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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-11-01 · 11 (11.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
11 (11.1929)
Date
1929-11-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 lemeindeblatt der Js caelitischen ReltgionSgemeinde Moses ncrfamincltc also die minder Israel uni iWiicit: „Wählet Männer ans eurer Mitte, die euch vermögen, und ans diesen Männern will dann ich ter wählen.' Lie gehorchten itnii sogleich, denn eil itmen dachte in seinem Herzen: „Moses wird My: Richtern uniblen: Richter über dichter iibc dichter über Tausend, Wenn ich nicht einer von wird vielleicht mein Lohn einer sein, oder mein der Lohn meines Bruders, oder der (Ritte meiner oder der (^rtte der Schwester ihres (Bitten, oder mci oder sein Irennd. oder der Irennd des Irenndes sei des. Und wenn ein solcher dann Richter ist, wird (Zeichens leinen Recht swn ick meiner Lache geneic Dresden Nr. 11 sprach zu ,yi richten eure Richjeder von iadcn von Hundert, ihnen bin. ifiifel, oder Schwester, n freund, s Ireunein kleines t machen," i le Ihre <Gedanken waren aber Moses nicht unbe ännt. und er wußte. dar, ein schlechter Richter die Waagscki e mit dem Bösen der ganzen Welt znm Linken bringt und ein guter Richter ein Lckil; ist. so köstlich wie alle Schätze dir Welt zn sammen, Ta er aber keine vollkommenen Rictter finden konnte, so wählte er die Beilen unter den wenigst Lchlechten und sagte zn ihnen: „Leid gesegnet. ihr. die ibr viirdig be innden wurdet, yi rickiten über die minder Abralia ns. Isaaks und Jakobs, die (»iott ielbü seine minder genannt Dt, Lebet den Hohepriester, wie er mit kleinen Lchritten ymi Altar hijuinftciiit: io sollt ihr mit kleinen Lchritten h nansteigen zur (R>rechtigkeit, denn ist die Gerechtigkeit nicht v irncktig. so ist sie nicht gerecht. Wenn ein Reicher und ein )lrmer vor euch hintreten, und'das Recht auf Leiten des Armen ist, so sprecht nickt: Warum sollte ich den Reichen dem itigen. der den Armen demütigt? Ist aber das Recht ans Leiten des Reichen, so sprecht nickt: Ter Arme besitzt nichts: »urinn sollte ick den Armen noch ärmer macken? Wenn ein 5 tarker und ein Lchivacker vor euch hintreten, und das Recht ist aus Leiten des Lckwachen, so, sprecht nickt: BIarum sollte ic i mich von dem Ltarken töten lauen? Ist aber das Reckt ani weiten des Ttarken. so sprecht nickt: Warum sollte ich zugeb,», daß der Ltarke den schwachen tötet? Wie Tatteln »nd Tornen von der Palme kommen, io kommen vom Richter Ire svruch und Strafe: wenn er nickt yt strafen versteht, versteht e: auch nickt sreiyiivrechen: und wenn er nickt yi straien und nickt frei «sprechen verneht. beschirmt er auch nickt die W<lt mit dem Lckitten des Irieden?" lind iic gingen hin nifd richteten Israel, «N " Unser N>eineuidemiialied, Herr Tamu nieznm Be.Nnn des »riegec- LNnNleiier Hirsck-Lctmlen ivar, üdersendel u>,:- Aussap, der eine interessante Lckilderni kriestsyiiiande in iRllizic» darnellr. Ja! r Im Jahre l*s» bestaun die Israelitische Alliai; in Berbindnnst mit der Allianz in Wien in;n striinden. Allein es bestand schon eine iühiichc; Perl. Todres. stestriindet. Tas war die einzige 2 befand sich in Tarnopol. wohin ick nach Bcen >i Lehrerseminars ruid innti bestandener Reisepriisni^i ivo ick meine Praris als Lehrer aninahm. Tie L von Perl'ans eistenem Pcrmösten bereits im richtet. Als ick hinkam. stenosien mehr als INNO Lchiilerinnen die Borziiste dieser Ltistnnst. Li ans je I »lassen iiir .»naben und Mädchen, in Rinde nnterstebrackt. 