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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-03-01 · 3 (3.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
3 (3.1929)
Date
1929-03-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 3 Gemeindeblatt der und ztt überlegen, wo diese durch besondere Einist beheben oder doch zu lindern sind. Werden noch häufig geschieht — die Maßchahmen und der politisclien Verbände von der staritas unii geahmt, so hänfen sich inankiie Einrichtungen ü nxihrend sich auf der andern Leite schmerz Lücken anstnn. Was dem Sozialhygieniker in der pflege der jüdischen Ok’iiit’inöe unnötig, ivas nc ivo ihm ein Aufbau, wo ein Abbau angezeigt den folgenden Zeile» angedentet. ichtlingen zu ivie es jetzt Einrichtungen i rerlegt nachhcrflüssig an. ich fühlbare Wohlfabrtsiig erscheint. sil)eint, sei in III Füglich saugen nur mit der Not an. die am Judentums rüttelt, mit dem (i c b » r tc 11 r ii cf (Geburtenziffer der jüdischen Bevölkerung bleibt. sraelitischen Religionsgemeinde Dresden Seite 3 Bestand des z a n g. T ie ivie schon er wähnt, nicht unerheblich hinter dem Durchschnitt zurück, obwohl allgeniein in Deutschland ein getvaltiger, in so kurzer Frist in aller (beschichte nie beobachteter Rückg mg der 05c burteuziffcr festzustellen ist. Während zum Beit' nel in Prcuszen im Jahrfünft 187f> SU auf je 1000 Juden d irchschnittlich 32 Geburten trafen, sank diese Ziffer ans 17 in Jahrfünft 190.V10 und betrug unter anhaltendem Linke t inr Jobre 1025, nur noch 13, also nur noch etwa.40 Pro>ent der Geburtenziffer von 1870 80. Wenngleich auch bei d>r christlicl»en Bevölkening ein dauernder Geburtenrückgang fe tznstellen nt so entfielen jedoch immerhin auf je 1000 der christlichen Be-« völkerung Preußens 21 Geburten im Jahre 10!!-) (gegen U. bei der jüdisctien). Ter Unterschied ist so bedeutend, daß die christliche Bevölkerung noch immer einen Gebn stenübenchuß hat. bei den-Juden hingegen die Zahl der Lterwfälle die der (Geburten bereits übersteigt. Die Zahl der deutschen Juden müßte also schnell und beständig sinken, ivenn s c nicht durch die östliclie Zuwanderung ausgefüllt würde. Das Problem des Geburtenrückganges ist zwar nicht nur jüdisch, nicht eiitmal nur deutsch, sondern übcrscixittet alle stulturländcr. Daber haben auch Gesetzgebung und Berival tung der vornehmlich betroffenen Staaten nwiiclierlei Ab wehrmaßnahmen ergriffen (Steuerliche Eutlasti ug. Olehallsnnd Lohnzulagen. Erziebungsbeihilfen ». a. m. für .stinderreiche). Trotzdem muß die jüdisctx' Wohlfahrtspflege in diesem stampfe kräftig Mitwirken. Nicht nur weil hei de» Juden das Problem ganz besonders brennend ist, sondern weil die von lßesctzgebung und Venvaltung getrc ffenen Maßnahmen nicht so'stark sind, daß sie einen Anreiz z ir Geburten- Vermehrung zu geben vermöchten. .Hier ist ein 2Musterbeispiel für die Notivcndigkcit karitativer Mitarbeit zu zeben. indem die Maßnahmen der politischen Verbände genügend sich ausivirken. Tie Wohlfahrtspflege der jüdischen O emeinde hit hier eine wichtige, den Bestand des Judentum s berührende Aufgabe vor sich. Durch Braut-Ausstattnngskassi n. durch sonstige Erzichungsbcihilsen usw. ivird die jüdische Wohlfahrtspflege um so wirksamer eingreifcn können, als ihr auch