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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-09-01 · 9 (9.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
9 (9.1929)
Date
1929-09-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Leite 2 mm Nr. 9 Gemeindeblatt der Jsra -litischen Religionsgemeinde Dresden G<bun»hou» SJRofrt Menbekssohns i'.ihvo ü iir fortan cmidiieben. Äu uiisägticker Müh lernte er Vitt ei midi, um Me philosophischen Schriften (eieeroc lesen ZU fw.ueu. ,'riiher noett als liicero aber las er eine lateimfebe "’ riei.uutit von '-.'oderberühmtem Buch über das menschliche ^rtennnufoermoiieu. '\ei>co Wort, erzählt Diicolai iBand 5 2. 3«»., :>;ket nicht vernand, und dies waren die me sten, schlug > r im Verifon nadi, bis ein paar Perioden da waren;; ann durch- .Mdue et den 'vitbalt. 2dioit begann er unter der Anleitung eines iübiidien 2iui»enteu Aron Wutttperj Englisch und Fran- '.chtsdi in lernen: nnS Meier, ein in feiltet Art >ebeutenber Meusdi. öer mit Den ersten l'ielehrten Berlins in ngstem Verkehr stand, führte Moses bald in die gesamte neu re philosormf.be Literatur ein. Mendelssotm war jetu sorgenfreier geworden. Jnt Jahre 1750 batte Um ein reidiet jndisdier Seibenwarenfabrifan Bernhard als ,'bauvlebret in sein Haus genommen; es-ist ders, Ibc ff re und und t'tonner, der ihn einige Jahre nadtber, 1754, zu fi ittem Buchbalter und Morreipoubenteu, und dessen Witwe ihr 1708 znm Teilhaber des Geschäfts madtte. Während seines banslehrerlebe ns hatte Mendelssohn Muße genug, sich ganz nnl gar seinen philoiophifchen Studien zu widmen. Lein vorneht tster Leiter rlteb nadi wie vor Lode. Dazu trat aber bald , ihaftesbury und übte den nacbbaltigsten Einflug. Joseph Men elssohn be« riditet. zwar in der Lebensbeschreibung seines Vaters, die der Gesamtausgabe von Meiidelssohns Schriften voran -geschickt ist -Band l_2. 1-ii, dag erst im' Jahre 1755 Mendessohn durch Lessing Shaftesbnrn kennengelernt habe, und dag unmittelbar ans dieser ersten Anregung Shastesburys und i> t Wetteifer mit ihm die erste -christ Mendelssohns, die „PH l o s o p h t. f di e lt G c i p r ä di e", entstanden seien; aber in tiefem Umfange in diese Erzählung sicher ein Irrtum. Schon diese „Philosot'hiscben Gespräche" selbst (Band 1 3. 211) die bereits in die ersten Monate des Jahres 1755 fallen, nein en 3haftesburti den Lieblingsschriftsteller des Verfassers; und de „Briefe über die Empfindungen", die rasch auf sie folgten, ruhen nicht bloß in ihrer äußeren Form und Eink eidnng, sondern in ihrer gesamten Richtung -und Tenkweise, i t ihrer Lust Errungenschaft weniger Wochen und Monate sein kan». Wie 3haftesb»rv wurden auch die anderen englischen Moralisten, namentlich Hntcheson, obgleich Mendelssohn über essen Seichtigkeit später oft herbe Wor^ hat, in das Bereich se ner Studien gezogen. Und mit dem Studium der englischer Philosophie stand das Studium Wolffs taturgemäß in engster Verbindung. Haue ihn schon jenes Buch Reinbecks folgerichtig auf Wolfs zn» rückgenstesen, so war ja übetdies seit Jahrzehnten die Vereinignng und gegenseitige Durchdringung Wolffs und Lockes und der englischen Freidenker diq Grundrichtung und das Ziel aller deutschen Aufklärungsbejtrebiungen gewesen. Wolfs führte sodann zu Leibniz; Leibniz ,n Spinoza, dessen eigenster Sinn Mendelssohn freilich für innrer verschlossen blieb. Beachtenswert aber ist, daß Mendels ohn von Anfang an für die franzosischen Philosophen wenig Gunst »nd Aufmerksamkeit hatte; offenbar widerstrebte deren -pottsüchtige Art seiner ernsten Bedächtigkeit. Einzig die glühende Empfindung und' Beredsamkeit Ronsseaus gewann sein Hefz und begeisterte ihn einige Zeit nachher sogar zu einer teilweisen tlebersetzung. Es waren Jahre des arb iitvollste» Ringens. Aber Mendelssohn war Selbstdenker gen» s, aus diesen Bildungswirren einen festen Standpunkt davonzi tragen. Wir können annehmen, dag bereits im Jahre 1751 die philosophische Grundrichtung Mendelssohns zu ihrem Abschluß gekommen war. Mehr nod> als all« anderen bisherigen deutschen Anfklärnngsphilosophen hatte Mendelssohn die en gischen Anregungen in sich anfgenominen; aber in allem Wesentlichsten war er doch der Leibniz-Wolffschen Schule trcngeblieben." .Hcttiicr legt dann dar,, wie Mendelssohn durch Lessing zuin LchriststeUcr wurde. Er behandelt eingehend seine philosophischen Werke, tesonders sein großes Werk: ,.P h ä d o n oder die U » st e r b l i ch k e i t der L e e l e“ ferner die „M o r g c n st u über das Dasein Go n d e n oder Vorlesungen ttes" und die herrliche Lchrift namentlich die „Betracht und die Berbindun u n d Wissenschafte n über d ste Evidenz in schäften". Für letztere „I c r u s a l e in", sowie s< ine ästhetischen Abhandlungen, un gen über die Quellen gen der s ch ö n e n in ii n st e und die „A b h a n d l u n g metaphysischen Wissen- Lchrift, die Mendelssohn infolge eines. Preisausschreibens dei' Berliner Akademie verfaßte, bekam er von dieser im Jahre 17(>3 den ersten Preis zuerkannt, während sein Mitbewerber, .ltant, für seine, nach -Hettners Empfinden allerdings tiefe:e Abhandlung nur den zweiten Preis erhielt. Auch Mendelssohns deutsche Uebersetzung der fünf Bücher Mosis und der Psalmen wird eingehend behandelt und der bedeutende Einfluß dieses Werkes auf das deutsche Empfinden der dsamaligen jüdischen Bevölkerung ®rturt«ftu(x Mose« Mendelssohn« dargelegt. Ebenso geht Hettner an dem berühmten Briefwechiel zwischen Mendelssohn und Lavater, der jenen zliin Chri,tentnm bekehren wollte, nicht vorüber. Hettner beendet seinen Abschnitt über Mendelssohn mit folgender Betrachtung: *1* geichichtlich« Unrecht, daß unter den Gestalten der dichter und Zenker, sie das Piedestal des Friedrichsdenk- ^"lin zieren, di: .Gestalt Mendelssohns fehlt. Wie -nagllch jini) wir wieder abficfaücu von jener unbefangenen Anerfennuufl des rem Mensch ichen, für die Mendelssohn einer der begeistertsten Propheten urb Apostel gewesen! 4 rpürbiflftc Xcnfntal hat ihm sein Freund Lessing ge- ">ne. klare. ,» lde Sin» Mendelssohns ist das Urbild Nathans des Weifen." '

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