Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 6 (6.1929)
- Date
- 1929-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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Nr. 6 Seite 8 xmei indeblatt der Israelitischen ReligionSgemeinde Dresden 3 iüdifcbeii Äliichtliiiqe crqriffcn hoben - wie Rnmänis-n „nd U(J(»U(M) (fhafuicrtcn rcpräicnticrten die indischen Masten oer Polen —.eine verhältnismäßig wohlwollende «altu ifl einwestlichen Gonvernenients Rlißlamds und Polens mankann genommen. Immerhin waren sie damals bereit, üdische sagen in ihrer Totalität. ^leie Massen kamendann,pater Flüchtlinge anfz»,nehmen. Ans Erzählungen vieler einzelner zuruck. tzi weite Z>. ihren gänzlich zerstörten-tadtcm Es gav Flüchtlinge sind die traurigen nnd erschütternden Einz lheiten einige Ltadte. die vollkommen vom Erdboden verschivunde» dieser Flucht a,l- Rußland bekannt geworden. Wir können ivaren. Aber mit diesem Repatr.antcnstrom »Mammen ging nn--- ichiver ein Bild von dem Znstaird macken, in dem damals die Flucht aus Rußland, nnd zniar namentlich.die MM der Tai,sende von Inden über die russische Grenze kamen Beim judisch-ruimchen Intelligenz Ter Einslutz die,er Intelligenz liebergang über den -zbriicz. den Grenzfluß zwische i E>all, ans das ivestenropaisäk; Judentum ist ein grotzer geworden, zien lind , der Ukraine, den Tnjestr. die Grenze , wischen Beiiarabien und Sowjet-Rußland, ist damals viel j iditches Blut geflossen. Ich erinnere Sie a» die Aufsätze von stoigcn in, „Inden" über die Flucht der jüdischen Jntelligtnz aus Rußland, in denen er die »nsäglichen Mühen» Entbel r,ingen und Qualen der jüdischen Intellektuellen ans ihrer Flucht schildert. Aber man muß objektiv zugcben, daß im allgemeinen i» den ersten Jahren die politische Einstellung der Regierungen dieser Länder eine erträgliche ivar. Ratiirlich haben dazu die Einwirkungen des Westjndentnms, vcr allem auch des amerikanischen, beigetragen. Tas Westjuden um Hat durch seine großen Organisationen, wie Joint. Ica, Joint- Welthiltskonserenz, des Joint Foreign Eüiiimittec. de i Hilisiind politischen Board of Tepnties. des American Iewist, Eonmiittee, des speziell für diesen Hiveck geschaffene» $ rbcitcrtüriorgeaiiites einen Einfluß auf die S-tellnng gegen,' der den Repatrianten nehmen köimen. Tas Problem de, Repdtrianten hängt eng znsanimeii mit' der Frage der Staatsbürgerschaft. Bor dem .Kriege hatte in Rumänien z B. ei» großer Teil der jüdischen Bevölkerung keine staah bürgcriiehen Reckte. Bon diesem Instand ans gesehen, ersc feint es ,'ebr begreiflich. daß diese Regierung, die den'vrii ntivsten Emanzipationsprozeß der Inden noch nicht mitgeinac it hatte, ctivas ängstlich dem Problem der Flüchtlinge gegen,» erstand. Anä, heute noch nt die Staatsbürgersrage von vielin zelmtansenven Inden in Bessarabien ungeklärt, die entgegen den Friedensvcrträivn nicht iestgestellt wurde. I, imertiin konnten fick speziell in Polen doch viele Tausende von : üdiickey Flüclitliiigen eindiirgern, zum Teil, nvil sic ncchweijest konnten, daß ihre Eltern oder sie selbst aus jetzt polnischen Gebieten sramnitcn. Tieie relativ wohlwollende Haltung änderte ,'ick mit der »konsolidierung der Randstaaten und der Erstarkung der antisemitischen Beinegung. Wir Haben diesen Einfluß in Tcutichland sehen können, wo in den Jahren l!>2>>21 ein >ton;cntrationslagcr geschaffen wurde. Auch in den Randstaaten wurden ähnliche Maßnahmen angewandt. Neberall erstarkte die antisemitische Bewegung, nnd in den Randstaaten, wo die Regierungen mit vielen wirtsä aftlickym und innerpolitischen Schwierigkeiten zu kämpfen halten, bediente man ,'ich nur zu gern des deutlich sichtbaren and weit übertriebenen Flüchtlingsprobleins, nm Maßnahmen zn rechtfertigen. die ,'ich nur vom politischen Standpunkt aus als Ablenkungsmanöver rechtfertigen' ließen. Tie .'Dali ung der Regierungen verschlechterte sich und führte zu Erlassei i, die die völlige Evaknation der Flüchtlinge z» bestimmten Terminen forderte. Alle nach einem bestimmten. frühzeitig augesetzten Termin nach Polen Eingeivanderten mußten Posen 'erlassen, wurden nach Tanzig gebracht, und dort ,'ctzte fick die Tragödie der jüdischen Flüchtlinge fort. Tie politische Stellung der Regierungen der Lä ider, die als Immigrationsländer in Betracht kamen, war g mz ähnlich. An erster Stelle hatte die amerikanische Gefitzgebnng furchtbare Folgen. Während noch kurz nach dem Kriege bedeutende Einnxmdernngsinöglichkeiten für Inden n ich Amerika bestanden, etnm im Jahre 1021 noch 120 000 Ii den nach Amerika einwanderten von insgesamt;JOO 000,„ btt in den Jahren nach dem itriege überhaupt nach Amerika gelangten, wurde dann durch das Einwandernngsgesetz die M öglichkcit der Einwanderung von Session zu Session veriäxirft. Heute ist Amerika der jüdischen Immigration fast völlig verschlossen. Tiefe Entwicklung hat sich in den kommenden Jalwen katastrophal ausgewirkt, in denen das FliichtlingsprÄblem besonders akut ivar. Tie Praris der amerikanischen Einivandcrungsbehördeii war in vielen Fällen von l »begreif licher -Härte. Ich habe hier die Tragödie der trennung im Sinn. DER ELEGANTE LUXUSDAMPFER CAPPOLONIO führt Sie auf 24t&giger Reise durch die schönsten Fjorde Norwegens nach den skandinavischen Hauptstödten und nach LENINGRAD MIT BESUCH MOSKAUS 1. REISE: 4. bis 28. Juli 1929 2. 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