Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 6 (6.1929)
- Date
- 1929-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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- Isaiah 1× ep/1005097
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«r.6 emeii deblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Seite 8 richtung des Gottesreiches auf 0 rden da, d. h. des Rcick-es dcr idealen Ordnung des menschl chen Gemeinschaftslebens in Erfüllung der Forderung Gottes. , Wie das in den zehn Bundesworten angebaut ist, so : etzt es sich dann in der Thora fort, läßt sie fortschreiten bis zu jener auch heute noch unübertroffenen Sozial- und Bodengcsetzgebung, die auch als Forderung Gottes hintritt und als solche empfunden werden soll und nicht bloß als zeitlich gebundene Nützlichkeitsverordnung. Nicht daß das Verhältnis des i inzelnen zu Gott eine Gleichgültigkeit wäre, im Gegenteil, das Bewußtsein um die Stellung des Menschen zu 6ott ist Voraussetzung aller Frömmigkeit, aber dies uird all:s, was sich daraus ergibt, ist das intimste Heiligtum der mei schlichen Seele, soll von einer zarten Keuschheit eingehüllt sei. die sich scheut, davon, niehr zu sprechen als etwa das Wort »er Forderung: „Tu sollst den Ewigen, deinen Gott, lieben" , nd das Wort des Bekennans, wie der Psalmist es geprägt. Wenn ich dich nur habe, was lvill ich dann mehr im Himmel und auf Erden". Wo aber Religion als Lebensordnung tritt, soll es die Ordnung des (Gemeinschaftslebens sein. Ter Mensch soll sich seiner Verantwortung gegenüber der Gcsamtan die Oe f f e n t l i chkei t heit bewußt werden und sie nie, auch nur für einen Augenblick, verlieren, sein Sichbesinnen soll nicht um seines persönlichen -Heiles willen sein, sondern ivegen des Heiles d'er Gesamtheit. Seine Würde bericht darin, daß er sich als Glied der Gesamtheit fühlt, nicht in dem Sinne, daß seine Persönlichkeit gleichgültig wird, daß -sein Persönlichkeitsreckn unterdrückt und ausgelöscht wird, daß er in seiner Gesamtheit untergeht, sondern in dem Sinne, daß er sich als berufen und verpflichtet fühlt, mitzubauen an dem Bau der aus Gereckstchkeit und Liebe sich gründenden Gesellschaft, und daß er sein eigenes Leben um so crbvtfter und gesteigerter empfindet, je reiner und sicherer die Gemeinschaft, aufgebaut ist. Das ist dann die rechte Verbindung von Penönlichkeits- und Gemeinschaftsbewüßtsein, in ihr offenbarten sich Eigenart und Selbständigkeit des Judentums, feine Soirderstellung im Geistesleben der Menschheit und soine Sendung an die Welt. Sie uns bewußt zu machen, ist Ziel und Inhalt des Wochenfestcs. damit wir unsrer Aufgabe ans eigenem Bejahen uns iveilse» und an ihr über alle Wandlungen des Völkerlebens hinaus festhalten. l frankfurter Gememd.-blatl., Midraschim zum Wochenfest Das Gesetz den Heiden angeboten Ehe Gott das heilige Gesetz Israel auf Sinai offenbarte erschien er den andern Nationen und bot es ihnen an. Die Nachkommen des Esau ffragten, >vas darin geschrieben sei. Gott antwortete: Es steht darin geschrieben, nicht zu töten. Tie Nachkommen Esai^ stießen es zurück, indem sic ausriefen: Unser Lehen beraht auf dem Schwerte: vom Schwerte lebte der Vater; wir wollen dieses Gesetz nickst. Die Jsmaeliten fragten, was darin geschrieben sei. Gott antwortete: Es steht darin geschrieben, nicht zu rauben. Tie Jsmaeliten wiesen es ab, indem sie riefen: Die unserm Vater geweissagte Bestimmung warmit allen in Krieg zu sein. Unser Leben beruht auf der Beute; wir wollen es nicht annehmen. Ebenso fragten und ebe iso antworteten die andern Nationen, und alle schlugen es aus. I a l k u t S. 211a'. ih' Tie Bürgen Ehe Gott Israel die heilige er: Stellet mir Bürgen, daß Unsre Väter seien Bürgen Sie genügen nicht, sprach emen Makel. Abraham ivollt! Versprechens-. Jsak liebte den ' Tiefe sinnreiche Fiktion ist, nischcn Nationen, die, wegen ihistr moralischen Gesetze hätten unter * Daß Gott seinen Nachkomnst- Genesis 16, 8. des Gesetzes Wissenschaft anvertraute, sagte sie getreulich bewahren wollet, antwortete Israel. Gott. Eure Väter haben alle einen großen Belveis meines Esait, der mir abtrünnig war. eine scharfe Geißelung der heid!- verdorbenen Titte», sich keinem sterfen können. n das gelobte Land geben werde. -t- Tragen Sie die gute Maleachi Kap. 1, V. 2 und :l. Jakob fehlte gegen die väterlickie Liebe. Jesaja Kap. ltz, B. 27. -Bürgen mögen unsre Propheten sein, versetzte Israel. Sie genügen nicht, antivortete (flott. Denn auch die Propheten taten widet mein Wort'. ■, Bürgen sollen unsre Kinder sein, sprach hieraus Israel. Diese Bürgen sind mir angenehm, benetzte (flott; zarten und unschuldigen Kindern vertraue ich niein Wort an'. S ch i r Haschirin Rabba S. 7l>. Gott bevorzugt die Unterdrückten Ter Herr - läßt die Unterdrücker und wählt iinmer die Unterdrückten. * Abel lvar unterdrückt von Kain, und >var der Vorgezogene. Noah war von seinem Zeitalter verfolgt, und wurde allein gerettet. Abrahani >var von Nimrod zum Tode bestimmt, und ward der Freund Gottes. Jakob n>ar von Esau gehaßt, und ward von Gott geliebt. Joseph wurde von den Brüdern gemartert und wurde zur Höhe erhoben. Mose ivurde von Pharao dem Tode geweiht, und wurde der Mann Gottes. David mar die Zielsck)eibc des Zornes Sauls, und wurde auf den Thron berufen. Tie israclitisckie Nation war unter den Nationen unterdrückt, und wurde die erkorene. M i d r a s ch K o h c l c t h S. 93a.' Tie Majestät Gottes auf Erden Ein großer König kündigte einem seiner Freunde a». daß er einesgewissen Tages ihn in seinem Hause besuchen werde. 2 Jeremias 2, 8. « Psalm 8. 3. EGER-Kleidung Sie h<, was sie verspricht