Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 4 (4.1929)
- Date
- 1929-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/4892693-5739394-5769861--1148-4893764- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 4 Seite 7 lemiindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Die Dresdner Aofjuden Ans Äursachsen und die von Dr. Fritz >1 .Stent »»d .steint der ansässigen ^subeufdxtft sind in Leipzig die Münzjuden, in Dresden die Hofjuden. Aber die Dresdne^ Indenkolonie ist im 18. Jahrhundert grösier und wichligetj als die in Leipzig. Daraus erhellt die Bedeutung des .poff judentums für das Eindringen der Juden in Lachte» iioers Haupt. Unter seinem Schild kommt zwischen 17:2t) und 1710 eine jüdische Familie nach der andern über die (Grenze, bis es so viel geworden sind, das; der Staat lim Mandat von 1710» die vollendete Tatsache anerkennen miis; und das Hofjndeu« tum zu einem Spezialsall herabsinkt.! Patriarch und Urbild der sächsischen Hofjuden ist bereit Lehmann. Ztvar ist sein -Hosdieust unabhängig vom Dresdne Wohnsitz, zwar bleibt bis zum Tod Halberfladt seine Hei mat. Er war darum schon unter, den Anslandjiiden y behandeln. Aber er ist eben doch auch der Schöpfer tut Schützer der ersten «seit dem 1<>. Jahrhundert wieder ersten jüdischen Niederlassung in Dresden und eben damit de Stammvater der sächsischen Iudenschast. Schon damit, av gesehen von seiner Persönlichkeit, hat er es verdient, d.isi ihm sein Nachkomme Emil Lehmann eine archivalisch unter baute Monographie gewidmet hat. Schrittweise vollzieht sich der Lchmanusche Eiumarfc» nach Sachsen. UM» wird der von .Halberstadt ans v. triebene Handel privilegiert, 1707 bittet Lehman, sich mit seinen Leuten in Dresden und Leipzig iiiederlasfeu z i dürfen (von Leipzig hört man später nichts mehr». Im Schutzbrief vom 8. März 1708 erlaubt ihm August, sich Hans und Garten in Dresden zu kaufen und mit »Familie, Gesinde »ud Bevollmächtigten hier zu wohnen. Als sein Vertreldr zieht daraufhin sein Schwager Jonas Meher von Hamburg nach Dresden, 1710 erwirbt er dort ein Ha»S auf der Wils druffer Waffe. Ausierdem gehört Lehmann in den nächsten Jahren ein Gartenhaus vor dem Pirnaifchen Tor. Um Grundbesitz in voller rechtlicher Form kann es sich dabsi nicht handeln. Den Gipfel erreicht Lehmann 1717. Alu 20. August dieses Jahres überläsit ihm August das dem M»t> fürsten gehörende Posthans auf der Pirnaifchen Gasse > seht Landbaiisstrasie) für ztvanzig Jahre unter Vorbehalt d>S Rückkaufs für 13 (XK) Taler, von denen 10«X> in Waren b' zahlt sind. In diesem .Haus regiert neben Jogas '.Wetter der ältesle Solm Lehmanns, Lehmann Berend. Er zeigt 1718 an, des; er für den Vater in Halberstadt das Geschäft in Dresd. n betreibe. Mit Meyer zusammen handelt er mit Seidenin d Materialwaren. Er hatte bedeutende Lieferungen an d. n L Juden zur Zeit Brühls ö l tz f ch, Dresden Hoi. Im März 1718 richtet er tut Posthans das eilte an sehnliche Dresdner Wechselgeicitäit ein. Diese Jahre sind die Glanzzeit des Hanfes. Am 1. Sep tember 172«» gibt Meyer Oi den. glänzend eingerichteleu Näumeii ein Feit, a» dem auch der Siurprinz und Gemahlin teilnehmeii. Und vor demselben Hans «sowie dem Gewand, bans am Neumarkt» dränge» sich während der Hungersnot 1720 täglich Hunderte von Armen, »nt Getreide z» be kommeii. Im Auftrag des Srnrfüriten hat Metier über lOOOO Scheftel aus Danzig und von der Unterelbe heran geschaüt. Es gebt der Firma um 1720 herum offenbar »ehr gut in Dresden. Sie schöpft liier ja auch die Salme ab. als erste und einzige ibrer Art. Am 20. 'April 1717 erklären -sich Lehmann und Meyer selbst,in Eingabe an den Siönig gegeir die Anlass»»,; anderer Inden, nach Emil Leltmaims Meinung nicht ans Sionlnrrenzneid. sondern in» der Abneigung der Stände nicht neue Nahrung zu geben. Aber auf die fetten iolgen bald magere Jahre. Stau' len.te und Stände stürmen immer wieder tvie wild gegen den Lehmaiinschen Warenhandel an und erreichen znlebl doch die Anflötnng seines Lagers «1727». Der Fnfantmen brnch mehrerer grofzer Schuldner schwächt die Stammfirma. lind Berend Lehman», dessen Persönlichkeit für die Firma unersetzlich zu fein scheint, stirbt 17,10. Das Ende in der Bankrott Lehmann Berend 17.11 ... Man merkt deutlich, das; um 17:10 das Interesse Augusts für das Lebmannsckte Haus sich abkühlt. Ist diese Gleichgültig teil von den Ständen erzwungen und also eine Mituriache des Lehmaiinschen Verfalls, oder ist sie seine Folget Ich glaube mehr das zweite. Ist der Verfall der Dresdner Handlung Wirkung des Niedergangs i»r GeiamthanS oder feine Hanpl Ursache? Das weif', ich nicht. Die schmale Front unseres Qesdi&flsloKals bindert uns nldit, auf breiter Basis zu arbeiten Sieben Motoren unterstützen die Leistungen unserer Mitarbeiter. Brilldn-Roettig <£)omdn& DIE VORNEHME ZIGARETTE JASMATZJ 6 MHINLoaCSO