Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 12 (12.1929)
- Date
- 1929-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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seile 2 (Seme ndeblntt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Nr. 12 Ptolemäer, die- Antiochus II bei Paneas an den Iordana I!»!>7. Jene batten seit :il 1 die eieientlictK’H Vollstrecker die Ptolemäer in '.leiumteit Judas, der Aämmerer Po» Prof. llr. Umlolf Kittel* Als Alexander in der Zcilackt bei Iss»-? •'J.'i.'S iw-:- Perserreick zerschlagen batte, bat! ie Indensckxifl in Palästina sich obne Widerstand seinem Fe dberrn Parinenio unterworfen. Ob der Oberherr Perser hie; oder Mazedonier und Grieche >var. ivar für. sie keine Frage von Bedeutung, und an Widerstand dachte, soweit uns bekennt, in Indäa niemand. Nack Aleranders frühein Tode nahm Ptoleinäus, Zobn des Lagus, sein Ztatthalter in Aegypten Besitz von Palästina. Mit nur tiirzen Unterbrechungen bl cb das Land im Besitz der .. der Große, durch die Zchlackt lellen das südliche Zyrien unter die Herrsckxiil der Zelenkiden brachte. Tas war im Jahre die .Herrschaft -über Babylonien und die östlichen Provinzen iübernommen und fühlten nck als des Erbes Aleranders. Hatten nebr und mehr die Verbindung mit dem nationalen Aeguptsertuin gepflogen, so haben die Zplentiden um so inehr de rauf gehalten, der griechischen Kultur Eingang im vorderen Orient zu verschaffen. Tie - Tiaipora, mehr und mehr aber i manctvrlei Berührung mit ihr Juden aber ivaren erst in de auch in der Heimat leimt't i -getreten. Ueberall tunte sich teil und dein Fall Jerusalems Aegypten gekommen. Nach Zahl vermehrt, und große langen eine große jüdische ,aspora gebildet. Zchon erheblich vor dem Ende de-S Ztaates ivaren .zahlreiche Indäer nach dein Fall der Ztadt wurde ihre rckaren wurden durch Nebnkadnezar »ach Babylonien abäefübrt. Zie hatten sich durch (Geburt und eine lebhafte Pföpaganda bald so vermehrt, daß trotz der Rückivandernng unter »tyrvs und Esra, sowohl in Babylonien als in Aegyptcn und bald auch Mesopotamien und Pernen. in Kyrene und Kleinasien und an vielen andern Orten srattlicke Iudengeme nden entstanden waren. Tnrch das Halten des Gesetzes scki 'den sie sich streng von den Völkern, unter denen sie wobrten. Durch Betriebsamkeit und Handelsgeschick gelangen fii hier des öfteren zu Wohlstand. Tnrch ihre Zonderstellnng >er Bevölkerung gegenüber wie durch-ihre Gewandtheit und Geschicklichkeit ersclieinen ne den Machthabern vielfach als nützliche Elemente, die sie geradezu als Ztüven ihrer Herrschest gebrauchen. Vermöge ihrer bildlosen Gottesverehrung und ilirer strengen Reinheitsvorschriften erscheinen sie de t andern als etwas Berebrnngswürdiges und Geheimnisvolles. Tnrch ihren Gottesglauben und ihre Geietzestrene, vor allem aber durch; vielfache Wallfahrten nach Jerusalem zu d?n Festen, besonders zum Passah, erhielten sie die Verbindnne mit der Muttergemeinde. Aber so streng sie sich zueinander und von den „Heiden" fernhielten. sie konnten, seitdem der Ztrom griechischer Bildung überall dahin vorgedrungew war, wo Aleranders Zepter geherrscht hatte, sich seinem Eftniluß unniöglich entziehen. In Zprache, in Gesittung und der jüdischen Tiaspora, am ineisten in Alerandrien, aber auch in Babylonien, Kleinasien. Geistes mächtig fühlbar. Aber auch in der Henna: konnte es nickt ansbleiben, daß dieser Einfluß sich geltend zwischen .Heimat und Tiaspc ihn konnte Palästina auf von Asien nach Aegypten batten sie, wie so oft auch Witterung für das anfgehei Krad. Geschickte eines >. Melier IkW ,Auszug,. Po Denkweise machte sich überall in Syrien, der Einfluß hellenischen »achte. Zchon der rege Verkehr ra sorgte dasür. Aber auch ohne die Tauer von der griechischen Kultur nickt unberührt bleiden. Zeine Lage auf der Brücke and sein Zchicksal als vielfacher Gegenstand des Ztreites .wischen den Erben Aleranders taten von selbst das Ihre. Als daher die Herrschaft den griechenfrenndlichen Zeleuk den zuzufallen schien, da ivaren die Juden sofort bereit, auf ibre Zeite zu treten. Nickt allein päter in der Geschickte, die feine de Gestirn, sondern