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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-04-01 · 4 (4.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
4 (4.1929)
Date
1929-04-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Sette 2 Gemeindeblatt der Israelitisch Nr. 4 gewesen, ansbanend auf den bisher bewährten Gr indsätzen, den Anfgabenkreis des Kinderhortes zn erweitern und ihm den modernen Erziehungspriiizipieii anzupassen. beider in aber wobt dein größten Teil unsrer ('eineindeniitgliedel deis Bestellen und die Fürsorgetätigkcit de l Kinderhortes noch zu wenig bekannt, und es wäre recht wünschenswert. .wen» diese dein Woble der Kinder unsrer Annen und Bedürstigen geividinete Wohliahrtscinrichtung in weitesten reiten bekannt würde. Wie iväre es, liebe Leserin 1 nd lieber Leier, wenn Sie eiunial ein Stündchen sreie Zeit opferten, uiu Dein .Kinderhort einen Besuch abznstatten? Si« könnten sich dann selbst davon überzeugen, in welch umfasse»! ier Weise sich dort ivcrktätiae Nächstenliebe, durch Betreuung d« r jungen und jüngsten unsrer (R'meiiidekindcr auswirkt. Si, ivürden leben, uiie unter der Leitung der geprüften Hortner n, Fränlein Jakob, vormittazfs die vorschnlpilichtigen St leim it spielen und nach Fröbclsckxr Art -Handfertigkeiten erlerne i. Nach Schnlschlnst kommen die grüneren Kinder und nach g, meinsam eingenommenen Mitkägessen schlafen die Kleinen nn) machen die litronen unter Aussicht von sreiwilligen -Helferii neu ihre i Schulausgaben. Noch lxmte zählt zn den eisrigstcn .Helferinnen »Tran Therese Prister. — OuVcti dem Becher wi :b fleißig gearbeitet. Es ivird genäht, gestopft, gestrickt, gezei hnet, geklebt. gemalt, aber auch gespielt und gesungen. E ne Ausstellung. die der .Hort anschließend an seine Ebani kkahseier veranstaltete, legte beredtes Zeugnis von (iieichuflihfcit und Fleiß ab. -Herr Tr. Erwin Salinger hat in dankenswerter Weise die ständige ärztliche Beaufsichtigung der Kin »er übernommen. Tie Sommerserien verbringen alle.Hortkinder im Ferienheim Tberrockwitz Ter Vorstand desKinderhortes batte die Hoffnnnf gehabt, zur Feier seines Jubiläums einen längst gehegten Wmisch in Er'üllnng geben zn sehen, die Schaffung eines größeren, nach modernen sanitären Grnndsätzcn eingerichteten .Heim?. Trotz aller Werbetätigkeit, trotz dem jederzeit von der Freternitasloge entgegengebrachten Interesse ivar es aber leid, r bisher nicht möglich geivefen, die Mittel hiersür anfznbringe 1, konnte doch nur mit Müde dasjenige tferbeigeickafft »verden, vas zum Fortbestand des -Hortes in seiner jetzigen Verfassung nnbedingt nötig war. Soll aber das Werk sich in wünsclie isiverter Weise entnückeln. sollen die Sttitber sich in gesunden und sonnigen Ränmen bewegen und -ihnen alle Wohltaten der Gesundheitspflege zugute kommen, dann ist es unbedingt eriorderlich, Mittel ansznbriitgen. um die jetzigen, reczt ungenügenden Räume der Mietwohnung gegen ein g, eignetes Heim anszntauschen. An einem alte» Schuchanf unsrer Blasewitzer Vontadt stebt der lateinische Satz: Welch größere Wohltat können wir dein Staate < rweisen, als tnrstwir die Jugend belehren und erziehen. lind in der Tat kan» man dem .Kinderhort nn rer Genieinde keine größere Mizivoh enveiien, als Mittel nr Derfügung zn Nellen sür die Ertüchtigung unsrer Jugend. An dieser Ertüchtigung mitznhelsen, trägt der Israelitische Kinderhort einen ivesentlichen Teil bei, und es darf! aller an dieier Stelle die Hoiinpng ausgesprochen werden, >aß ihm anläßlich seines Jubiläums reichliche Spenden und Mitgliedsbeiträge ans den Atreifen unsrer Gemeindemitgli'der znsließen: zum Woble unsrer jüdischen Jugend! Ter Posrauflage dieser Nummer liegt eine Zählkarte eird gebeten, Spenden sür den Kinderhort auf diesem rilösen. bei: Es Wege ab- Die tzagada in geschichtlicher Beleuchtung Vöin Rrtbbiiier