Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 8 (8.1929)
- Date
- 1929-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 81% known words query
- IRI
…/4892693-5739394-5769869--1275-4893887- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 6 Gemeindeblatt der Is raelitischen Religionsgemeinde Dresden Nr. 8 tief beeinflußt. Maiinonides, aristotelisch gef nernenhoch auf de» Psadeiz reiner Erkenntnis, nmrde von Aristoteles eingefangen. Mil der Zeit ein logischer Begriff. die Esuss prima. Roch etwa nnd man stand der Thora blasiert gegenüber. wil ganten Mnemotechnik philo'ophischer Prinzunen > mlt, ltieg Die Thora wurde Gott später - einer ele' und Be gruie. 'JlM nee li* eniub fieb ein schwerer Slmiii'f ziviickien nno Antiniainionislen. Bon den Anl>äng''rn gi i.i. T weiter als der Meister, der ja letztlich von der le'orbiert wnrdls. Einen extremen philosophischen ::,ns betreibt beispielsweise 2 cf) e in t ü b i b ii ,i i Hinwiedernni erblüht die spanische.Kabbala: ge '.'>n!viatonismiis. voni Pantheismus eZabirols, vr jüdischen Z.il'leniny'rik des Buches ^ezi.-a, ans h fHRT «SCHOKOLADE * PRALINEN KA KAO imoiuitcit ii manche Synagoge latiöiiaiis- -a g n e r a. ährt vom n der alte lbverschüti i i >ee leten tanaitischen und essenisckcn Quellen, von per indischen Eintlüisen. Die Kabbalisten von 2epharaH <n des Baradieies Jiir: orthodor iii der Gennnili a ch in a n i d e s : herb und philosophisch wie I b von Phantastik entzündet wie Abraham Ä »nd wie jener noch nnenträtselte Mose de t Avila, her vielleicht den 2i)twr schrieb, ein Genie Wer ein Ronplnsnltra an Geschäftigkeit. 2ie alle Logik und Ratioiialismns. 2ie lebten wie Gott nnd im Weltall. 2ie fühlten die 'ii>ccbfeliiHrfuns Zchöp'er nnd Kreatur. (liebele nnd religiöse Ha iv.aren ihnen nicht Allegorien des Berstandes nnd der Pernnntt. sondern hohe und tiefe eLymbole. '?eivegtheit zeigt sich bei diesen südlichen Mysli wiiierinaszen kämpfen die exegetischen Arbeiten manides nnd der 2ohar bewegt für das Unbewegte rischer als Moie ben 'A'achnian in sein Schüler A drei. Dessen Gegner ist der Maiinoniit I e derii. Mit der Ueberiiedelung Ascher ben Iel Deutschland nach Toledo, denen Lohn Iabob be die 'Grundlagen iür den Schnlchan Arnch schns. tn gelegte iiichfciuintche ,Täden in das sephardischc Mulfi Zur rechten Höhe heben sich die Lehrdichtungen iophischen Romane Ihn Ialagueras und' des A ihn E h a s d a i. Mit e.i n e in geistigen Blick iiic... d a i Erescas Maiinonides und Kabbala zu crie Iorninng des Geiiihls, des seltsamen Gebens i'ens. gedankenvolle (fseislesbildnng, dichterisch ve wissenschaftlich theoretisch ist selbst die Kabbala in bei dein genauen nnd linisassenden, innerlichen, nni schlichten Rachinanides. bei den philosophischen G i k a t i l l a nnd Ihn Latis. bei dein rastlosen, w Abraham Abnlasia. bei dem ^ziim Lichte selbst die lenkenden Mose de Leon. Die Lephardim stützten bala durch verwöhntes Denken und schwelgerische. ' d i fischen nnd träumen g wie der L a t i s n l a s i a e o n ans entweder bekriegten , :iif Erden zwischen ndliingen Iormeln ne starke!ern. E>e» es Rach- Esotei l o in o n ja B e - hiels ans Ascher ten breit* irgewebe. > nd philo- ' r a h a in E h a s» aisen. und Werjklärt oder Spanien: imvnnden Mystikern Widerlichen chritte ihre Kab» gbldgeilocki» tene Dichtung. Es ergaben sich heterodoxc Kommentare, westliche, jüdische Upanishads. Der Weg der Kabbala