die seleukidi- Aus Prof. Tr. Rudolf find ..Gestalten und Gedanken in kes in Charakterbildern". Quelle scheu Herrscher scheinen es auch besser als die ptoleinäischen verstanden zir haben, sich zeitig die Zympathie der Inden, in denen sie mit gutem Blick einen einflußreichen Faktor in der Politik der Zeit erkannten, zu sichern. > Zchon Nehemia hatte in seinen Bestrebungen für die l Reinerhaltnng des Kultus und des Blutes viel mit den! Widerständen zu kämpfen, die ihm seitens eines vornehmen i Ammonite.rs Tobia entgegengebracht wurden. Er tvar mit l dem jndenfeindlichen Ztatthalter von Zamaria Zanballat wie mit dem Hohepriester Eljaschib und andern angesehenen , jüdischen Gesclstechtern eng verbunden, »itd es ivar ihm sogar gelungen, durch den-Hohenpriester eine einflußreiche nnd ein- ' ttägliche 2teilu«fl am Tempel zu erlangen. Nehemia ist! gegen ihn eingeschritten. Es darf als selbstverständlich angesehen werden, daß nach dem Anfkoininen des Hellenismus die Nachkommen und Gesinnungsgenossen dieses ^obia ihren Widerwillen gegen das orthodoxe Judentum ijt der Form der Hinneigung zum Griechentum zu»i Ausdruck brachten. Wenn ivir nun unter den Zelenkiden Abkömmlinge des Geschleckts Tobia antreffen, die fick in angesehener Ztellung am Tempel; befinden und zugleich mit den Zelenkiden Hand in Hand! gehen, so ist der Zchluß nicht unberechtigt, daß sich in ihnen die alte Opposition gegen das strenggläubige, g'esetzesenge Indentuni fortgesetzt, und daß diese ehedem halb heidnische ' und weltlich gesinnte, jetzt grieckienfreundlickx.' Opposition sich; den Zelenkiden gefügig erwies, um sie in den Dienst ihrer j Parteiinteressen zu ziehen. Daß sich mit diesen Parteiinterj essen gleichzeitig vielfach auch ihre persönlichen Vorteile ' deckten, die sie zum Teil in der schamlosesten Weise verfolgten.; soll hier nicht weiter als unbedingt nötig verfolgt werden,; braucht es auch nicht, da die Verbindung von Partei und; persönlichem Vorteil bis auf den heutigen Tag in der ganze» Welt das iiblidic zu sein scheint. , Damals verschackierte man die Tempeleinkünste an die Machthaber gegen einträgliche Aemter. Heute pflegen führende Politiker als Aufsichtsräte oder durch Konzessionen für sich zu sorgen. Bei dem starken Einfluß, den diese Tobiadengrüppe aufgeklärter Aristokraten zeitweilig im Volke besaß, scheint es der Geschicklichkeit der. seleukidischen. im Bunde mit der Ungeschicklichkeit der lagidischen Politik leicht gelungen zu sein, die Iudenschaft auf ihre Zeite zu bringe». Als daher Antiochus III. im Kampf mit Ptolentäns V. einige Zeit nach der Zchlacht bei Panias Jerusalem besetzte, da wurde er von den Juden freudig nnd mit allen Zeichen höchster Zuneigung zum neuen Herrscher empfangen.. Er hat sich dafür auch durch große Gnadenerweisungen und allerlei Privilegien erkenntlich gezeigt. Natürlich fehlte es nicht an Widerspruch der gesetzestrenen Elemente, die sich unter diesen Umständen der ägyptischen Partei der Lagiden anschlossen, so daß das Judentum tatsächlich auch jetzt wieder wie vor Zeiten unter den Assyrern und den Babyloniern zwischen den beiden Mächten, der östlichen nnd der am Nil, hin und her geworfen wird. Aber die Oberhand gewinnt doch die Zelenkidenpartei und>mit ihr die Partei der Weltlichgesinnten, Freisinnigen, die sich dem Truck des Gesetzes zu entziehen trachten. Damit ist der Bund zwischen den Zelenkiden und den aufgeklärten Elementen in > der Indenschaft geschlossen, die vom Griechentum die Befrei-! nng von der religiösen Enge erhoffen, unter der sie leben. i Ties etwa war die Lage, als im Jahre 175 Antiochus IV., der Erlauchte (Epiphanes), den Thron der Zelenkiden bestieg. , Antiochus ivar ein Mann von großen und vielseitigen Gaben, j von Tatkraft und beseelt von dem lebhaften Eifer, das ihm ^»gefallene Reich, das unter den Kämpfen der letzten Jahr-, zehnte stark gelstten hatte, wieder auf feinen alten Ttand zu! heben. Dazu sollte ihm der Hellenismus dienen. Ueberall in Asien gründete er. den Zpure» seiner großen Vorgänger Zeleukus l. und Antiochus I. folgend, griechische Ztädte, die er mit großen Freiheiten ausstattet und dadurch und durch