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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-04-01 · 4 (4.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
4 (4.1929)
Date
1929-04-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 4 iemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Seite 3 Eine Bekanntmachung fl er Heligfioiisschule über flen Schuljahrsbeginn beftiulet sich auf Seite 14. Sklaverrdicnst cumelwlten ivurden, ist nicht nur selbstverst.indlich, sondern »vird auch von jenen Pharaonen inschristlich mehrfach gcincldet, worin die Israeliten in der Regel als Palästinenser, znnvilen auch als Ebräer bezeichnet werden. Gegen Ende der 13. Tytiastie aber ist Aegyptens Herrfchast in Syrien »nd Palästina immer lockerer gcnwrden, im letzteren Lande besonders infolge der Unruhen der Ehabiru-Ebrüer.^ so daß Amenhotep I V., der Schwiegervater des in den letzten Jahren so populär geivordenen Tutankamon und einer der lebten Könige der 13. Dynastie, tatsächlich dieser Ehabiru-Ansstände nicht niehr Herr werden.konnte. Tie Ist. Dynastie, die! nun für den biblisckien Erodns hauptsächlich in Betracht fonunt.j hat somit eine sehr schlechte Erbschaft angetreten. Nur noch der Süden Palästinas »var in ihrem Besitz, sonst aber hatten sich in diesem Lande die „Eheta", »velche uns ans der Bibel als die „Söhne Ehet" bekannt sind, von .stleinasien kommend, ausgebreitet, und >i»c»»i» sich die Pharaonen auch friedlich mit ihnen zu einigen suchten, so blieben immer »och die nnrnhigei'i Ehabir», die den Pharaonen das Leben sauer machten. Tiefe! Sorge bringt Lethos l., der Pater des RamscS 11., d?? Pharaos der Bedrückung, in seiner Inschrist am dentlichstei, .z»m Ausdruck. Begreiflich genug, daß die Ist. Tynastie, die einerseits die (Gewalt über Palästina fast ciiigcbüßt hat, ander-i seits von seiten der Ehabir» auf alles Böse gefasst sein mnfste sich über die in Gosen, dem Eingangstor von Palästina nacn Aegypten, wohnenden israelitischen Stämme große Sorgen mackxm mrd sprechen mußten „wenn sich strieg ereignet, »vird es sich unser» Feinden anschließen und gegen uns kämpfen' (II. B. M. 1.10). Waren dock, die Israeliten. »»»elche diif Aegyptcr ineist nur unter dem Namen „Ebräer" kannten^ nicht nur Vettern, sondern auch Namensvettern der Ehabir»«» Ebräer. Nun ist der Anreiz, die Ehabir», die »nsdif Amarna-Urknirden in Palästina kämpfend und erobern) zeigen, mit Israels Kriegführung unter Ioina zu identilfizicren geiviß begreiflich. Allein zu dieser Annalnne ist leis Anlaß vorhanden. Tenn „Ebräer" »vurden säintliche semijtische Beivohner der Länder »restlich des Euphrats genannt. Außerdem stellt diese Identifizierung die ganze biblische («sejchickste auf den Kopf. Die in , den Amarnabriejen ge>- meldeten Chabirn-Ebräer-Kä»i»pfe liege», n»eit »nehr als ein Jahrhundert »>or dein Auszüge Israels ans Aegypten. Wer die Ehabir» »varen, und in welckx?»» Verwandtschaftsvcrhältnis sie zu Israel gestanden haben, darüber zu handeln ist hier nicht der Lrt. Jedenfalls haben sie, wie »vir sahen, Israels Geschick am »veitesten bccinflnßt, denn sie haben die Verschärfung deS Druckes der Pharaonen indirekt veranlaßt. Sethos I. hat Israels Sklaverei verhärtet, »vic aus seiner Inschrist deutlich heransznjlcsen ist. An seinem Hose ivird Mojes großgezogcn wordc Jahre ergibt. Sein Sohn für den inner» Ausban feines Landes Unvergleichliches ge» leistet hat, muß tatsächlich kräften beschiftigt haben. i sein, »vaS die Berechn»»» der und Nachfolger, Ramjes II.. der Hunderttausende von Meuschen- :cine »»tilkanäle, Tempel. Riesen^ statucn nsiv., zu denen gewaltige Steinkolosse von den entferntesten Stcinbrüchen herbeigeschleift »»»erden »inßtcn, werden die sklavisch arbeitenden Mcnsch'nmassen geradezu anfgerieben habe». Tic »teste seiner SckHpfnngen bezeuge» »ns alles, >vas die Bibel von ihm meldet. Von den beiden Städten, die er »wn de» If aeliten bauen ließ. „Phitom und Ramses" (II. B. M. 1,11) ist die erstcre ivirdcr irefunden ivordeii. und ihre Bloßleg mg bat auch die „Vorratshäuser" zutage gefördert. Tie Svdt Ramses, deren Lage noch nicht seststcht. ist in inschriftlich?n Liedern vielfach befnngen und beschriebe», in denen die V enge der Fische, Gurken. Zwiebeln solvie der andern Leckerbissen, deren sich die Israeliten in der Wüste lechzend erinnerten I besonders hervorgehoben werden. Ticse Stadt »vird dorr als die Residenz dieses .aönigs gerühmt. Hier ist der Punkt, anf den mit Nachdruck hingelviescn »»»erden muß. »vqiler „irgend crivähnt ivird, »nd »veil er die Uebei liesernnastreue der Bibel in besonder?»»» Maße be'ivniidcrn läßt, fiäintlickx'. Pharaonen der 13. wie der Ist. Dynastie haben nästilich in dem fast 100 Meilen »üd lick, der Provinz Gosen j liegenden Theben residiert, nur Rmnses hat aus (Gründen, die wir kenne», seinen Sitz »ach der bier benannten Stadt »»erlegt. Tics haben wir erst ans den Inschriften erfahren. ' Ti ‘ biblische Gcschichte läßt ave» in jedem Satze erkennen, das der .König mit Moses und den Hauptinasscn Israels in derselben Stadt gc>»'olmt haben muß. (Vgl. besondcrS II. B. M. 12, 30 n. 37.) Auch die berühmten inschristlichen Arbeitsbescheinigungen, in denen über die »»on den „Ebräern" geleistete jArbcit, solvie über die von ihnen einpfangcnen Lebensmittel quittiert »vird, und die auS der ^jeit dieses Ramses berrüt re», sind gleichfalls hervorzuheven. Ramses, der jung auf den Thron kam, i»»d über IM» Jahre alt. geworden ist, hat fast 70 Jahre lang regiert, sein Vater raum 20 Jahre und im siebenten RegicningSjahre seines Sohnes Menephta waren die Israeliten nicht mehr in Aegypten. A»a, dies stimmt mit der »lündfichcn Tradition überein, »vonach die veri'ckiärfte stnechtniig nur 3<> Ialire gedauert hat. Tie »»»eitere Frage, unter »velck^m Pharao der Auszug Israels aus Aegypten stattgefilnden l^abe, ist ein anderes Problem i.nd bedarf gesonderter Behan)lni»g. -ÄitS dein sernukfurter vieuieindeblalt., f » i Maßschneiderei für feine Herren* und Damenmoden Pelze aller Arten Abonnements zu günstigsten Bedingungen C OTTO »WALTER Dresden*A., Sceslraße 5, l.Slod*/Fernsprecher 16736

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