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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-09-01 · 9 (9.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
9 (9.1929)
Date
1929-09-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Leite 8 (Remeinheblatt der Js aelititchen ReligionSqemeinde D reSden Nr. 9 .,„,or öi>: Hand im 2ptcX, denn man lagt, er soll ein schöner Mensch sei». solche vornehme schadckionim wie »Am>r und Gras .Öolf pflegen nich! gern eine»-vergeblichen »Antrag zu tun. Fch wünsche, Sas; cs zu ihrem Wlücf sein möge." Jludi Aroma war über Sie Ausführung ihrer Fi^zeiidsreuUdin empört. Ju den öem Briese Mendelssohns Hinzuges ügten feilen Fromets heißt .Mein Mann', cr soll leben, hol mir nichrcübriggelanen zn schreiben. »?»/>r denken über Fri:bchens llmiianöe sehr gleich. Fn meinen Äugen sühn sie ich wie eine Änrrin aus. Man sollte es sich nicht vorstelle», das; ei» gul Gcmül so kann verdorben werden." Lckon wenige "»obre nach seiner Verchelickinm; starb sein Schwiegervater. Tie »Witwe blieb mit zikici söhnen ind drei uno-rforgten Töchter»' völlig mittellos zurück,-so das; Mendelssohn für die Müller und Schwester seiner von ihm n, lig geliebten <'>atrtii zu sorgen batte, für einen Mann, der, wie er, ein bescheidenes »Auskommen balle, wahrlich keine leichle »A isgabc. Ter eine seiner sckwäger, Foiepb, auch. Joseph Kiel senannl, sehr u»:errickiiel, mit Joseph Hallern und andern Mil, rbeilern der Zeitschrift »Ter saminler", mit M. Marburg, Moses »Weßeln und andern besrennSet, war ein »guter Fnnge" und im Geschäft recht :älig; er besuchte regelmäßig die Messe in Franksui I a. C. und reiile Känsig nach Tanzig und Memel, wb er s ir Rechnung Mendelssohns ein (Geschäft errichler halle, das aber bald ins stocken geriet und diesem, verhältnismäßig große »Verluste bre ckile. später assoziierte er sich »ist Moses tjiirjtV »»d nahm sen en ständigen -lnsenikali in Kopenhagen. Nathan, sein andrer s hwager, vernrsachre ibin nickn wenig Verdruß." „Fch bitte, meine teure Schwiegermutter bestens von mir zu grüßen", schreib! er im April I7ßl>, „ich bin durchaus nicht zusrieden, das; sie N ilhan wieder ausgenommen. Ter Tange,iichls wird uns noch >iel Verdruß machen, wenn er merkt, das; er im Notfall noch Zi sluchk findet. Fch bitte und beschwöre sie, zu vergessen, das; sie Mutter ist, »nd ,Kn von sich zu sagendes ijt doch keine Bessci nng zn verninien, so lange er 'ick, nickn einige Fabre gut aussükrct und sich >0 weil enlsernl. als ikn die Füße trage» wollen. Nach den Feiertagen, so t'.ott will, anssührlich darüber, er ist >s nicht wert, an Ckol Ka-Moed seinetwegen zn schreiben'."' Ter junge Mann mußte es wahrlich arg gelrieben und schleckte Wege betrete» haben, wenn der sanftmütige Mendelssohn sich so Han über ikn ausließ. seinen Schwägerinnen war Mendelssohn ein zi »etter Vater. Tie chiene, Brendel. die er wegen ihres Laibes un> ihrer Einsalle sekr sckäple, und der er schon als Bräutigam da- .Kompliment niackue, »das; ikr levter Brief an ikn ausnahmswei e sehr nachlässig geschrieben jei", und nur ..ein oder zwei ti in fälle" enthalie, verbeiralele er mil einem uns sonst uubekai uien Toklor .Hirickiel. Blümchen, die zweiie sckwestcr seiner Frau, lebte mehrere Fabre in seinem Hanse, bis sich eine pa sende Partie sür sie iras. 