20 Lehrer ivarcn bcschättistt, tor Michel Perl war der Lohn des Gründers, l anch der erste jüdische Apotheker in Testerreich war seinem Tode wurde die Lchnle vom Ltaatc si und von diesem anch ein pädastogisch stebildeter gesetzt. An dieser schule lehrte ich nur 1 Jahr, ich an die von der Allianz neustegriindete Lchnle als Lehrer verpflichtet, .»olomea, eine Ltadt von wohnern damals, wovon 22 000 Inden waren, »nltnr iveit zurück. Mit der Bevölkerung imi mit dem iehr fanatischen Rabbiner i)atten> wir eit Run hatte Iithro, der bekehrte, länger als ein Jahr bei Moses in der Wüste geweilt und durch ihn die Liebe zur Thora und die Güte des Ewigen kennengelernt. Ta sprach er znm Pro cketen: „Moses, unser Lehrer, erlande, das; ick nach^Midjan znriickkehrc, das mein Land ist und das Land meiner Bätet." Aber Moses wollte ihn nicht geben lassen, denn nach Rabbi Meir ist der Götzendiener, der die Thora lernt. grös;er cls Aaron, der Hohepriester. Und er erwiderte ihm: „Iithro. mein Lehrer, warum willst dn nickt in unsrer Mitte bleib m? Tn wirst zwar an dem Lande, das ngs gegeben wird, ke neu Anteil haben, denn der -Herr will nicht, daß es scheine, <>ls hätte der Bekehrte, der zu ihm kommt, einen andern Lohn gesucht als den,. Gott zu finden. Tcinc Löhne aber und di« Löhne deiner Löhne werden wie unsere Löhne sein und >v c die Löhne unsrer Löhne. Was werden die Völker sagen, wenn du uns jetzt verläßt? Lie werden sagen, daß Israel den Vater seines Propheten, weil er nur ein Ircmdling ist. ins seiner Mitte weise, daß Israel seinen Gott für sich allein behalte, und Israels Gott der Gott eines einzigen Volkes sein wolle. Trum bleibe bei uns. denn du erleuchtest den von Got: Erleuchteten. Unterweise mit mir die .»inder Israel in der Thora!" Aber Iithro. der Bekehrte, erwiderte: „Ein Lichtstiimpfchen kann in der Rächt leuchten ^aber es kann nicht neben der Lonne leuchten. Tn bist die Lonne, die Israel ersuchtet: laß mich gehen, damit ick in die Rlicht der Völker das Lickt Israels trage." Und während nun Iithro, der Bekehrte, z» den Völkern ging und mit der Liebe seines .Herzens die Thora Moses', unsres Lehrers, verbreitet« , lehrte sie Zagzagel in der Schule des .Himmels die Engel, »nd im Gan Eden lehrte sic der Heilige ter sei gelobtt di> Gerechten, die über den Engeln sind. Und der Messias, der die Thora hörte, sprach zn dem Heiligen ter sei gelobt»: ..Wann wird meine Zeit kommen, o Herr? Wann werde ich yir Erde hinabsteigen?" Und Gott erwiderte ihm: „Wenn alle Völker verkünden werden: Wir : keimen sie. wir üben sie. iie Thora Moses', unsres Lehrers. dann ist deine Zeit geknnincn, und du wirft hinabstcigen:! und in deinem Herzen wirp. wie im .Herze» Tavids, das Blut und wie die Wasser der Meere den Tzean ersüllcn, so wird «fie Liebe des Ewigen die Erde er» füllen/ Bulturbilder aus dem Osten ii Samuel Krell, Trcsden I Krell, der bet Baronackiolstendcii g der Borin Paris Galizjen Lchnlen von Iofei ckule. Lie gnng des tani. und «hule wurde e 1*1:2 er» chiiler und bestanden einem Ge- Ter Tirekr nebenbei Erst nach ihventioniert Leiter ein- >ann wurde in.»olomea 000 Einvar in der vor allem en schweren so viel einzuwenden, aber »amps zn führen. Als w x. unser Lckietär Herr Tr. Iriedl Diis Wien und ich. bei ihip vorsprachen, und ihn baten, uns chulc zu agitieren, lehnte er diesglatt ab. Er hatte das größe Bedenken, daß die »inder durch die Lckiile „aufgeklärt" wilden und dies doch bloß Schaden niit sich bringen könne. „Tic Mädchen und Jungen werden tanze» wollen. Gegen des Tanzen selbst hätte er ja nicht das .Abkiihlen' ist gefährlich." Wir gaben uns die größte Micke, ihn zn überzeugen, daß wir nur beabsichtigen, die Jugend st» erziehe». Alles war vergebens. Wir mußten unverrichteter Tinge wieder weitergehen. Tie Lchnle wurde doch eröisnef. Wir brachten cs fertig, daß von 2000 schnlpslichtigen »indörn 200 zur Einschreibung kamen. Ter.»amps, der dann einsetzte, ist kaum zu beschreiben. Unsere größten Ieinde waren die Melamdiem, die sogenannten Ehederlehrer. Tiefe standen auf der Straße und entrissen; uns auf Geheiß des RabHis die ahnungslos zur. Schule gehendem »inder. Erst als sich der Bezirkshauptmann einsetzte und Schutzleute die Straße bewachten, die zur Schule führte, konnten die »inder ungehindert ihren Schulweg gehen. Im «Lause von 4 Jahren hatten wir dann 4 »lassen mit 8 Abteilungen »nd 000 Schülern. 20 Lehrer unterrichteten in der Schule. | | Im Jahre 1802 faßte! Baron -Hirsch in Paris den Entschluß, in Galizien und der Bukowina Schulen zu gründen, und übergab zu diesem Zwecke dem österreichischen Staat einen Iönds von 12 Millionen Gulden. Tiefer bekam den Namen

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