Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 5 (5.1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
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Seite 20 Aemeindeblatt der Israeli um an tic Pforten des Hilfsvcreinö zu klopfen und um Hilfe zu lullen. Vor 20 fahren h»rbe er zum erstenmal, als er mit dem Hllfsverei» westen des .Hilfswerkes für die Cpfrr des Postroi iS in »ischinerv in Perbinduust trat, eine Idee von einer grotzen jüd fcken Hilfsorganisation bekomme». In der . schwersten , Feit »ach dem >tischinewer Postroin, als Kifchinew von aller "Welt abstcfch litten war, halv der .Hilfsocrein einen Telegicrten dorthin entsandt. Führer des Hilfsvereins, der unvergetzliche Tr. Paul Rathai Tr. James Limon, lebte» in Beüarabieu im (Gedächtnis der ä ischen Religionsgemeinde Dresden Rr. 5 Tic und tercn (Generation fort und werden stets ein Vorbild echter Mensche iliebe bleiben. — 2»dann berichtete er über die Laste in Bessarabien. Tie ,-jah^ der dortigen Ändert betrage etwa 300 000 gleich 10 P ozent der >^-csamtbevolkeruug Bessarabicns. Tie meisten Juden n> ihnen in den Städten. Von Landwirtschaft leben in Bessarabien ctioa 4>> >«!!<> Juden, sic treiben Ackerbiin. Wein- und Tabakbau. D eitere Teile der jüdischen Bevölkerung beschäftigen sich mit Arbeite >, die mit der Landwirtschaft in Beziehung stehen. Tie übrigen in dmen sich dem Handel, dem .Handwerk uno den freien Berufen. — 4!ach dem .Kriege seien die wirtschaftlichen Verhältnisse umgejtaltel worden durch die Agrarreform, die Austeilung des Grotzgrundl:sives nnrer die Bauern. Es erfordert Zeit, sich den neuen Entwick unstssormen anzupassen, Jca und Joint leihen dabei ihre M thilfe. Todanu sei ein grotzcr Verband von 40 »«operativen der verschiedenen Ltädle gcsctxrffen worden, um den Juden zu helfen. > rr beschrieb des Näheren, welche, .»alamitäten durch die ausein!»dersolgcnden Mii,ernten hervorgcrufeii worden seien, erchon im Jahre 10L7» habe ich ein besonderes .Hilfskomitee in .»ischinew gebildet. Traurig sei die Lage'der Juden schon in früheren Jahren genesen, aber cril nach der Mißernte ves Jahres 1023 sei cs zu der j leisten .»atanrophe gekommen^ die schon vom September an bestände Pier Monate seien keine- Nachrichten aus der Provinz gekommen. Erst im Tezember sei man nach einer Jusormalionsreise eine« Vertreters der Leitung ..Unsere Zeit" über die Lage, unterrichte worden Tr. Mutschnik schildert höchst eindrucksvoll, wie jeder ei >zelne» jede Familie sich scheue, Mithilfe in Anspruch zu nehmen un! bnchbuchiuiblich erst alle Phasen der. Nor und des .Hungers durch mache, ehe sie sich schweren .Herzens dazu entschlicsze». Im Ianuai 1020 sei die Aktion angesangen worden, und zwar mit einen, witzigen Reservefonds von 3o0o Mark, der aus den Mittel»-des .sto »iteeS vom Jahre' l!»2ä verblieben sei. Auf die Person sei bei dieser Verteilung e:>va zehn Pfennig pro Tag gekomii.e». Tie Miszernre von 102^ hat von neun .»reisbezirken Bcssar rviens vier in Tüdbessarabien uitd 1% in Mittelbessarabien betroffen, mit Büromöbel aus Holz und Stahl einer Bevölkerung von ungefähr 4O00V Familien gleich etwa 160 000 Personen. Ausgiebiger als in gewöhnlichen Zeiten müsse sich nach alter Tradition