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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-05-01 · 5 (5.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
5 (5.1929)
Date
1929-05-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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Nr. 5 Seite 19 leineindeblatt der Israelitischen NeligionSgemeinde Dresden Jahresversammlung des Hilfhverein« der Deutschen Juden 2o»»tag den 24. März fmib[ in Berlin (Hotel Esplanade) die Jahresversammlung des Hilfsveteins der Deutsche» Juden statt, die sehr zahlreich besucht tvar. Auch viele Mitglieder der auswärtigcn Komitees waren erschienen, ^sö aus Breslau, Dessau, Dresden, - Frankfurt a. M.. Hamburg, Hannover, Kassel, Leipzig. Luckenwaldc, Mannheim. Ten Vorsitz führte in Vertretung des durch Krankheit am Erscheinen verhinderten Dr. James Simon Kcncrälkonsul Eugen Landau. Willy Dreyfus, stellvertretender Vorsitze ,- der des HilfSvereins, erstattete den Finanzbericht. Die Einnahmen haben eine erfreuliche Steigerung erfahren, sie betragen rund 800 000 Mark. Zu den Einnahmen komincn außerdem noch hinzu 28 000 Mark für den Paul-Rathan-Fonds. Tr. Mark W i f ch n ich c r, Oteneralsekretär des HilfSvereins, gab einen kurzen Neberblick über die Tätigkeit in der Bcrichtszeit. Tie, Werbe- und Propagandaarbeit wurde nach Kräften fortgesetzt, »»,! möglichst weite Kreise zu gewinnen. Durch die Werbeaktion sind erhebliche Mittel ausgebracht ivorde». Tie Auswandererfurforgc fei nach wie vor das Hauptgebiet. Tie überseeischen Länder verschließen sich immer mehr der Einwanderung. Tic AuS-> Wanderung sei dadurch zwar kleiner geworden, aber die Aus-! wandererfürsorgc erfordere weit kompliziertere Arbeit. Durch seine Tätigkeit entlaste der Hilfsverein die deutschen Kemcindc». Auch! dem „Verband der russischen Juden" habe der Hilfsvercin durch Kcwährung von namhaften Zuschüssen seine Unterstützung geliehen. Für die Hebersiedlung junger Leute aus Deutschland und aus den Ländern des Ostens nach dem Orient zur »nmittelbaren Ausuahme von Arbeit habe der Hilfsvercin erhebliche Beiträge geleistet. In der Berichtszeit passierten den Bahnhofsdienst des Hilfsvereins am Schlesischen Bahnhof in Berlin rund 80 000 Personen, die deutsch»! polnische Kreuze in Stentsch etwa 7000, Hamburg und Bremen 8000 Turchwanderer. Der Hilfsvercin hat seine Auswanderersür-! sorgctätigkeit erweitert durch Subventionierung der ZentralwohlsahrtSstellc in Danzig und des Hilfsausschusseö für jüdische Durch- Wanderer in Köln, die wichtige» Aufgaben an der Ost- und West-, grenze zu erfüllen haben. Tank den Mittel», die durch den Hilfst verein dem „Verband Jüdischer ^tudenteuverein" in Deutschland zur Verfügung gestellt wurden, konnten vom Wintersemester 1927 bis zum Wintersemester 1028,29 145 Stuudcnten aus Osteuropa ihr Studium in Deutschland absolvieren, Für die kulturell-sani, täre Arbeit i» den neugegründeten jüdischen Kolonien in Rußland ist zunächst eilt Betrag von 100 000 Mark l>esliiu»it worden. Jul Laufe des vorigen und zu Anfang dieses Jahres hat der Hilfst verein bei zlvei Katastrophen wirksam cingegriffen; anläßlich der Erdbebenkatastrophe in Bulgarien und der Hungersnot in Best sarabien. Im Sommer 1928 haben sich zum erstenmal seit längerer Zeit die großen jüdischen Organisationen zu gemeinsamer Be» ratung zusammengefunden, wodurch das Baud zwischen den dcutt schen Juden und denen der Weststaaten und Amerikas wieder enge geknüpft worden ist. Am 1. Juli 10-28 fandeine Konferenz ii| Paris statt, an der das American Jewish Eommittee, die Jewis Eolonization Association, das Joint Foreign Eoinmittec iu London! die Israelitische Allianz in Wien und