'wh September 1778 feierte sie ihre eheliche Verbindung. „Ta kein Tokior Hirschel mebr unter Menschenkindern hernmgehi. so hoffe ick mil Gottes Hilfe noch gut angekommen;» sein", schreib! Mendelssohn den II. September >7 4 an Foseph Mauer, Kaum war ein Fahr verflossen, so wurde ihm sür die jüngste Schwägerin eine Partie angelragen. Tas n ar ihm aber doch zn viel. »Allerdings wäre das eine Partie, > ie ick längst gewünscht und »ui Vergnügen ei »gehen würde", heiß! es in einem Briefe vom August 1774, „tntr koinmi es mir zn g schwind aus- .'inander, und würde ich gegen meine Ara» und Kiitter ungerecht handeln, wenn ich solche summen Kintereinandeni eg ausgeben wollle; es ist nach Proportion meines Vermögens > iel zu viel." Auch diese jüngste Schwägerin, deren Name uns »üln angegeben iir. blieb mehrere Fabre in seinem Hause, bis sie sic, im C kl ob er 1777» ,n Mid verheiratete. „Von Miel haben wir h er gar keine Nachricht, ob der Bräutigam angekomiuen oder n ckl", schreibt Mendelssohn den Al. Oktober l777> an Joseph Miner: »Wenn sie etwas wissen, belieben sie es uns mitzurcilen." Ter Bräutigam war richtig angekommen; am I. November fard die Hochzeit statt. lind nun die teure Schwiegermutter! Tie „liebe Madame", wie Mendelssohn sie als Bräutigam auznredeu p! legte, scheint eine zänkische Frau gewesen zu sein, die sich selbst mir ihren Verwandten nicht gut vertrage» konnte. Zwischen ihr und Foseph Mauer kam cs häufig zu Zwistigkeiten, mit denen si: dann Mendelssohn behelligte und ihm dadurch nicht geringen Verdruß bereitete. Man lese nur folgenden Brief, den er wenige Tage, nachdem er des schwärmerischen Lavaiers Aufforderung, das Christemu in .anzn nehmen oder zu widerlege», znrückg wiesen Hane, den 20. September 17(ü) an Joseph Mayer geschrieb n hat: »Tie Antwort auf Fhr liebes schreiben habe iii) von einem Tage auf den andern verschoben, sie können sich aber, lieber Freund, leichrlich ^orstellc», daß in dieser Zeit mir d.»r Kopf nicht, sonderlich aufgeräumt gewesen. hoffe, daß uuiimel>r der sturm' sich gelegt haben wird. » Wenn Mendelssohn an Chol Ha-Moed schrieb, hielt er sich streng an die rabbinische Vorschrift iDracfj Chajim >45, tz 5). »Wie meine liebe schwieger nutter meldet, so sind die/Zwistigkeiten zwischen Ihnen und ikr noch nicht beigelegt. Wenn ich einerseits etwas dazu beitrag« n könnte, so sollte es mit vielem »Vergnügen geschehen, indem idi nicht wenig Verdruß davon habe, daß solche treue Freunde in <n,-;— Schwiegermutter scheint selbst sie eine Geldforderung an dies solches in der Güte beizulege». werden hoffentlich auch lieber wollen." Tie Schwiegermutter bezog Uneinigkeit leben sollen. Meine »Verdruß davon zu haben. Habe» :lbe, so wollte ich wohl übernehme», »Prozessieren kostet Geld, und sie etwas nachgebc» als durchfcchten von ihm eine regelmäßige jährliche Unterstüvung von zwanzig Louisdors, auch sonst ließ er so gab cr Foseph Mayer im Mai dem Gewöhnlichen den »Betrag von Einige Monate später ersuchte er cs an Geschenken nicht fehlen. 1774 de» Auftrag, ihr »außer fünf Louisdors zu bezahlen". ihn, „der lieben Schwiegermutter Tasjenige, was er ihr seinetwegen wöchentlich gibt, in Zukl »st vierteljährlich zu reichen, nämlich alle Zeit guf zwölf Monate voraus. Tadurch ersparen sie viele Mühe, uiid ihr geschieht belieben mich nun zu erinnern sollte, Fhnen gehörig zu reinilt die recht oft auf Monate ihre schrieb er :>!. Fospe 7 ihm: soll »Was soll ich Fhre auch damit eine Gefälligkeit, sie wenn ich zufälligerweise vergessen eren." Tic liebe Schwiegermutter, blinder in »Berlin besuchte, stellte größere Ansprüche an Mendel« sohn und bediente sich dazu ihres »Verwandten Foseph Mayer als Mittelsperson. Fm »April 1770 ich Fhnen antworten, mein lieber Förderung durchäus billigen? sie wissen, daß ich Frau und Militär habe und das Mcinigc nicht in lauter »Vergnügen anschaffe, sondern mir sauer werden lasse. Allein ich bin der Man» nicht, der Fhnen so dreist widersprechen kann. Finden, sic es billig, s, bin ich es zufrieden. Fch freue mich iudesseij» das; meine Schwiegermutter sich entschlossen hat, diesen Summet, so Gott will, j u uns zu kommen." Mehr als alles liebte Menlelssohn seine Frau, das gehl äuch " ammlung hervor, sooft er schreibt, fügt er ein liebes »Wort oder 'eine neckische »Bemerkung über seine Frau hinzu. Zuweilen scherzt £r auch über ihre „natürliche Faul» ir meine liebe Frau, welche heute ihre natürliche Faulheit überwinden und gleichfalls schreiben will." Fromet stellte allerdings in »Al rede, daß sie "von Ncktur faul sei. hweige», und was hilft es auch?" beißt es in ihrer Anschrift. „Tie Männer haben doch Recht, und wenn ich taujvndmal meinen lieben Mann zum Lügner machen wollte, so glauvt's mir Meiner, t hat das Recht zu sehr aus seiner seile, aber auch nur bei »Mäuiu rn. Tic »Weiber geben mir Recht." Fromet Gugenhciin war die liebevollste Gattin und zärtlichste Mutter Fahre er; sie überlebte ihren »erühmten Watten sechs» ndzwänzig e. Fm Alter war sic nach der »Versicherung des fei. »Alerander ihres Enkels, sort Mendelssohn, keifend". . Znm Schluß noch ein »W Mayer, mit dem Moses Menl teils geschäftliche, teils freund Er besorgte für ihn und für Kommissionen und betrieb n Mendelssohn sich für seinen legen mußte, so glaubte man, Vermittlungen. Einmal kam ei der von dem »Berliner Rabbin vorteilhaft für Foseph Mayer. Talec in Louisd'or für sie ve 1774, „Rechtmäßig hätten FH bührt, allein R. Foseph Üiintöl Königsberg mehr genommen, ns aus. Fndessen haben sie sich Taler Rechnung gemacht." . Mendelssohn schätzte den ichaftcn geschmückten R. Fospc die Zeilen, die cr am »Vorabcn richtete: »... Ter Allgütige Fhren Kräften. »Wie ich aus Fhr Gesicht noch Fhre Handges teste sich "verändert. »Wie »We haben dieses Glück von Gott! Unterhalt werden, dies wäre fr«,, ich könnte vieles dazu beitrag,, eine kleine Assignalion an Herrn die sie die kommenden Fest tu belieben." seine Frau konnte nicht >»: mit Kuchenbackcn". 4 Einmal schreibt er:_ nochmals gegrüßt, welche, je , fauler sie zum schreiben wird/» wenig liebenswürdig, „beständig über den oft genannte» Foseph clssvhn bis zu seinem Tode eine ifhastliche Korrespondenz unterhielt, cindre gegen »Provision verschiedene ic benbei Heiratsvermittlungen. Tai Freund mehrere Male ins Mittel' er selbst befasse sich mit HciralSie solche Affäre zu einem »Prozeß, int entschieden wurde, aber nicht Fch habe aber dennoch zwanzig langt", schreibt cr ihm im August teil wohl sieben Taler mehG gel und R. Moses Ries habcp in s ihnen gebührte, und lachen uns auf nicht mehr als auf zwanzig biederen, mit vielen guten Eigenaußerordentlich. Man lese nur >d des Hüttenfestes 1782 an ihn erhalte sic noch lange Fahre bei Fhrem schreiben ersehe, hat weder »hicklichkeit im schreiben das Minitige, die Tonnen Goldes besitzen. Etwas leichter sollte Fhnen Fhr chlich zu wünschen, „nd wollte Gott! >. Am Fuße dieses befindet sich Ascher Gelting aus 20 Mark Bco.. ge mit »Vergnügen zu verzehren itsckreiben, „sic war sehr beschäftigt ei.»ii sie von meiner lieben Frau näher cs zum Kindbett geht, je

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