Tr. Hampel, Schwedt a. O. Tie biblische Geschichte ist eine Religionsgeschichte. in der die Ueberzengnng von Gottes Allmacht und Allwissenheit die Jeder gesiihrt hat. Taher tverden in ihr historische Begelx'nheitcn nur soiveit behtNidelt, als dies der Stärkung jener Uebekzengung dienlich ersckfeint: was dagegen jenen religiösen (isedanfen nicht direkt berührt, ivird oft übergangen, itzibelnnimert um seine sonstige historische Wichtigkeit. So ctscheinen die Erzählungen der Bibel, zumal in ihren älteren Partien, dem geschichtlich interessierten Leser zuitieilen lückenhaft, und so oft er ein vollständiges Bild zn gewinnen sucht, sieht er lick genötigt, nach anderweitigen historiscix'n Ergänzungen sich nmzusehen, um diese Lücken ausznfüllen. In einer solchen Lage befindet sich der Jude, der feine Sederabend-Lektüre in historisckx'iu Lickte betrachten möchte. Schon allein das fehlen der Eigennamen der hier in Betrachts kommenden ägyptischen Pharaonen empfindet er schmerzlich', -denn eine fast unübersehbare Literatur, die seit Josephus jene Pharaonen 311 eruieren sucht, iväre überflüssig, wenn auch nur einer dieser ägyptisäzen Könige mit Namen anfgesührt wäre. Es gereicht uns daher zur Freude, daß die Fortschritte der Acgyptologie es uns heute ermöglichen, die biblischen Erodns- Erzählungen in den Rahmen der ägyptischen Geschichte einznfügen, und zwar mit einer Siclferheit, wie sie sür jene frühe Zeit kaum größer sein kann. Ties vermögen wir bereits feit geraumer Zeit. Wenn jedoch gerade in den letzten Jahren diesen Feststellungen von vielen (tzelchrten eine andere Wahrsckieinlichkeit entgegengestellt ivird, so hat man es in Wirklich feit lediglich mit einer neuen Kombination zu tun, an der weniger chr historistlzer Wahrheitsgehalt, als vielmehr ihr sensationelles Aussehen verlockend wirkt: es ist der Jnschriftenfund von El-Amarna, der hier venvirrend ivirkt. Tieie klassische Entdeckung verdankt chre stürmisch wirkende Ueberraschnng in erster Linie ihren Berichten von den palästinensischen Kämpfen der <8habirn-Ebräer unter Pharao-Amenhotep IV. Man begreift es, daß der Reiz, diese croberndeii Ehabirn-Ebräer mit Israels Einfall in Palästina zu identifi zieren, bis heute noch an Kraft nichts eingebüßt hat. Tabei ' muß aber der Erodus um Generationen hinaufgeschoben werden, uird ganz andre Pharaonen treten dann auf die Bildfläckfe. Wie verhält es sich aber in Wirklichkeit mit diesem Problem? Wenn man das unschätzbare Amärna-Archiv für die biblische Geschichte verwerten will, ohne sich von verlockenden Hypothesen einfangen zu lassen, so bietet uns die Episode von den Ekabirn-Ebräcrn der Amarna-Briefe eine erwünschte Ergänzung zu der ägyptologischen Beleuchtung der EroduS- Er,zählungen, wie sie sich bei richiger Vergleichung der biblischen mit den ägyptologischen Berichten geradezu zwingend ergibt. Ties sei hier in gedrängter Kürze dargetan. Tie IN. ägyptische Tynastie, durch den großen Befreier Aegyptens von der syrisch-palästinensischen HyksoSherrschaft begründet, lnMc die siegreichsten Pharaonen anfzmveiscn. Ihr gehörte auch der ruhmreiche Pharao Thotmes HI. an, der mehr als ein dutzendmal mit seinem .Heere über Palästinas Boden mar-' schiert ist. Taß die israelitischen Stämme, die unter den semitischen -Hyksosherrschern angesiedelt wurden, von den Pharaonen der 18. Tynastie, die Aegypten von jener Semiten- Herrschaft befreit haben, sehr scheel angesehen ustd auch zum fcmsprecft-Anlafleii jedes Systems Vollautomatische Anlagen, Reihenschaltungs-Anlagen Glühlampen-Zentralan, Haustelephon-Anlagen ln höchster Vollendung lii Kauf und Miete führen aus Dresdner Privat-Telelon-Gefellfchalt Femspr.-Sammel-Nr. 25631 Auskünfte und Ingenieurbesuche k G. ■.*. M. Dre$deil-A.l Wilsdruffer StraSel5 ostenlos und unverbindlich

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