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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-07-01 · 7 (7.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
7 (7.1929)
Date
1929-07-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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ik't. 7 (flcmeinbeMott der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden eile ii späterhin einegoldene Uhr „nt' \ietto, gewöhnliche Toilettengegenstände und duftende Tele. Tann folgten wie am Labbat daranf endlose Uniarinnngen und OsliickwüniltN ihrer freunde soivic Näschereien. Tie Begegnung der junge» teilte fand nur in, Beisein der Mutter, eines Bruders oder der älteren Schwester statt. Während der Brautzeit, die ein bis vier Satire währte, wurde die Aussteuer zuerst ii» Hanse der Braut ausgestellt und hier auch geprüft und abgescl)ätzt,'da»n für die Perwandten in,.Hanse des Bräutigams, dort mit-besang und Tanz. Ter Hochzeitstag wurde am vorhergehenden Labbat vom pregoncro im Hanse der Branteltern und in der Äinagoge angckündigt. Tie Brant trug weisze Zlleidnng, eine» ivciszen Schleier und wurde mit ihren Berivaudten ii» Ptgg<>u abgeholt. Tann brachte» ihr zivei Zeuge» die sivlonot oder Hochzeitsgeschenke (eigentlich: Lasten), und einer sprach: Dieses sendet dir dein Ehemann, bald wird er mit (Lottes Hilfe selbst ersctx'inen Und dir den Ring zu de» kiddusdiin (Traunngsfeierlicttkeiten) bringen. War der Bräutigam zur Stelle, so begann der diadiam damit, das Kapitel von der Brautwerbung der Rebekka zu verlesen. Tau» breitete er einen lalit oder (itebetmantel a» beide» Enden über das junge Paar, das; sie an Stelle der diuppa oder dem Tranhimmel unter genieinsamcr Tecke vereint seien. Man reichte einen Becher Wein für den Rabbi und das Paar, die freundlich abgeiahte und kunstvoll ausgesnbrte kasubba. der Ebeakt, in der der Bräutigam hoch gepriesen nnd die Braut mit allen Porzügen des Hohenliedes geziert uxir, ivard verlesen und von zivei Zeugen nnterschrieben. Tann nahm der junge Mann den goldenen Ring hervor, lies; ihn von Zeugen aus seine Echtbeit prüfen, steckte ihn der Brant an den Finger, ivobei er die übliciie Trausorinel sprach, und der Rabbi trug die sieben Benediktionen der Trannngsseier vor. Tas junge Ehepaar nippte vom Wein, verschüttete den Rest zur Erde und zertrat das (Mrs, um an "die Zerstörung des Tempels zn gemahnen*/ Rach gemeinsamer Wagensahrt wurde das Neuvermählte Paar von Musik und einem Festmahl enipsaugeu. Auf eine darasdtika des Rabbi folgten Trinksprüche, erst en iudeo religiöser Ratnr. dann ä >a franka weltlicizen Inhalts, und Almosen wurden gespendet. Zur Parodie aus eine solclie Hochzeitsseier pflegte man am Pnriin-s^este eine kvtubka der Tochter des Böseivichts Haina»;» verlesen nnd ihre Mitgift herznzähleu, die übermütig genug klangen. Anderseits wurde jedoch an dem E'.leichnis * oii Moitjtantinopd pflegten die Spaniolen späterhin auch über eine Schussel mit sei scheu hiiuvegznspringe», »in dadurch den Segen reicher Perniehrung herbeizuruseu, das; sie dem Aamilieuhause iuir der biemejudc Israel diene. des Propheten oeremia (2. 2) sesigebalte». das; Israel (>k>Ü als sein Ehegemälil ans Eivigkeit augeböre und die <> 1;> (Gebote als feine Mitgift erhalten habe, ein erhabenes Sinnbild der Treue, wie sie im Hohenlied besungen ivird. Am Sabbat nach dem szest erhielt der junge Ebeinäis» in der Snnagoge einen Ehrenplatz zwischen seinem Pater und dem Schwieger vater ans den Stufen zur bima, dem erhöhten Altar, Er ward mit dem »aduit laloca ausgezeichnet, also zur Tora ans gernsen. nnd man las ihm/ans dein 1. Buch Moie> das .Kapitel von der»Erschiss»ng des Weibes nnd dem Ebebnud des erneu Meiiictx'iipaares vor. Tann begrünte er die (Gemeinde: Adonai innuadivm! mit den Worten des Boas (Ruth 2, I>. die beute noch in der Ziirctie üblich ssnd: dominus veluscurni Ter, chasan antivortete ihm: iebrfrcdK:dui adonai! Tzek^ segne der Herr! Tie (Gemeinde ries: diasak ukarudi. sei narl und geieguet! und er spendete zn wohltätigen Zwecken. Tann gab es in, Hanse das novio oder Renverinähltengetränt nnd Raschwerk. Tie ganze Woche hindurch irurden dem junge» Paar Lustbarkeiten geboten und dieses zum Sabbat bei den Branteltern zu Etane geladen. So schlang das schöne Heu. aber auch jedes andre freudige ivie traurige sraniilienereignis.. ein Band zivifchen dem Hamilienhans »ich der (Zenieinde. Auch noch nach'nl,rer Pertreibiing Iw den die 'panischen Hilden nch bis znin heutige» Tag ihre Heimatiprach> beivabrl. in der dem Alttastilijchen das Hebräische so slart beigemi'ch ist, das; man sie als ladmo besonders bezeichnet. >o wie das Rbätoromanische des Engadin. Tie Begrüszungssornielu im Wobu- und ('tottesliaus waren ipaujisch nnd hebräisch gemischt, die Ausdrücke des biblischen und liturgischen Gebens durchweg, aber auch viele Ausdrücke des geistig religiösen und des All tagslebens hebräisch. Sie habe» den Wortschatz des^ Spanischen durch Rennnd Ninbildnuge» ans dem Hebräischen vermehrt und ihm einen eigenen Eliaratter gegeben, iväbrend dabei das Altkanilische 'doch treu gewahrt blieb. Auch der nriprüngliche Zllangwert des Hebräischen ivnrde treu sestgebalten, wie er in einem Teil des Orients tut Branäv ivar und daher auch von den-jandersglänbige» Cielehrten übernommen ivnrde. Tiefe iepliärdüctie Ansipraclic' in denn auch im heutigen Palästina neu ansgelebt und an die Stelle der ..iäxmderhaslen Ans spräche" der Aeichfenasiin getreten. So bewiesen die Spaniolen nidtjt allein eine ausdauernde , ^ebejns-, sondern auch die »och heute, nach mebr als vidr Jahrhunderte» »ugebrocliene Schöpsertrait ihrer ttehen.-:- forinen bis zum seingeistigsten hinaus. Taber können ne trab allen Abweichungen im einzelnen durch den tieien Ernst ihrer V'ebensanssassnug nnd die treue Hingabe ihrer Vebenssührnng . der gesamten religiöse» Nnlturgenteinschast Israels als Bor bild »nd Führer voraulenchte». | Ans den Blätter» für jüdische svamilieiisorschiing J)omdn& DIE VORNEHME ZIGARETTE i & JASMATZl

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