die Verpflegung zu Pessach gestalten. Zum notdürftigen Unterhalt der Hungernden bis zur neuen Ernte im 2omi»er wären mindestens noch 30 000 000 bis 40 000 000 Lei gleich 750 000 bis 1 000000 Mark erforderlich. Tic erste Organisation, die zu Hilfe gekommen sei, war der .Hilfsverein der Deutschen Juden, an den sich das Komitee auch zunächst gewandt habe. Tic deutschen Juden hätten stets ein besonderes Verständnis für die Lage der Juden iin Lsten gezeigt. Des weiteren haben auch die aus Bes. sarabien stammenden Juden in Argentinien tatkräftige Mithilfe geleistet. Allmählich seien auch Weiber von anderer Leite gekommen. Nachdem Herr Tr. B a e ck Herrn Tr. M u t sch n i k seinen Tank ausgesprochen hat, gibt der Generalsekretär des Hilfsvereins, Herr Tr. Mark Wischnitzer, einen kurzen Ueberblict über die Hilfsaktion für Bessarabien. Als im Januar der erste Hilferuf aus Bessarabicn an den Hilfsvcrein kam, war das Hilfswerk für die bulgarischen Juden noch nicht abgeschlossen, das den Opfern des Erdbebens vom April 1923 galt. ES mutzte rasch gehandelt werden angesichts der grotze» Not in Bessarabien. In ivenjgen Tagen war cs dem Hilfsverein gelungen, 15 000 Mark aufzubringcn, die unverzüglich telegraphisch nach Bessarabien überwiesen wurden, wodurch man eine erhöhte Aktivität des Itischincwer Komitees ermöglichte, Ter Zweck der Versammlung sei, die Aktion für Bessarabien intensiver zu gestalten und alsdann eine Resonanz zu schassen, damit andre Länder, Südafrika, Australien nsw., zur Mithilfe vcrartlatzt würden. Die Heffentlichkeit sei noch nicht genügend über die Not in Bessarabien unterrichtet. Er appellierte därauf noch speziell an die Vertreter der jüdischen Presse, das Interesse für die bessarabischcn Juden wachzuhalten. Er gibt dem Wunsche Ausdruck, datz von dieser Versammlung ein Strom der Liebe ausgehen niöge zu den unglücklichen bessarabischcn Juden. Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums Mittwoch den 2». März fand im Gartensaal des Logenhauses zu Berlin, Kleiststrätzc 10, die gutbesuchte Haupwersammlung der Gesellschaft. zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, E. B.» statt. Ter Vorsitzende, Professor Tr. M. Tobernhcim, bcgrützte zunächst die Erschienenen, besonders die zahlreiche» Organisationen, tic Vertreter entsandt bzw. ihr?, Wünsche schriftlich ausgesprochen hatten. Todann gedachte er in warmen Worten des vor einigen Monaten verstorbenen LanitätsratS Tr. Bradt, der durch seine Schreibtische / Schränke / Tis< he Registraturen / Karteien bei Mi & Ri Zocher, Breite Sti .5 Autoschuli Alle Schul wagen die neuesten A 6-Zylinder führender Fabrikate Killig j Dresden wwhon scsiT Strlesener StraB« ' 9, I Tillphon SIOIT STRAUSS & BUTTULA DRUDEN»«., CHRISTIAN., ECKHAUS STRU VBSTR.1 S JÜDISCHE LITERATUR MODERNES SORTIMENT TBL. 14S33 täglich nsations-Variete IO internationale, j| Attraktionen Jadan Sonntag 4 Uhr Frtmd.n- und Kindervorstellung zu ermHBlgten Preisen *S*i**S0S*S****X*S****'i**r^>*S*snim**S0!i*mS**il Kasse tSgllehi ab 10 Uhr geöffnet » eit Gute Möbel Affräilft «70 N. Pentzsch & Co. Dresden Gute Möbel Spezialtzans für Möbel und Dekorationen «atfciifattaM* ti AeiKiH: St^Mf Straft« 76—»J )« UttMiHr Enwtit Alraft« 16 1*