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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-08-01 · 8 (8.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
8 (8.1929)
Date
1929-08-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 8 lemeindeblatt der Israelitischen kieligionSgemeinde Dresden ersten Gruppe ist eines als besonders ergreifend hervorznheben: Jirmcja ain Grabe der Erzväter. „Ta begab sich Jirmejahu An das Grab der stammesvätcr. Und er sprach: Wie liegt ihr stille, O ihr teueren Gebeine! Fortgeschleppt sind eure Kinder. Lind dem schwerte preisgegcben. Wo ist das Verdienst der Väter In dein Lande der Verwüstung?" Lie Väter treten daraufhin' vor (Lottes Tbro». erinnern an den Bund, den er mit ihnen geschlossen, und rufen die himmlische Gerechtigkeit zum schütze der Verstoßenen ans. Auch die stammesmütter erheben weinend ihre stimme und flehen händeringend um Erbarmen für die Unterjochten. Bis >ie ans Gottes Mund die Antwort hören: „Kehrt zurück, ihr Makellosen, In de» Frieden, eures Grabes! Euren Wunsch will ich erfüllen. Euch zulieb geh ich nach Babel, Führ euch die verhanntcn Kinder Bald zurück in ihre Heimat." Eine Perle der zweiten; Gruppe ist die rührende Elegie, die ein Ungenannter nach dem bekannten Midrasch auf das tragische (beschick zweier Kinder des Hohenpriesters Rabbi Jsmael gedichtet, eines Knaben und eines Mädchens, die nach dem Falle Jerusalems, auf dem sklavenmartte feilgeboten, von zn'ci Nachbarn envorben wurden. Ta der eine die wunderbare scliönheit seines Sklaven rühmt, der ändere die noch herrlichere seiner Sklavin, beschließen sie, die beiden miteinander zu verheiraten. In dunkler Nacht werden die Geschnüster ins Brautgcmach geführt: I» seiner Ecke schluchzt der Jüngling: „soll ich. ein Enkel Ahrons, einer sklavin mich vermählen?" llnd in der andern Ecke jammert die Jungfrau: „soll ich, Joclzcbeds Tochter, einem Sklaven angehören? Wehe, daß der Himmel solches üher mich verhängt hat." so klagen sic die ggnze Nacht hindurch. Beim ersten Morgenstrahl erkennen sie einander: ,.O mein Bruder!" „C meine Schwester!" Ein schrei, gemischt aus schmerz und Frcudc über das bittersüße Wiedersehen — und in den Armen liegen sich Bruder und Schwester und halten sich zärtlich umschlungen. Unaufhaltsam fließen ihre Tränen, bis ilchc Herzen brechen und ein sanfter Tod sie von aller Qual und allem Erdenleid befreit. Tie Zionsliedcr der dritten Gruppe haben ihre» Namen von dem Worte Zion, mit dein sie alle beginnen. Ihr Vorbil Seite ü ist das herrliclic. oft schon übersetzte und immer »och unerrl ichtc Gedicht des R a b b.i I u d a H alle io i. das mit den Werten anhebt: „Zion, willst du de» Gesangneu 'Nicht ein Lebewohl »och gönnen? Letzter Rest ist's deiner Herde». Ter dir seinen Gruß entbietet. Aus dem Westen, aus dem Osten. Aus dem Norden und dem südcn , Nimm die Grüße aller Zonen. Von den Fernen und den Naben. Nimm von mir auch traute Grüße. Tem Gefangenen der Sehnsucht, Testen Tränen reichlich fließen Wie der Tau auf Hermous Höben, lind der nur de» einen Wunsch bat, ^Taß sie deine Berge netzen" . . . Unter de» Zionsliedern fällt ei» einziges, auf, das »übt mit de> b u > Worte Z i^o n beginnt. R a b b i M e i r a » s R o t h e u r g soll es aus Anlaß der Verbrennung heiliger schritten' verfaßt haben. -Es ist an die Thora gerichtet und beginnt mi dem Verse: „Grüßest du, ein Raub der Flammen. Tcine trauernd Hinterbliebene»? . Tie so gerne in den Höfen Teiucr Halle» weilen möchten lind in Sehnsucht sich verzehren Nach dem staub der alten Heimat, starr in fassungslosem schmerze Ob des Brandes deiner Rollen" . . * r.er Portrag dieser Lieder und Gesänge zieht sich oft bis Mittag hin. Nachmittags besucht man die Friedhöfe, den Re t des Tages widmet man in stiller Zurückgezogenheit der Sei tiire solclzer Schriften, die traurige Ereignisse aus der deuszeit unsres Volkes behandeln. An solchen Episoden unsre Geschichte walrrlich nicht arm. sind doch die meisten r Blätter mit Blut geschrieben. ist ihise Und dieses Blut ist nicht »lnsonst geflossen. Wenn Kultur und Zivilisation, im Laufe der Jahrhunderte trotz allem imistennbare Fortschritte gemacht haben, so gebührt ein Teil Verdienstes sicherlich der Lehre Israels und der Ausdauer, der es für seine Ideale eingetreten ist. Tiefe wäre»' cs aujh, für die eS vor achtzehnhundert Jahren gegen die römische icnnacht in verzweifeltem Ringen seine Freiheit und iclbstbestimmnug verteidigte. Israel unterlag. Aber es er* tc sich das Prophetenwort: An jenem Tage werde ich den Automobil - Reparaturwerkstatt and -Vertrieb Dr. Hans Gerhardt Dresden * A., Wiener Platz 3 (gegenüber dem Hauptbahnhof) Fernruf: 17197 Reparaturen an Wagen aller Systeme SpezialmrerKstatt far Chevrolet* und Citroen*Wagen MEHLS T.BIENERT SGRIESS HAFENMUHLE HOFMUHLE

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