führt dann, wo man auch immer ihren Ursprung annehinen mag — in Palästina, Aegypten, Indien oder Persien vielleicht da nnd dort ans ihren umgrenzten Bezirken in Spanien ins Ehaotiiche nnd Uferlose. Seltsamerweise ist die jüdische Dichtkunst in Spanien eher gediehen als die eigene Poesie des Wohnlandes. Jene strah-, lenden Klänge der Gabirol-Halevi-Epoche waren bereits verklungen, als die nationalspanische Literatur noch in den aller ersten Ansängen steckte.' Schon in der Poesie der Araber Air dalnsicns schufen zahlreiche Juden. E h a s z a l k u t i. ein altsephardischer Poet, den Gabirol preist, gestaltete eine blühende Rachdichtnng der Bibelpsalmen in dSr Landessprache. Gelegentlich schrieb auch der Alleskönner Abraham ibn Esra arabische Verse; einmal auch der lustige Eharisi — im Rahmen einer besonderen Makänie. Bon Mose ibn Esra stamint eine zierliche arabische Prosadichtnng. Ein gewandter Literal jener Zone, Musa ibn Tnbi, sonnte in Isinaels Idiom ein belehrendes Poem von siebzig Strophen, eine Umschreibung der Maiinnnischen Philosophie. Gewandt und geschätzt Hand habten den nianrischen Bers A b r a h a in A lfachar und die Skrophenkünstlerin C h a s in n n a. A b r a ha in ihn S a h l vermochte seine jüdische Eigenart nicht zn wahrrii und endete in inohaininedanischer. Mäskerade. Uebrigens schrieben ja auch die Lichtninzitterten, Meissken nnd Tiefsten Werke der Wissenschaft und Philosophie arabisch und beherrschten alle Geheimnisse der literarischen Landeskultur. Der jüdischen Assimilation an das Manrentnm folgte die weit gefährlichere an das christliche Spanien. Ein getaufter Jude, Aden Al fange, beliandelte als erster Leben nnd Taten des sieghaften Maurenschrecks, das Eid Eanipeador, dein er als Sekretär gedient hatte. Das Grabmal .König Ferdinands .111. von Kastilien trägt eine dreifache Inschrist: arabisch, kastilisch und hebtäisch. Alfons X., der Weise, von gelehrten Hilden unterrichtet, schuf ln Toledo eine gleichzeitig chrisklich, islamisch und jüdisch orientierte Akademie. Unter den Anspizien dieses Instituts wurden Bücher der Griechen, Araber und Inden in die junge Sprache Kastiliens übersetzt. In dieser Welt kultnrellcr Annäherung, Berschinelzung und Berinischung begannen sich die Sephardim sehr wohl zu fühlen und so peinlich zu assiniilieren, dag bald zahlreiche Per» räter am Glauben der Ahnen anstraten. Zwar gab es immer noch so reinliche Erscheinungen wie Salomo B o n a s -> d, einen Dichter von hoher Begeisterung und hoher Kultur, der sich mit Aninnt und ausgeprägter. Borliebe Gabirol zum Musler nahm. Bonaseds erlesene Bülkskiinst entfaltet sich hebräisch und spanisch. San tob de Carrion, ein Troubadour von Geschnrack, den Spaniern „der Rabbi mit dein gewaltigen Bart", geiszelt in sechshundert Romanzen - „Ratschläge und Unterweisungen für den jtingen König Don Pedro" — die Welt des blendenden Scheins, jüdische und christliche Laster. In einem „Totentanz" läßt er Papst, Kaiser und Rabbiner, als hinfällig und todgeweiht, nach der unendlichen Melodie Hüpfen. Juan A l p H o n f o de B a e n a, ein Täufling, samineltc die frühe spanische Tronbadonrpoesie in einem Almanach und schrieb galante und religiöse Lieder. B a l e n - t i n B a r u ch i u s verfaßte einen lateinischen Roman, dem Voltaire zwei Tramonstoffe verdankt. Mose ckben Zar- '$tZi*nha.u* I I^Htmankt I führend in Seide und Samt für Stro/be und Qe/eHfchaft SEIDENHAUS