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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-03-01 · 3 (3.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
3 (3.1929)
Date
1929-03-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Gemeindeblatt der Israel tischen Religion-gemeinde Dresden Nr. 3 Aufruf zur Schaffung einer jüdischen Arbeitertotonie Hauptslelle für jüdische Wandelfürsorge. Ber in X 24. Auguststraße 17. Postscheckkonto: Berlin 91*<6 Das deutsche Judentum Kat sich in der -Hauptstellä siir jüdische Wanderfürsorge das Organ gesclwffen, das der liege lung der jüdischen Wanderung und ihrer Fürsorge in Dqutichland dient. Ter jüdische Mensch, der sich auf der Wanderung befindet. Kat es nicht mehr nötig, sich von (Gemeinde zu Gemeinde ourckzuschnorren. er Kat es nicht mehr nötig, in die -schlier zu gehen, um sich die notwendigen Mittel für seinen Lebens Lage, ihres. Hecht eimal •* unterhalt zu erbetteln. Jede Fürsorgestelle ist in der kraft der finanziellen Zusammenfassung aller (Hemeindcn Bezirkes weitreichende Hilfsmaßnahmen zu ergreifen, schütz zu erteilen, unmittelbare Beförderungen in die vorzunehmen, im Einzelfalle durch Verbindung mit dcsm jüdischen Arbeitsnachweis Arbeit zu beschaffen. 7000 bis 8000 Juden uwndern alljährlich innerhalb Deutschlands, ein Teil von ihnen befindet sich auf Arbeitsuche, ein andrer Teil will nach der Heimat reisen, andre wie >erum lvarten auf Heimatpapiere, Staatenlose auf Regelung ihrer Staatsangehörigkeitsverhältnisse. Strafentlassene au' die Möglichkeit, sich wieder in das Wirtschaftsleben einz^uo:dnen. Tie beste Organisation muh dem Problem der Wanderfürsorge hilflos gegenüberstekcn. wenn es ihr nicht gelingt, sich die Möglichkeit zu verschaffen, unabhängigvom A cbcits markte einzelne Menschen in Unterkunft und Arbgit zu bringen. , Alle Fachleute und führenden Persönlichkeiten der Wanderfürsorge sind sich darüber einig, daß wirkliche Aussicht auf durchgreifenden Erfolg nur eine Arbeiterkolosiic auf landwirtscljastlich-gärtnerischcr Basis mit Arbeitswerkstätten gller Art geben kann. Tie jüdischen Landesverbände Deutschlands haben sich mit dem Projekt der -Hauptstelle befaßt, bedeutende Fachleute sind zur Begritachtung herangezogen ivorden. Es ist ein landwirtschaftlich-gärtnerisches Projekt in Aussicht genommen mit der Möglichkeit, vorläufig täglich fünfzig Wanderer aufzunehmen. Tiefe Zahl wird sich durch Ausbau des Betriebs im Laufe der Zeit lvrvielfachen lassen. Das Projekt beansprucht einen Kostenauswand-von etwa 300 000 M. Reich und Staat haben ihr Interesse für diese erste jüdische Arbeiterkolonie bekundet und ein Darlehen von 60 000 M. bewilligt. Tie Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbände hat ihre Zustimmung bereits gegeben. Es ist zu hoffen, daß alle jüdischen Landes- und Wohlfahrtsverbände Teutschlands diesem Projekt ihre Aufmerksamkeit und ihre Unterstützung schenken werden, da es sich hier um eine der ernstesten Wohlfahrtsfragen des deutschen Judentums handelt. Die Landesverbände Bayerns und Sachsens haben ihre Sympathie bekundet und ihre finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt. Ter Wohlfahrtsausschuß des Preußischen Landesverbandes hat in einstimmiger Resolution beschlossen^ dem Großen Rat des Verbandes die Subventionierung der Arbeiterkolonie zu empfehlen. Tie Errichtung der ersten jüdisclien Arbeiterkolonie bedeutet einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Wege zur Produktivierung der jüdischen Wanderfürsorge Teutschlands. Der Reichsvorftand der Sr auptstelle für jüdische Wandersürsorge S. Adler-Rudel, Berlin. Tr. Georg Baum. Berlin. Alfred Berger, Berlin. Eugen Easpary, Berlin. H. Ehassel Ham bürg.- Tr. Oskar Cohn. Berlin. San>Rat Tr. Et linger, Frankfurt. Rabbiner Tr. Freund. Hannover. Earl Gold fchmidt, Leipzig. Dipl.-Ing. Grümvald, Beuthen. Rechtsanwalt Mar Jacobsohn, Breslau. Rechtsanwalt Tr. ioppel, Bochum. Tr. Mar Kreutzberger, Berlin. Hugo Levy, Bremen. Wilhelm Marcus, Berlin. Rabbiner Tr. Oppenheim, Mannheinl. Rabbiner Tr. Rieger, Stuttgart. Rabbiner Tr. Salomonski, Berlin. Legationsrat Prof. Tr. Sobernhcim. Berlin. Tr. Walter Stein. Königsberg. Justizrat Dr. E. Straus München. Prof. Tr. Türk, Berlin. Rabbiner Tr. Wilde. Magdeburg. Siddy Wronsky, Berlin. BferutfaMificif uiKereJiKcrenkit des anspruchsvollen Rauchers Die bewährte Bezugsquelle SchloBstraB« Eck« groBa BrOdargaata Nach langjähriger fach ärztlicher Ausbildung an der Uni\ ersitäts-Kindcrklinik Heidelberg (Prof. Aloro), der llniversi äts- Kinderklinik Wien (Prof. Freih. v. Pirquet) und dem Ka iser- und Kaiserin-Friedrich-Kinderkrankenhaus Berlin (Prof. Fi: ikelstein) habe ich mich iij Dresden, Alünchner Platj lc. als JadiarztwXinderkrankheit dr. med. Xermann ftöthler Sprechzeit: 9—10, 3 — 4, Sonnabends 9—11 Uhr. Ruf 48474 +Röntgeneinrichtung, Lichtbehand lung.

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