der Hilfsvercin der Deutsche«) Juden teilnahinen. Der HilfSvereiu war durch die Herren Mar M. Marburg, Justizrat Tr. Blau und Tr. Mark Wischnitzer vertreten. Es wurde eine Reihe aktueller Probleme und die Frage der Herstellung einer Arbeitsgemeinschaft der vertretenen Organisationen erörtert. ES erfolgt auf Krund, eines Beschlusses dieser Zusammenkunft ein ständiger Austausch von Juformatione», der für die praktische Arbeit wertvoll ist. Mar M. Marburg, Hainburg, stellvertretender Vorsitzender des HilfSvereins. betonte die Weltiveitc und Wellverbundenheil der jüdischen Hilfstätigkeit der Kegenwart, die Rotwendigkeit des Zufammenarbeilens der großen Kesellschaften für Auslandhitfe in Amerika, England, Frankreich und Deutschland. Er hob die Bedeutung des Hilfsvereins der Deutschen oubeii als ständiger, stets hilfsbereiter Organisatioit hervor. Die deutschen Juden seien unntitlelbarc Rachbarn der Länder des Ostens, wo die Juden am meisten zu kämpfen hat>e», und als solche natürliche Mittler zivischen Westen und Oste» bei der Organisation und der Durchführung von Hilfsaktionen. Zur Ermöglichung des Hilfswerks, das der Hilfsverein dnrchzuführen hat, sei Lpferbercitsclmft ein dringendes Kebot für jeden deulsct>e„ Inden gegenüber den Juden des Ostens wie gegen sich selbst. Tie Rückwirkungen von Katastrophen im Osten —i- Pogromen, ökonomischen llmwälznugcn, wie sic sich jetzt iu Rußland und iit den Randitaate» vollziehen — auf die Juden iu Tcutschland bliebe» 'nie aus. Es liege im eigenen Interesse der deutschen, Juden, den Hilfsverein in tatkräftigster Weise zu unterstützen. ' Kundgebung für die liuNgcrlcidenden bcssarabischcn Juden 12. März 1020, im Logenhaus, Berlin, Kleistjtraße 10. Am >2. März fand auf Einladung des HilfSvereins der Deutschen Juden und der täroßloge für Deutschland im LogenhaiiS. Berlin, Kleiitsiraße 10, eine Veranstaltung statt, in der Herr Tr. Mutschnik, txr' Delegierte des Kifchiuewer Hilfskomitees für die hungerleidende jüdische Bevölkerung in Bessarabien, über da-- Thcma spracht „Die Lage der Juden in Bessarabien, Gegenwartsprobleme lind Ausblicke". Der Versaninilung präsidierte Herr Rabbiner Dr. Leo Bueck; er begrüßte mit warme» Worten Herrn Dr. Mutschnzt, der trov Erkrankung iu der Versaninilung nicht fehlen wollte. In der Person des Herrn Tr. Mutschnik sei die Kescbichte der Juden Bessarabiens in den letzten Jahren personifiziert. Er habe sich Hchöu nach dem Kischiueivcr Pogrom im Jahre 1902 an die Spitze des Hilfswerks gestellt. Den Hilfsverein habe zur Einberusung der Versaninilung der Kedauke geführt, der ddr bestimmende des Hilfsvereins sei, daß es für die deutschen Juden keine Rot, kein Leid in der Ferne gibt. Jedes Leid in der Ferne sei ihr Leid, das sic zur Hilfe aufrufe. Bessarabien sei von einer schrecklichen Hungersnot heimgcsucht worden, die sich, durch die Kälte lx-sonders schlimi» ge.- jtalte. Hungersnot in einem Ackerbaulande wie Bessarabien be'- deute etwas anderes als in anderen Länder». Herr Tr. M u t s ch n i k dcrnkt Herrn Rabbiner Dr. Baeck für die herzlichen Begrüßungsworte. Er sei nach Berlin gekommen. BAUMEISTER [ TUCKSCHWEWr® WALTER STEINHÄUSER mSaw OQESD6lf^^ __ ARCHITEKT SchloBstraBa Eck« groB« BrOd«ro«aa* /\ ENTWURF, BAULEITUNG FÜR IN- /. lif \ DUSTRIE UND WOHNHAUSBÄU, 6E- ( WISSENHAFTE, FACHMÄNNISCHE V 11/ BERATUNG IN ALLEN BAU- UND Vy// W0HNUN6SSACHEN, GUTACHTEN, Die bewährte Bezugsquelle FINANZIERUNGEN des anspruchsvollen Rauchers DRESDEN-A.1. VIKT0RIASTR.3. TEL18396 fetl II 51 Nr 94 Ziganen-SptziaL Abttilg. 12 Neonarkl 12 F.mruf 20231 u. 20174 Das Feinste in dieser‘Preislage V*t*and n. oll Stadtteilen

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