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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-10-01 · 10 (10.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
10 (10.1929)
Date
1929-10-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seile 4 iemeindeblatt der tiÜ>cli £UI lf)t da? , im d jciiflcn. marfttiaen Sein Ok>ttes nvrtlos." Ctflfe Schubert Ser Gottesdienst der Synagoge, (dienen, Tö Leite '><>.) Solange nnser Gottesdienst noch imstande ist gläubige einen solchen Eindruck zu machen, bre die Zuknnst »de^ Judentums nicht bange zn sein gesetzt, das; wir imnande sind, diese altgeheiligt anfrcchtzuerhalten und nniern mindern die einzigartigen Tages;n eigen zu machen. Ihren besonderen Charakter gewinnen die löhnnngstages durch dds Sündcnbekenntnis und Vergebung. Sünde und Sühne sind Themen littesten Seiten den Menschen beschäftigen. Wie sie;nersk zu lösen suchte, lesen wir im dritten im Tboraabsctmilt des Versöhnnngstages. An allein betrat der Hobepricster das Heiligtum, binnen gekleidet, das die Einfachheit und Reinhe zeigen sollte. Vom Blute der Tp fernere sprengte bang und Teckel der Bundeslade, während Stätte verhüllte, an der er sich der (Gottheit nahe 'prach er das Sündenbckcnntnis für das ganze Haupte des Bockes, der in die Wüste geschickt ungeheure Menschenmenge wohnte im Tempelvjer Tpierbandlnng bei, sie sank demütig in die Kn '.'käme des Einigen genannt wurde, sic fiel mit ein: „Gepriesen sei der Name, die Herrlichkeit iür immer und ewig!" und geleitete in seliger S Hohenpriester ins Haus,'wenn er den Sühneakt leinen Segen über das Bolk gewrackten hatte. Zeit, wo der Tempel stand, waren in Iernsale bald die (Gläubigen den ganzen Tag in der Si iammelt, um in frommen Gebete». ltlesängen der Bedeutung des Tage inne zu nvrdcn. Tie nicht das Glück zuteil ward, ait dem .Kultus im teilznnekmen. betrachteten es als ihre Pflicht, wci dieie Borgänge belehrt zu werden. In einfaclie Tarlegnng oder später in mehr und mehr dicht ri ichmückung wurde der Hergang des Tempcldie st Snnagogen geschildert. Tie Genicinde laus gespannter Andacht dem Bortrag, sie begleitete der Erwähnung des dreimaligen Sündenbekenntiiisj Sübnbitte des Hohenpriesters und fiel zur Erd, Riederiallen der (ssemeinde im Tempel berichtet entstanden die Tichtungen. die wir als ,,-Sede un'ern (Gebetbüchern kennen, deren Portrag einfn punkte des Gottesdienstes am Bcrsöbnungstag es die dramatisch belebte Szenerie, war es die E Sündenbekenntnisses des Hohenpriesters «..ich mich vergangen, gefrevelt"». war es da? (ssefjhl bundenheit init der Bergangenbeit. der ehrfurcht vor den bciligen Handlungen des Altertums der Aivoda bat die jüdischen Tichter aller Zeiten in in den verschiedensten Formen von ihnen bebaßde Man staunt über die Fülle der Tichtungen, dei >to:nvosirionen. die diesem Gegenstand staunt über die Freude, welclie die Gemeinden ii und Ländern daran batten. Und bis heute hqt ihre Anziebungskraft nickt verloren. So sehr gemeinden unsrer Tage auch das Gebetbuch ver i es gibt kein auch noch so radikales (Gebetbuch, Erinnerung verzichtet und sic nicht in neuerer beibebalken hätte. <Ein besonders bcachtensiv ieingei,ziger. dickterNckier Perwcrtnng dieses das neitcste (siebetbuch dieser Art. das der Snnagogue in London.) _ Ein weiterer Höhepunkt des Gottesdienstes Gebet, so genannt, weil es zur Zeit der Schließ des Tempels verrichtet wird. Es faßt die Tages noch einmal kurz zusamuien und söbnungsgedanken in sehr beredten Worten zuni ist gewisserniaßen der lebte Anlauf, alle Energie und des Empfindens wird zusammengerafft, ur > erreichen. Gesang und Tichtung haben sich ianimeugeschlossen. um den Iichalt des Gebetes anszulegen, auch hier haben alle Zeiten und L eifert, für die Einpfindung der frommen rechten Ausdruck zu finden. Aus der reichen Fütle mt Andersuns NM voraus- Tradition Äcibe dieses brii gt l lu raelitischen Religionsgemeinde Dresden Ehristaller, lann, 1NL7. te