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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-10-01 · 10 (10.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
10 (10.1929)
Date
1929-10-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seile 2 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Nr. 10 Unsere Mesttagsgebete Be» Pros. I)r. I (riner bei riibrbHöen Religionswissenschafter »nircr Zeit, Rudolf Ctlo in 'Marburg. erzählt, das; ilmi der entictieidende '.'lit'i’oni;ur Abfassung 'eines vielgelesenen Buct>esl „Sas Sxalige" «ll. Auslage des dentiche» Tertes lilÄi, I lieber* ü’Uiniiu'it er'cl'ienen in;ab'Ireid'en Sprache» > durch den!Besuch eines Jom nippiir-l'ioltesdiensic'» in Marokko gekomuien sei: einen w liefen Eindruck batte das^Erlebnis in der Siinagoge in ibm binlerianen. Aehnlicb berichtet 21 cim* Palliare. der als »atbalit erzogen und;nin ('leisllid'en ausgebildet ivnrde, in 'einer lüngn erschienenen Lebensgeid'icbte I.> rJ-in;iir** j. 'imm das; ein zniälliger Beincl; der 'epbardiictvnl Svua goge in 2»an am (lom >iippur ibn;nin erilen Male lin eine innere Berbindun^ mit der jüdi'cbeii Religion gebraL'l, das; eine 'Wiederholung des Besuches ein Jahr spater diese gesesiigl babe. da» der Siddur ilmi ein Lieblingsbudi wurde und da'; er »chlienlich gan; znm Iudentiim übertra». ^ür das ar beule als Schrittireller mit Begeisterung wirkt. Sie tiefe Ernrifien l>eik. welche bier jüdi'd'e Woltesdiensle im sernen Südweile» Mlslöi'ten. babe» nnire Soldaten viel>«i«b während des l>irieg.'s im Nordonen ver'pürt. der Hand' des Heilige» lag über der 'Gemeinde. Und wenn auch in nii'ern temperierte» llaegioneii i.ch d'e Weiüble der Beter nicht mit jener primitiven lirkra't äusp'rii. io kann dach auch bier «ich niemand dem ,|iii|bt.’r der uniH'n’öbnliclK'n Feierlichkeit entziehe». iu1 nt die 'J2irfinni der 'eit Ialntaineudeii Ererbten Frömmigkeit. die durch den innere» Webalt der ,V>td immer wieder erneuert wird'. 21 in leichtesten ist sie durch di! weihevollen 'Melodien erkennbar, die den ('lotiesdiensk begleiten — aber die 'Melodie in nur Ausdruck der Stimmung, die!ns dem Inhalt der Gebete-und den Wriindgedankeii der beiden Feste bervorauillt. Neujabr und Per'ölmuiigslag nntericlielden sich von den B.-allsäbrlsseneii dadurch^das; iie nicht an iiciittidjt11dH' Erinnerungen. nicht a>, Borgäuge in der Natur m'knüpft. 'andern lediglich dem r e Ei g i o i e n ('s e d a n k e n lgeweibt und der TUrbiiidung des Men'd'en mit ('»oll und der^erantua>,amia des Menschen vor C^'lt was nnire alte» 2einer in dem Bilde ausgedrüdl baMm. das; i'»ott an diese» Tagen über die 'Menictien Gerinn ball. Man bezeichnet dine sie sie als -I'wiji» iuniraii»^. als er» ne. e r b a b e n e IT a g e. Sic übliche lleberi'etz»ng ..snrchtbare Tage" trifft nicht das Rid'ki«le. denn es in nicht ein Wefiibl der ,riircht. das Irr Jude mit dein «'»edanken des (Berichts vi'rbindet: er unterwirft i'icb ibm in dem lenken Bertranen ans ('Zotte-:- ('lnade. aie Beraebnna nicht Skra'e will -- ..Wie ein Bater Liebe zu ''einen >iinder>i niblt. bat der Ewige Mitleid mit denen. Idie ibn nirchien." Es iir nicht das l'lranen vor etwas, wak Angst und Schraden einjagt. es ist vielniebr die Scheu vor aem Uu- .etaiiiiten. dem Ilngewöbnlicben. dem Weteimnisvollen, die Sa'cu vor dem Ebr'nrcblgebietendcn. dem Erhabene», es n'l das. was 'o recht eigentlich die Sphäre de-: Neligiöse» bildet. Nemabr und Ber'öbiitmgslag geboren znsainmt'ii: die Sage vom erneu bis zehnten Tiidnibilden eine zu»»»»»'» i'ängeiide >ietle. die Alleres i'me T'dmivo. die zehn Tage der Umkebr. der Selbstbesinnung: Sie sind als Eiuschni» in den Berlai» des Jahres gedacht und dazu bernsen. den Mensch«.'» ans dem Allläglietvn. dem Irdiidv» »nd Niedrigen 1;» dem Erbabeiien. dem Himmli'd'eli emvorzubeben. Ja, ddr ganze oorbergichende Monat Elul gilt'bereits als Borbcreiwing riir >»e I e>>arirei>e;ide erni're :jeit: man bat in einer gekireicheii '.lusdentnng der einzelnen Biictmabcn des. bebräischein Wortes Elnl das Wort des aus Elott und Israel bezogenen! Hobcnlredes darin wiedergesiinden: „(Uh gebäre meiner lrrauten und aiielii Trauter gebärr mir." Es in für die I jiibifdx" Irommigteit bezeichnend, dar; wabrenö dreier ganzen »eit dem taaäche» B'aln, 27. ange'cl'Iossen -wird, der mit. den Warten ..Ser'Ewige in mein Licht und inein .veil. i!or wem 'oll ich mich sürditen. der Ewige die Heile meines!Lebens, vor wem 'oll ich zagen'r" beginnt, in' denen Mitte dts Wort! »ch