Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 4 (4.1929)
- Date
- 1929-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/4892693-5739394-5769861--1152-4893768- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 4 lerne ndeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Seite 11 gegen, eine Stadt von Kleinbürgern und Arbeitern, von Beamten und Schriftstellern, ist nach einem woblüberlegtcn Plane gebaut, mit breiten Straßen und niodernen Wohnliäuscrn ausgestattet, mit Siicf t und Lust iinrfi allen Aniorderungen der Hygiene. Nicht minder cindruckstoll sind die Leistungen der Hilden in der landwirtschaft ichen Kolonisation. 10 Jahre liegt die Anlage der ersten K olonien zurück, die beute stattliche Dörfer mit einer in »er Arbeit ergrauten Bauern bevölkernng sind. Was bii alten Kolonisten durch die Schwierigkeiten des (Yeländ s, durch den sumpsigcn Eho rakter des Bodens mit den iurch ibn bedingten Krankhcitserscheinungen gelitten haben, ist heute vergessen: die von der Sonne »vährend der Arbeit gebräunten ltzesichtcr glänzen bei dem (Gedanken daran, das; a is den einzelnen Kolonie», d-e einige studentische Träumer dereinst gegründet haben, i.iiii schon ein großes Netz von Siedlungen geworden ist, und das, Hunderte und Tausende von Landhungrige», daraus warten, ebenfalls angesiedelt jii werden, ^nt letzten Jahrzehnt haben sie das gros;e Wunder gescheut, das; ganze Bezirke, wie das Emek, dös infolge seiner klinatischen Lage und seiner Boden Verhältnisse nur noch als ein Wohnort für wilde Tiere, aber nicht als menschliches Ziedlnngsland galt, zu neuem Leben erwacht und mit .zahlreichen Kolonien in Einzel- oder E)emeinwirtschaft belegt worden ist. ii^elch übermenschliche Opfer notlvendig waren und gebracht »vurden, bis in dkesein Sumpsland mit Erfolg La idwirtschaft und Viehzucht eingerichtet werden konnte, daton erfährt man im Lande nur wenig. Die Mehrzahl der Ansiedler ist mit ihrem Los zufrieden; sie sind ganz ihrer? ufgabe hingegeben, davon durchdrungen, daß gie Pionierarleit zu leisten haben, und innerlich beglückt, auch tvenn ihnei neben der schweren Arbeit harre Entbehrnngxn auferlegt sin). Eine begeisterte Schar von Idealisten, "die nichts für sic > erstrebt, sonderir alles für das Wohl des Landes hinzugebe i bereit ist. So ist es denn bereits gelungen, dem Boden an vielen Stellen Erträgnisse ivie in alter Zeit abzugew nne». auf ihm Früchte zu erzeugen. die zum Teil auf dem Weltmarkt hohes Ansehen genics;en, zum Teil für die Ernährung der Bevölkerung deS Landes dienen. „Tozcret haLrez", Produkte aus dem eigene» Lande, werden mit stolzer (Henngtuung ans den Tisch gebracht; es-sind vorzugsweis« Obst- und (Yemüscarten, die in erstaunlich reicher Mannig altigkcit angebaut Iverdcn und in der strahlenden Sonne ledeihen. Das schivierigste Problem des Landes, eine Lebe «sfragc füt die künftige Produktion, ist die Bclvässerung; das in der Anlage bereits weit vorgeschrittene Kraftivcrk , er Ruthenberg-Kesellschaft stellt sich die Aufgabe, dem Landl nicht nur Licht, sondern auch die. für die Verbreitung der Bewässerungsanlagen notwendige Kraft zu liefern und beizni ragen, das; Palästina wieder wie in biblischer Zeit ein „Frm htgarten flottes" »vird. Die neuere Entwickln»; >var nur dadurch möglich, das; die Begeisterung der eing -»»änderte» Chalnzim unterstützt »vurde durch das Heimat dewußtsein der valästinensischen Bevölkerung. Die Liebe z im Lande ist außerordentlich g^- »»achsen. seitdein die jüdisck e Jugend torift, das; sie mis dem Boden der Vater eine Zuk inst hat, daß sie an dem Lande, dessen Aufbau sie willig ihre Kraft »veiht, selbst Anteil haben »vird. Bon der Schule an, die den »nodernsten pädagogischen Methoden huldigt und den Arbeitsunterricht in weitem Maße eingeführt bat, »vir! in den Kjiidern die Liebe zum Heiiriatlande geweckt: durh häufige Spaziergänge, durch Pflanzen von Bäuinen und Blumen werden sie daran ge- »vöhnt, den Boden ^zu achten und zu lieben. Daher hat die heutige Eleneration eine »veit innigere Beziehung zur Heimat als ^>ie 'frühere: während die Kinder der älteren Ansiedler oft ausgewandert sind, kennt die jetzige Jugend kein höheres Ideal, als im Lande zu bleiben, cs zu bebauen und von der Frucht der eigenen Arbeit zu leben. Selbst unter den Kindern der in den Städten von der Ebaluka lebenden Bevölkerung breitet sich dieser Oleist immer mehr uutr mehr aus. Zu den Zeichen des ncüen Heimatbewußtseins gehört diej allgemeine Verbreitung der hebräischen Sprache. Wer in Palästina getvesen ist. kann nicht daran z»»>eifclii. daß die hebräische Sprache lebt. Sic ist die Sprache des täglichen Unsere Abteilungen Bekleidung für Damen, Herren und Kinder Baby-Artikel Bade-Artikel Bettware n Bijouterie Bücher Damenhüte Elektr. Artikel Erfrischungsraum Gardinen Glas/Porzellan Handschuhe Herrenartikel Herrenhüte Konfitüren Korbwaren Korsetten Kurzwaren Leinen u. Baumwo II waren Linoleum Lederwaren Sportgeräte und -bekleidüng für jeden Sport Musikalien Optik Parfümerie Photomatön Seide und Sahnt Spitzen i Spielwaren Schirme Schreibwaren Schuhe Stoffe Strickbekleidung Strümpfe Teppiche Trlkotagen Uhren Wüsche Wirtschafts- Artikel Weißwaren Wollwaren Maß-Abteilungen für Damen' und Herren bieten das Äußerste an Qualität, Auswahl und Preis) Das Warenhaus am Postplatz