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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-10-01 · 10 (10.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
10 (10.1929)
Date
1929-10-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 10 Gemeindeblatt der Israelitischen Religion-Gemeinde Dresden Ltamm von Gebeten nmrankt. Tie größten Dichter des Indentnms habe» genvtteifert, den Gottesdienst dieser Tage auszngestalten. Gottes Herrlichkeit nnd Erhabenheit wird in der reichsten Mai»,Mattigkeit der Bilder geschildert, seine Allmadst »nd Wunderkraft an der Hülle der Beispiele dargetan, die Natur und (beschichte bieten. Trainatisch belebt sind die (besänge, in denen bald die himmlischen, bald die irdischen Dd>ire», bald beide im Wechselgesang den »hil,ii, (Lottes künden, in denen der liiiiiinltfcfic (lönig de», irdischen, der Ewige dein sterbliche», der Bollkoinniciie de», Hinfälligen gegenübcrgcstellt wird. Wenn a»ch die Dichter sich oft der Ansdrucksiveise nnd der (tnnslmittel ihrer Zeit bedienen, so ist doch der religiöse Dchwnng ihrer nieder überzeitlich, von einiger.(traft. Die besingen gerade jene Beziehung zwischen Gott „nd Mensch, die Rudolf Dtto als die l^rnndform des Religiösen erkannt nnd als das Nnininosc bezeichnet bat. Zur Verdeiitlichnng des Begriffes hat er den Hymnus ans dem Gebetbuch für das Nonjahrsfest angeführt, der ans dey, Refrain „Melech Eljon" gedichtet ist. Do sei er auch hier in seiner dein Original nachstrebende» Uebertragiing anszngsiveife wiedecgcgebcn: „Dir, o (tönig, ivollen wir huldigen! Höchster (rönig Dtark und erhaben. Wall ist Er nnd Graben, Tun ist Dein Dagcn, / Hoch und erhebend. Throne vergebend. Allem obschwebend herrschet in Zeit nnd in Ewigkeit. Höchster.(tönig Machttaten erweiset Er, Geschlechter ruft Er her, Diegel entsiegelt Er, Kanter iin Wort ziinial. (rennet der Dterne Zahl, Bahnen nnd (treise all herrschet in Zeit und in Eivigkeit. Höchster (rönig- Gepriesen von allem. Mächtig zu chleni, Ter Gnädige, allem, , Gibt Dpeise allen,,. - Berborgen vor allein. Doch wackx'nd über allem berrsäwt in Zeit und in Einigkeit." Höchster (rönig Des Bergessenen nicht vergisst Er. Das Iinvendige ermißt Er, " (tlaren Auges ist Er, Des Herzens Trachten lieft Er.. Ein Gott der Geister. Wahren Wortes Meister herrschet in Zeit nnd in Ewigkeit. Höchster (rönig Heilig »nd säkiiidervoll, Mächtig nnd wundervoll. Misset die Erde ein, Deht ihr den Eckenstein. Däxiffct wie Gross so (Mein * ' Zur Ehre sein , . herrschet in Zeit nnd in Ewigkeit. * Höchster (rönig Merket ans Elend. Zum Hlehn sich hinivendt. Deine Milde verlängt, Deinen Zorn bezwängt, Allen Anfang anfängt. Allen Endes End herrschet in Zeit und in Eivigkeit. Höchster! Ri II ■s> (rönig chtet mit Wahrheit, , i’iiu’ Werke sind Wahrheit, bt Gnade nnd Wahrheit., . Ibst l^nade und Wahrheit, Z» Wandel in Wahrheit, in Diegel die Wahrheit,, srnchet in Zeit »nd Ewigkeit. lRnd. Dito: Das Heilige, prachtvollü Dze Zagen verseht, läßt Gott seine Seite!i •t D. Li', r.) Dder die 3 iditer schildern Gottes Borsehnng nnd sein (Bericht über di? Mcnschenkiicher. .Wie erbabeir ist in seiner naiven Schlichtheit der Gesang „Un'ssanne Tankes". Die ie in, Hinimeli 'da nach dem Muster der irdischen Gerichtshöfe der hinunlischie ziisainmentritt — üiigekündigt^durch den To» eines gewaltigen Dchofar. von dem aber, ivie in E ijas Bision, nur ein sanftes Däufeln gehört wird, dass dennoch die Engel des Hinnnels in Beben nnd