dos Verl ie Bitte um >ie seit den Indentum Buche Mofis, i icsem Tage ii schlichtes zugleich aller auf Vor- W ihrauch die ihlte. Tann über dem njurde. Eine Hof dieser ie, ivenn der l ein Hymnus seines Reiches t mmiing den t ollendet und Roch in der und außer- Hnagogc ver- Borträgen denen!empes selbst igstens über erzählender scher Ausics in den mit anlondcrs bei cs und der wenn voin wurde. So Aivoda" in der Höhebildet. War nfachbcit des gesündigt, der Berwlle Schauer das Thema gefesselt und 'II worden, großartigen wurden, allen Zeiten die Awoda die Reformndckt haben, auf diese Bearbeitung s' Beispiel toffes bietet al Jewijh Nr. 10 hebe < rtes' L bev st das Neilcring der Tore immiing des den Vcrsdruck. Es des Tenkens das Ziel zu uch hier zu- Nachdruck inder gewetteinde den der Gebete Q em an sein Tor. sein Tor, sei es gestattet, eines der charakteristischsten (P'ßach lonu schaar) in der llebcrtr^gung von Else Schubert-Cristaller wiederzngeben: „Oeffne in S das Tor, zur Zeit, da man schließt das Tor, denn es wqndet sich der Tag! Run gegen Abend klopfen wir seufzend an die Tore desKönigs. Seien nicht verschlossen die Tore des Erbarmens, wir suchen das Angesicht desKönigs! Sei cs doch eine Zeit des Wohlgefallens, Ivo aufsteigt unser Flehn znm Palasttor des' Ki nigs er sei unser Freund, kleide uns mild in Freude und Wonne, wie einen, der wieder!ehren darf zum König. Gerichtet fei das Gebot,ihm entgegen, der erhört, zum Tor des Königs, von Abend zn Abend wichen wir nicht voiy Tor, erhebend die Herrlichkeit des Königs: er suche Entschuldiguiia denen, die kommen ach, nicht zögre der König! Flehen und Liebe im strebet unsrer Lippen sei hingegossen dem König, — besser als tausend ist ein Tag, wahrhaft inj der Schwelle vom Tor zur Ruhe des Königs, ein Tag des Flehens von früh bis spät am Lagertor des Königs. Verzeihend vergibt denen, die kommen an Gott der König, daß nicht untcrgehe d e Sonne zum Tor ihres Sinkens, bis sich erbarmt der König. Tie da sprechen: wir haben gesündigt! sie igögen hören: ich verzeihe!! von den Himmelstormi des Königs. Vor nnserm Rufen, wenn wir öffnen den Mund, . rege sich dein Erbarmen, o König! Tann erhebt Jubelsang, ihr Scharen und Heere! und wir singen Tankldem König. — Wir standen diesen Tag vor dir in Flehn am,Vorhof des Königs, Heil verkünde er uns, daß er uns geneigf, unser Gott der König! er richte auf seinen Tempel, führe ein feilte in den Palast des Königs. Wie Arme stehen wi :, bittend um milde an den Toren des Kcnigs, ivir beugen unsre Gestalt in Gebet und Flebn vor ihm, der höher als jeder König —. in seiner Gerechtigkeit handle er, lasse anischigen unser Gebet zum Ehrentor des Ltimigs. Zur frühen Morgen zeit begonnen, bis Sonne , harren wir auf das Angesicht des Königs, da sich wendet der Tc g, rüsten wir das vierte Gebet vor dem König. Wir fallen nieder in Flehn vor dem Schöpfer der den die Engel preisen, dem König: zur Zeit der Abendsc satten sei unser Gcbct dir süß wie Geruch des Abeidopfers, o König. Tie .Helden Gottes, her Buße liebt, schreiten klagend entgegen dem König ‘ entgegen in heißem Flehn, im. letzten Viertel des Tags > zum Tor,.- ein Belenntnis zum König. Ter Tag wendet sich - - die Sonne sinkt und wendet sici — . wir komchen an dein Tor. Ach Gott, vergib doch! verzeih doch! entschulde doch! Hab Mitleid doch', enbarme dich dock! verlöhne doch! tritt nieder Sünde und Lchuld. — Diese Tichtung gensährt einen tiefen Einblick in die religiöse Gedankenwelt des Judentums. Als ein hilflos Bittender steht der Mensch vor den Toren des gewälti zen Weltenkönigs — und doch voller Zuversicht. von ihm mfgenommen zu werden. Gott hingegeüen, hat er den Tag verbracht, am Ausgang bietet er gewissermaßen sein Leben dar. und einen Hauch der Ewigkeit verspürend, kehrt er zu se mem Werk zurück. (Gemeindeblatt der jüdischen Gemeinde, Berlin.) e Herde Gabe zum Sinken der reele.

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