Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 4 (4.1929)
- Date
- 1929-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/4892693-5739394-5769861--1147-4893763- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
2gite 6 emei'ndeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Nr. 4 Das Wort „ülftfonnui", das aus dein Griechischen stanuit und bei uns das Stück Mazza bezeichnet, das'die Inder verstecken. um es vom Vater steten ein Geschenk auslöse i zu knien, fassen die Jemeniten anders ans. der Tossetta N'I'.I ru. gmau li.'iizt es: „Man beschließe das Pesfachfest nicht »nt Asikomau. B^ Nüneu, Datteln oder fleröitetett Mürn Demenlwreckvnd zerlegen die Jemeniten das Wort Afil in ieine Buckmabeu und betrachten diese als Anfangsbuchsilabei: >-go>ii» -Nüsse), |>crot (Frü t*te) zwei ->Mil aller Mit der lioer : xnrse. der hebräiickien Worte;; i j i 11 -Wein), koliotli >Waner,,^»I,-i---ir lnnd Fleisch), »«-rn-lii» -mit Wiarden sümiert». In den .itiddusch füllt man dort einen Paiin: laut ivelchem Gott sein Volk eine Weiiteinöe vow wi einen kostbaren Weingarten nüv. genannt nnd gleich Sternen am Firmament' erhöbt babe. Aebnlickie trii buiyzen rinden sich auch in andern Ländern. Bei den marokkaniickren Inden zeigt die Haggada -t-jn-ii, Zusätze, wie auch in Bagdad. Man stellt beim Seder Schüneln anr den Tisch, in der einen schwimmen Fisckte. der Sederschüssel umkreist der Hausvater die Häupter Tt'ckjtenossen und ruft dabet laut hebräisch ans: Schrecke» zogen ivir aus Aegypten". 'Nach dem v!eiei Häggad^t ziehen alle Manitsr-ersonen. mit einem Stock der Schulter, an dem ein Bündel bängt, eilig ans dem mit dem Nute: „So zogen unsere Vater ans Aegypten mit den in ihre .aleider gehüllten Backtrögen ans der Schulter", Nacb dein Schluß des Seders nimmt jeder ein Stück vom Asikoman mit. Verreist einer zur See, so sührt er e^als Talisman mit sich, um bei Sturm das Meer zu besänj men, indem er den Arikoman bineinwirit. Beim ersten S isirazäblen. d. i. also am zweiten Peisackiabend. legt man ider Syitagoge Salz seine Erinnerung an das Salz bei den £ pferit in Jerusalem) ans den Aron bakodesch und jeder nimmti aoon etivas mit zum Schutz vor dem bösen Blick für’ die ranze Serirazeit. Beim Ansgange des Festes herrscht der il rauch „Mimina". Man besucht einander nnd wünscht sich gegenseitig ein glückliches Jahr, Dann besuchen alle die Rab >iner. um sich von ihnen segnen zu lassen. Ueberall wird mar mit Milch nnd Butter, srisckien ,Uräutern und Süßigkeiter bewirtet. Viele eisen in dieser Nacht mit Butter und wuig bereitete Mehlspeisen. Tie ganze Gemeinde in ans den Beinen. Am nächsten Tage.zieht man ans der Stadt hinaus nnd spricht den Segen über die Bäume. In Tripolis wird der Abend des 1. Nissan sestli h begangen. Man nennt diese freier „Bsnssa-Nacht". Das Wort „Bsüssa" bezeichnet im Arabiickien eigen Blätterteig, aus Meb! nnd Del oder Butter bereitet. Jede Arbeit in untersagt Alle Familienmitglieder müssen sich unter einem Dache vet.