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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-08-01 · 8 (8.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
8 (8.1929)
Date
1929-08-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Nr. 8_Gemeindeblatt der Israelitisch Eine reiche Nachblüte der sephardischen Dichtung itiib Wahrheit nab cs in der Türkei und in Palästina. Das Mäzenatentum des Ton Joseph Nassi, Herzogs von Naros, förderte jüdische Literaten lionstantinopels, Adrianop'ls. Moralphilosophie, (Gedichte, Oden, Epigramme entstanden. Als Parällelerscheinunn zur jüdisch-deutschen Literatur, aber lanne nicht so ergiebig, entwickelte sich daneben in Ländern türkischer Herrschaft auch in Bulnarien. Serbien, Süduitnarii eine volkstümliche Ladino-Literat»r. Tie stärkste literarische Begabung Palästinas ist um jene;icit Israel A* anarn. Er pflegt alle (Aittnnge» mittelalterlicher Poesie, religiöse, rätselhast hernmschiveisende und iveltliche Stoffe in seinen „Semirot Iisrael". Er entivickelt in seinen Tichtnnnen eine besondere Technik durch knndine Ziigriiüdelegung von irische», weltliche» Melodien und Um klcidnnn mit vollschwingendcr Maubensinbrnnst und dem sremdartinen, adelig gezähmten aramäischen Idiom. Tic Spaniolen brachten die sephardische Ikabbala nach Italien und in den Orient. Aus der Epoche der „falschen Messiassc" existieren die verzückten Visionen, funkelnd, fliuimcrnd, des übersensitivcn Marannensprötzlings Salo'mor Molcho. In Safed, in Clalilüa, blüht ein übcrsonntei Strahlcnkreis ans. Joses 1t a r o . von den Wipfeln rab binischer Weisheit zu sehnsuchtskranken und himmelan in beluden Ekstasen sortncriisen, der Antor des „Schnlchan Arnch' lägt sich hier nieder. Salomo» A l k a b e z, der Dichter von „Lechä Dodi", ist Mystiker und hält das reine, herrlich» Panier hoch. Mose Eordovcro schöpft ans grundloser Tiefen, verbreitet und kommandiert in seinen Bücher» di> Lehren der spanischen Itabbala.- Josef I a b a z schreibt da-: panze Unnlück der Berfolnunn und Eriliernng den Juden zu die Philosophie trieben. Jakob und L e v i i b n Eh a b i b Jakob Bera b, I e h n d a E h a j a t, M e i r <A a bv .1 i Mose A lm 0 sni n 0, S a l 0 in 0 n und Joses T a i t .1 zac sind-Talmndisten, Itabbalistcn, Menschenrichtcr von Ruf Rabbi I i z ch a k L n r i a, der groszc Itabbalist, dessen ivclten weite Seele eine halbe Unendlichkeit »mfayte, führte zwai den Beinamen Aschkenasi, war aber nach spräche und lluttni ein Sepharde. :n ReligionSgemeinde Dresden Seite 9 Marannenenkel, Leilrarzt der russischen Itaiseri» Elisabeth Petrowna, und schrieb ein Buch über die Syphilis. T a v i d I r a n c 0 - M e n d ez ist "ein Poet und Hebraist des Jahrhunderts der Anfklärnng, ein knltnpsychologisch interessant«»^ Eklektiker. Rach Racine versagte er ein Drama „Weiiml Ataljahn", nach Metastasio eine „Jebndit". Itnriose Elelchrtendichtnng in der Art des „Meassef" trieben noch z>r Amsterdam B c n j a 1» i n a s. M o l d a r. M e'l d 0 l a. c' In Frankreich ‘ verteidigte I s a a k P i n t 0 das Judentnm gegen Angriffe Boltaires. Joseph Salvador propagierte religionsphilosophisch die Sendung Israels. Unter französischen Dichtern und Literaten der neueren Zeit gibt es so manchen sephardischer Abstammnng. (Genannt sei der Schriststelll-r und Theatermann Eatnlle M e n d e s. In England schrieb der ans Italien eingewanderte Spaniole Isaak d'Israeli seine „Eurioüties os literatnre" und ein merkivürdiges Buch über de» (Lenins des Jndcntiims. sein soll», Benjamin d'Israeli, Lord Beaconsfield: war einer von Europas bedeutendsten und suggestivsten Staatsmännern im neunzehnten Jahrhundert. Bt'aconsfield ist der jüdische, der sephardische Aristokrat in einer neuen Aera. Hundert bunte Anekdoten bezeugen es. In „David Alroy" bat er als junger Romanzier das messianisch - zionistische Problem" und die Unersättlichkeit seiner eigenen ehrgeizigen Pläne, romantisch behandelt. Das Indentnin als Schicksalskampf und differenziertes Problem besckiäftigt ihn fortgesetzt in seinen Romanen „Eoiiingsby", „Tancred", „(George -Bentuik". Weitaus iinbedentender ist die anglosepbardisclx' Literatin Olrace Aguilar. Letzter Abglanz. Melodie der sepbardischcn Morbidezza spiegelt sich in des Richtjnden Edgar Allan Poe ^Untergang des Hanfes Ufber". Ans einer feit Jahrhunderten getansten sephardische» Iamilie slamnite der „russische Byron" M icharl L e r m 0 n t 0 s s. Die Lei montoffs - (ursprünglich Lcrma) waren iiber Schottland nach Pole» und Rntzland gekomüien. Der geniale Dichter ehrte -seine Alme» i» einem jugendlichen Iiignisitionsdrama „Tie Spanier". (Iraiikflirtcr »^emciiideblalt.> La»ne des Schicksals oder tiefste geschichtliche Verkettung das; der unvergleichlich geniale Pantheist Spinoza, die a» meisten spontanen (Gottsucher von Safcd und der mehr alselfsame, tollkühne Sabbatai Zwi Sepliardim nni nahezu Zeitgenossen sind! Jan da Eosta, ein Hamburger Maranne, kam als Hof narr zu Peter dem (Yrofren. Rodrigo Lopez war Leib arzt der Itönigin Elisabeth von England; A n t 0 n i > R u n e z R e i r a 2 a n ch c z. ein holländisch-portugiesische: Der gute Eindruck eines Menschen wird mitbestimmt den Sitz seines Außensloses. Gehen Brillen - Roettiq ) Prager StreO# 231 ‘ <£>Qnnme K MM" pi mw c wi DIE VORNEHME ZIGARETTE

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