gesänge der Bucharischen Juden" 'Rr. 115, daselbst auch 146 und 147: „Hanerut halolu" und «sgensspruch.) In Westdeutschland sang man die «egenssprüche auch gern mit Ehor, und zivar nach der Möos-zur-Melodie. so z. B. in Mainz vor hundert Jahreil, wie aus einem Ehorbuch der dortigen «ynagoge (von Mayer u. «taub) ersichtlich ist. Erwähnt seien noch die beiden ..schönen" Gesänge für «abbat- Ehanukkah («einer noeh"), „Ifchlu machmanim" mit dein Refrain „Haj. Haj" und „Eikroh rachaineclzo", die sich in alten Gebetbüchern voriinden. Endlich sei auch des in Lüddeutschland bekannten Ebanukkahliedes „«chne sessin" gedacht, das, wie Birnbaum vermutet, die ursprüngliche Unterlage für unsere Müos-zur-Melodie dargeboten haben soll.