rindet: ..Wenn auch Bater und Mutter mich verlaisai baben, der Ewige nimmt mich aus".'und der mit den Wortensschlieszt: ...voise ans den Ewige», ,'ei nark und es i'ei seit dein verz. boininu ans den Ewigenl" >»>>>r K I I» <> fr o ii Wann man im Indeiitili» begonnen bat, di«.» beide» Feste in der uns bekannten Form z t feiern, ist beute nicht mehr zu ergründen aber das Aller ist für ihre religiöse Bedeutung nicht entscheidend. Siärer ist. das; keine »ns bekannte Neligion Feite von gleich erh«ideirem r;ligiöse»i Inhalt geschissen bat, das; kein Bolk ein Neujabr in gleiche Stimmung seierl. Ter Nenjabrstag in ans einem eiafachu kaleudarischn Einschnitt ,11111 Sag des Weltbeginns emporgeboben worden und damit ,u einem Tage, an dem die Mlmacht und Erbabenbeit Cr)ottes, reine wirnlunt über die Welt dem Menschen offenbar wird. Ser eine Clotl. der Schpfeh k er ganzen Welt, ist auchchr Herr über die gesamte Mensclibeit —. und so ist das Neujahrsfest dem blediinken des Universalismus gdweibt, dem (lfedanken der Zinn Sienste Etottes, zur Herstellung des (ftottesrcichs geeinte» Menschheit. •' Smiibol des 2«'eiijabrsseskl s ist der Schofarton, das 'Blasen de-: Widderborns. Schon tvr der Zerstörung des zweiten Tempels wurde der Schfar licht nur im Heiligtum zu Icrulalem. sondern im ganzen jüdischen Laude geblasen, '«hon damals war er kein Inslrumei t des täglich" Elebrauchs, fchoii damals wirkte er gufrüttelnd und erschütternd, ge'vissermaszen als der Heroldsrnf, der dem lfrschinen der göttlicksen Majestät vorangebt und de» Menschei' zum göttlichen (Bericht lädt, als der Ton. der in der Borzeit am Sinai erklnngen ist und der finit „am Ende der Tage" das Neich (Lottes ankünden soll. Und mir dem Schsar verband sich die besondere geschichtlich Eriiiiieruug a» die Spserbeieitichst des Erzvaters Abraham, deren besondere Berdienstlidikeit noch den späten Enkeln im Elericht zugute kommen mutz'e. Und das um so imchr. da, was Abrabam zu tun bereit war; aber auf t>Zottes Weben; »uterlieü, i'ich später tausendfach ereignet: nngczäblte Eltern bähen rreiivillig ibre .minder geopwrt, »,» sie nicht einem andern Wliiibi’n anbeiin zugeben, und haben io den Wedanlen der „Nkeda" im jüdisch» Beim ßtiein tief verankert. Sie den Festen zugrundi liegenden (Gedanken bilden den Inhalt der Webete. Ter .\tmi des jüdischn Webet» freilich lit an allen Tagen des Iahijes der gleiche, aber als Ausdruck des religiösen Empfiiideus inus; das Webet den besonderen Stiminiiiigswerten jedes Festes Worte leihen. Tie Webete für das Neujahrsfest und qeu Bersöhnüngstag zeigen iveitivctl die tiZruiidgedaiikeii beiden^ Feilen gemeinsam sind. Beide kennzeichnen die hänsig wiederholten Bitten um Leben, üse an den Nichter über Tod und die trotz allen Fortschritten der heute das ernsteste Anliegen der l'ten gemeinsam ist auch die Bitte »m Herbeisührung des Wottesrcichs, in dem „alle Menschen einen Bund schlieszen, um d?iuen Willen mit ganzem -Herzen zu vollführen", in dem .alle Bosheit wie Rauch dahiu- 'chvindet" und der gerechte Elott vom Zion herab Über der geeinten Menschheit thront. In schlichten, poetischen Worten ünd die Bitten ansgesprocl en. die dem Preis des heiligen (Lottes eingegliedert Werder. Tas Mnssafgebet des Neujahrsfestes leiht diesen bedeutjame» Ideen besonders feicrlichen Ausdruck, indem es jeder von ihnen eine» Abschnitt.' reiht: Wottes Ztönigtnui über die gesamte Menschheit, das We riebt über alles Lebende uno seine Tssenbärung beim Schofai klang sind der ltzegeustand der Malchnjot. Sichronot »nd Schosarot, jener Einsäialtungen in das Webet, die nur dem N.'ujahrsfest Vorbehalten sind. In Leben gerichtet werden und Natur- und Heilkunde noch Meniäicn bilden. .Beiden F dichterisctier Form bebandeln volle Einleitung führt i» dm (Gegenstand ein (z. B. „Tu gedenkst des (Geschehens der lisebildö von jeher usw."). Sphäre heraus ins Ueben und Predigern aller Zeiten sie ihren Wedanke», eine schiSung- Borzeit und bist eingedenk aller eine Reihe von Bibelstellen aus lwra. Propheten und Psalmen belegt ihn und eine Bitte um Berivirklichnng schließt ihn ab. Ter Ausdruck ist so einfach wie alle echte Poesie, i »er Inhalt dabei so erhaben wie nur in. de» Webete» der ggnz grohen Weinen der Religionsgeschichte^ Ein Fest, das den Menschen so ganz aus der irdischen "eltlickze erhebt, bot den Dichtern die reichste Anregung. Sie fand ihren Niederschlag in der re i^iösen Tichtung, welche den alten

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