ünen. Fehlt eines, so bedeutet dies Todesfall im Laute des I ihres. Beim ...aasckx'rn" wird sogar die Tinte als Ebamez an:- dem Hauie geschasst. Während des Mazzabackens singen d e An iveienden unaufhörlich Las Hallel. Am Tärge vor »c-ssach wird des Morgens in Erinnerung an das Pessachlamm -trentlich ein Hammel geschlachtet. Ans der Sederschüssel liegen! einige grüne Bohnen als Vorzeichen eines glücklichen Jahres! und ein Stück geröstete Leber lhebr. Ztabed, wobl weg n des Anklanges an jiabod — Ehre). Ein Knochen des Ha nmels wird bis zum nächsten Veiiach ansbewahrt und nebs dem Lulab des vergangenen Sukkot mit dem Cbantez verl rannt.' Am Ausgange des dritten Pessachtäges geht man n die. Gärten der Stadtnmgebnng und spricht den Segen ül er die Bäume. Am Abend des letzten Tages-ziehen die Kinder von Haus zu Haus nnd bitten um Ziümmel und Rosinen _Sie , bringen es der Mutter heim, die diesen Ertrag des : lindes ' mit Mebl nnd Del zu erneut Imbiß zirbereitet, von dem man! kostet, um „sich chamez zu mackten". Ain nächsten Tage bäckt : man daraus kleine Zbuchen, zu jedem verwendet man ein ' ganzes Ei. j Bei den persischen Juden sind die -Hmiptseiertage das Vassahsen und das Fest von Esther und Mardochai. Tie Vorbereitungen zu -diesen Festen dauern zwei oder drei Monate, ivobei die Fraueit am meisten arbeiten. Tie Zeit während der Feiertage vergeht meistens unter Beten und Essen. Des Morgens gehen die Männer in die Synagoge, und die Frauen bleiben zu Hause.'»m die Festmahlzeiten vorznbereiten. Männer über 15 Jahre gehen nach der Synagoge entweder zu den Verwandten, um z» gratulieren, wobei sie mit Branntwein oder Wein bewirtet werden, oder zu solchen, die Trauer haben, ym chnen zu kondolieren. Auch die Falaschts in Abessynien beseitigen alles Gesäuerte ans ihren Wohnungen. benutzen besonderes Pessachgeschirr und befolgen Geigenbau Prof.FJ.Kofh Die bevorzugten KünsHer-Jnsfrumenfe Dresden, Pragers4r.6!y (lifr.) überhaupt fast die gleichen Vorschriften und Bräuche, wie die Juden aller Länder. Sie essen ivährend der ganzen Festtage Mazzot, die sie'Quitha nennen, trinken kein Bier und keine Gärungsgetränke, Natürlich ruht an den Festtagen jeglickie Arbeit und auch die Zwischentage werden von chnen, ivte meist von den andern Inden, als Halbfeiertage begangen. Die Dauer des Passahfestes beträgt bei chnen. gemäß der biblischen Vorschrift, sieben Tage. Am Abend des ersten Pessachtages wird gemeinsam ein Latnm geschlachtet, das dann während der -Nacht unter Gesängen und Gebeten verzehrt wird: es herrscht die ganze Nacht hindurch echte Pessachstimmttng. Tie Samaritaner opfern noch jetzt das Pessachlamm aus dem Berge Garisim. Sie unterscheiden zwischen dem Pessachsest und den: Fest der ungesäuerten Brote. Am lä. Nissan, dem Fest der „Mazzot" (chaj al-falir), ist jede Arbeit, auch das .Kochen, verboten. Tie lbaräer, die sonst dent Brauche der Samaritaner folgen, gestatten wenigstens die Nahrungszubereitung. Sie backen die Mazzot aus Gerste auf Kohlen. Dieser kurze Ueberblick mag immerhin ein Bild von der großen Volkstünilichkeit des Pessachsestes bei deiüJnden der ganzen Welt gegeben haben, und er zeigt zugleich, wie sehr trotz aller Verschiedenheit im einzelnen die hauptsächlichsten Gebräuche des Befreiungsfestes in ihren traditionellen Grundzügen einheitlich bewahrt worden sind. W. Camillo Enterlein Waisenhausstraße 23 Das Fachgeschäft für Koffer und feine Lederwaren 1m ‘Hiattc-Cafe spielt Montags, Mit! iwodis und Sonnabends zum Tanz S. Steijn Im Valais spielt ab l. April J. Faconi