Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 8 (8.1929)
- Date
- 1929-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 Kemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Rr. 8 Sii i anez Wollte.} haben lange Zeit als Werke Ealderonc und lind in Madrid mit gronein Beifall gefpiel Als Lyriker hat sich Enrianez (rlomez an Petrarcu Provemuler Ton geschult, der Epiker entging der 11 heit nicht: der Moralphiloioph sagte klnge Tinge, inatiker schrieb zweinndzwanzig Stücke, darunter ei Abigail" und den ..Thron Salomos Tein Love-de-Bega->rreis hatte I sa a k E a r d gehört, nicht nnbedentend als Poet und philosophische: steiler, dazu ein energischer Apologet des Judentums B e l t r a n ,H i d a l g o kultivierte die beliebte Jv ('ilü'ii'. tvc a n alle be n Israel betätigte sich Gattungen, in. enzyklopädinischer Literat und Pnbl macht spanische Bene, cnrwirst Aristophanisches. Enrivides und Birgil. bald Midrasch und Sohar Magnus, Tuns Scotns und (Ribirol, Paul von Bnr> Iizchak L n r i a. Reinbrandt hat Manane bei ..Eiven Iekara" i.,Piedx»t glorioia"» mit Radier» schmückt. Tem Führer und Tiplomaten Manane als Märcheninsel und reale Wirklichkeit England. T a n i e l Lcvi de los B a r r i o s in der trac Tyv eines zerrinnenden Universaltalents. Unstet nn geht er ans einem Land ins andere, formt kabbalisji dichte, dann Sonette und Romanzen um Judith i »ernes. Bnlkan nitd Benns. barock-bombastische, Ly> liche und weltliche Theaterstücke, schreibt obendrein!i »nd kenntnisreiche Literaturgeschichte. Tan,jel L o p c i L a g u n a . den das Schicksal nach Jamaika meisterte in gesühlsreichen und reizvollen Berten, Bialter ..Eipejo iiel de vidas". sein eigenes Leben, annitioii .Werfer, Bersolgnng bis mir die Reige har. Uriel R c o n a stammte ans einer streng lebe,iden Maraiineiisamilie. trat in jungen Iäht> Indentniii über.'wurde aber auch da bald ernüchter grundlegende Schritt heiszt „Prüsnng der pharisäisch ditionen, verglichen mit der Thora". Sie erschien gieiiicher Sprache. Als ein Tenknkal seines in Le gegolten ts-worden. und dem clberladeni)er Träte „kluge ai Als ein Tenknkal seines in L -sniikenen. durch Bersolgnng zerstörten Lebens, hinHe eine lateinisch geschriebene Autobiographie: Innnanäc vilac". Acosla war eine schmerzlich elegiscl! mit zcrtvimmerteii Idealen und niiersüllten Trän die Amilc^damer Snnagoge hat sich gegen ihn r ivlitterrichterlich nnd taü wie eine Ecclesia mi noinmen. o t o an Schrut- T i e g o >rm der in allen zist. Er rt bald Alberins os neben Israels igen ge lenchlete ikomiichc > ilüchtig ische E?e- -Holoik. gein ienioiren I s r a e l 'erschlug, n -rineai, dcIS In sgekosiet i id katholisch cn znm Seine en -tnv n i’ortii* den perrlii'i; er Exemplar c Ratnr, ncn, und r ahrhastig I lans bc- Ersl recht niigünstig schneidet die Synagoge^ in ihrem fanatischen Perhalten gegen den kühnen Wäger Spinoza ab. In der sephardischen Tenkerschar reiht Spinoza sich überragend Gabirol, Abraham ihn Esra, Mainwnides, Ehasdai Ercscas an. Er zieht ans der hohen Tcnkkrail inittclalterlichcr Philosophen die letzten Folgerungen. ,An.h ans der magischen Lust' des En-Sos-Begriffcs und dem Sod .Hazimznin, der Selbstbeschräntnng (Lottes. Spinoza denti oft hebräisch nnd schreibt Latein. Tie Stellung des Indcn tnnis zn diesem (sjenie, das ans seine Art die Welt erlöste, bleibt zwiespältig. Iedenialls ist Spinoza die letzte schleier lose .stonseanenz. Uebersteigernng nnd Sclbstanfhebniig sephardischer Beivnszthcit und sephardischer Mystik. T a v i d R e t o, Rabbiner der Londoner portugiesischen (rsemeinde, schrieb ein philoiophisclies Werk ..Mate Tan", worin er .wopernikns und Eartesins bekämpste, aber heimlich der Lehre Spinozas huldigte. Ter .Hambnrger „Eanioens" hier; Joseph Franc es. Benjamin M n s a f i a i» .Hambnrg wirkte als Philosoph, Polyhistor, Linguist: Moie, (Gideon Ab n di ente war (Grammatiker und Poel, Purim nnd Pessach feierten die .Hamhnrger ..Portngieien" mit südländischer Fröhlichkeit: auch Schwänke ivurden in der Sprache der Exilierten ansgesührt. Ioie p h P e n s o de l a B e g a in Amsterdam dichtete eine hebräische .Womödie, zeitlich vielleicht die erste überhaupt: „Anire .Hatikwa". in cinein eigentünilicheii, ^raniatischen Metrum. Spanisch dichtete er obendrein Novellen. Romanzen, nnd alles - mit zierlichem Talent. E l ieie r Uriel E a r d o s o in Amsterdam hingegen bediente sich in» die Mitte des acht,zehnten Jahrhunderts siir seine .Womödien des holländischen. Und auch in den anderen Wohnländern gingen die Sephardim zumeist zur literarischen Bcnntznng der Landessprachen über. In Portugal aber verbrannte man noch 17 lä den grös-.len jüdischen Tramatiker, den Märannen A iitouio I o i e d,i Silva (i. meine Enays im „Jüdischen Lerikon", ferner in den Frankfurter „Blättern der Städtischen Bühnen" nnd im .Hamburger „Freihasen"». Testen Trainen. .Womödien nnd Lyrik sind von bleibendem Bestand. Ter .Wönig selbst wohnte der Berbrennnng bei nnd versnchtc vergeblich, den vom Watholizismns abgcsallcnen, zur Religion seines jüdischen (rsroszvators zurückgekehrten Liebling der Musen, den berühmten Ti'chter des „Aeiov" und der „Medea", zn bekehren. Ernst Möbiiss Baumeister Dresden- Viktoriastrafie 20, Fernruf 19394 Hoch». 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