Wie der gute Hirt seine Herde mnstert. so Mensäx'nkinder einzeln an sich vorbeiziehen. wendet sich ihne i in Liebe zu n»d bestimmt ilir/^eidiick. Ter Mensch aber ste.)t dein allmächtigen Richter nicht opninüchtig gegeiliiber, seines Geschickes Hä den sind in seine Hand gegeben, „Umkehr, ^Gebel und Wohltnn wenden das »»günstige (beschick" — jöi'iui Wott-femit die Dchwäche des Menschen nnd übt Nachsicht m t ihm. Ergreifend ist in zahlreichen Bildern die Bergäsiglich! eit des Menschen gemalt, nnd mit gewaltiger Wucht gegenübelrgestellt: „Tn aber, bin ein gewaltiger,-ewig lebender (rönig'1, der («önig. dem htinnilisckx'. irdisclk' Ddkiren^ mit dem dreimal Heilig huldigen. Alles in io einfach, so nienschlichüiatüvlich, so kindlich fron»» geschildert nnd ivirkt dabei oder eben! darinn iö packend, ist namentlkch in seiner ((icgenübcfstellnNg von Himmel nnd. Erde, von C'iott nnd Mensch von nnividersteblicher Ucberzeifgnngskraft. Ei» Dratorinin im (i leinen, dem der religiöse Gesang den erforderlictH’n Dchmelz ichd Wechsel der Melodien geliehen bat. Einer der Höhepunkte i'insres Gottesdienstes, ein voller Einklang zwischen dein Wort des. Gebets und . seinen, gesangkschen Ausdruck.; Als haddin", als Tag des (Berichts, bedenket das Neujahrsfest nur den Beginn, der >Beriöh»i»,gstag die Bollendnng. Hom (livpnr ist der Tag der sittliche» Wiedergeburt des Menscix'n, s«iner Annäherung an C'iott, inirch feine eigene littlidk’ (traft erjtrebt, wen» auch durch Gotte-§ (ynade gewährt. „Heil Euch, ^srqel. vor'wem läutert ^lir Euch, und wer in's. der Euch IcintertV '.Virfit Euer Baker im Himmel?" so hat der. große Delire - R. Akiba den Inhalt des Tages zusainiliengefaßt (Rqischna >nm, Endes, so umschreibt ihn auch »nier Gebet, besbnderr das Neila-l^ebet in trefflittH'i, Worten. Es ist etwas Gewaluges inn diese» Tag, der seit mindestens zivei aahrtanseiiden m allen Ländern der Diaspora ebenso stark wie im alten Hainatland die Gemüter aufrüttelt nnd selbst diejenigen zur Besinnung ruft, die wnst gegen die nordernngen des Gewiiisens taub sind. Worin die eigentümliche Anziebnngskliäft des Tages liegt, das sei hier in,di der feinen Beobachtung einer ,>kichtjüdin geidüldert: „Er ist! unter den Tagen des Wahres kbräne, der „ganz anders" ist. Et stebk nidit'nntes den Gesehen der andern Tage, er läuft lischt in ihrem gewvhnten Rhythmus ab. Gewissermaßch, hat „anfgehört Daat nnd Ernte, (tälte nnd Hihe, Dommer itnd Winter, Tag nnd Nadil", ansgehört wie am Tag des Todes! Dtecb.ekleider trägt and, die Gemeinde, nnd das Dündenbelä'nntn s. das gesagt wird, ist zugleich Dtertk'gebet. Zeit nnd Ewigkeit werden anders gegeneinander abgewogen. Zst cs Unis beim einen das fehlen der täglidx'i, Begneinlid,- feit oder beim a idern das neble» der täglid,ei, Dörgen, auf jeden nall ist es ein sehr kräftiges Losgelöst»'erden von der gewohnten Wirkt chkeit. Dogar die eigenen Gedanken iverde» einem fast genoimne», - >ver im. (Gebetbuch mitlies», findet kanni Zeit zu cigenenr Denken, und mir wortlose Bereitsd,ast erfüllt dich Gemüt, ,.a»sgegosse» ivie Wasser". <», diese», „vom eigenen W> sei, los sein" findet das (Gefühl memdilidier Nidstigkc'it,! das« eatnrgefühl der Gebete einen starken Widerhall. Während fii t> das Ick, inmitten seiner Tätigkeit meist red,t wichtig vovkoniint. ist es an diesem'Tag ans das bloße „Dein" beschränkt mid si idet sich vor dem gegenüberslehcnden über-! >" ■ '

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