die Möglichkeit religiösen Zuspruchs offensteht. an nüpfend an das in unsrer Lehre imnier wiedchckebrende Loli und Gebot der Fruchtbarkeit. In diesem Zusammenhänge balte ich es für nützlich daß die jüdischen Gemeinde» eigene E h c b c r a - t luiffi st ellcn einrichten. — Tie gesundheitliche Fürsorge f :i r Säuglinge und stleinkinder in ihrer offene n Form ist --:--- in Deutschland im allgemeinen so gut. ausgebant, zumal in den Groß- und Mittelstädten, daß sie einer Ergänzung durch die staritas nur auf gewissen Teilgebieten bedarf. Von der Errichtung jüdisct)er Beratungsstellen für Lchwangere, Säuglinge und stleinkinder kann füglich Abstand genommen werde». Diese Anstalten sind von den politischen Gemeinden in durchaus genügender Zahl und Güte eingerichtet worden: und die Erfahrung lehrt, daß sie gern von jüdischen (auch ostjüdisctx'n) stlienten ausgesjichr werde». Hingegen liegt die E-r h o I u n g s f ü r s o r g e für .stleinkinder von 3 .bis 0 Jahren noch recht im argen. Bekanntlich ist für stleinkinder die Erholungsfürsorge j kostspielig und organisatorisch schwierig. Die Erholungsinöglichkeiten für Lchüler in Form von, Ferienwanderungen,! Tageserholungsstätten und ähnlichen verhältnismäßig billigen Veranstaltungen koininen für stleinkinder nicht in Betracht. Hier können nur E rl, o l n n gs li e i in e helfen. Und deren Zcrhl ist außerordentlich gering: die öffentliche Fürsorge ist genötigt, privaten Hennen stleinkinder zuzuweisen, um wenigstens dem dringendsten Bedürfnis z» genügen. Trotz Prüfung und - freilich nchist nnznlängliclier lleberwachung erfüllen diese Heime hänflg nicht die Anforderungen, die die öffentliche Fürsorge stellen innß, wenn sie sich ihrer Verantwortung bewußt ist. Ter gesetzliche Schulzwang hat die Leffentlichkeit zu einer gilt ausgebauten Erholungsfürsorge für Lchüler verpflichtet.! Um io stiefmütterlicher sind, wie gesagt, die stleinkinder bedacht: und das ist so bedauerlich, nvil ja die Heilwirkung von Luft und Lonne um so kräftiger und nachhaltiger ist. je jünger der Mensch ist. Der jüdischen Wohlfahrtspflege fei " datier die Errichtung von E r - hol» n g s b e i m e n i ü r st leink 1 nder dringlich ans Herz gelegt. ' | - Recht dürftig ist in Deutschland auch der Stand des st i n d e r g a r t e n w e s ein S, zumal von der bygieniictx'n Leite betrachtet. In Berljn z. B. dürften in den öffentlichen stindergärten kaum mehr! als 8 bis 10 Prozent der .stiein kinder Platz finden. Tb> man dies freilich angesichts der lwgienisch und pädagogisch öfters nicht unbedenklichen Einrichtungen beklagen soll,! steht dabin. Tie jüdische Wohlfahrtspflege wäre bernsein die Zahl der stindergärten zu vermehren und sie so anszugfstalten. daß die Gefahren, die mit jeder Anbänsung von stindern verknüpft und. ans ein Mindestmaß znrüchgefübrt werden. i *' »iodit befriedigend -tfti i» Deutschland die L ch ü lerf ii r s o r g e ausgebaut. Sie ist der älteste Zweig der modernen soziallnigicnisüie!» Jugendsürsorge. Ter gesetzlicl-e Lchulzivang hat, ivie erwähnt, ihre Entivicklung sehr gefördert. Tie schulärztliclL' lleberwachung genügt In bcji- Groß- >ind Mittelstädten im allgemcinen dem Bedürfnis. Für die körperliche sträf igung der Schuljugend ist hinreichend gesorgt. Die L wrtfrendigkcit unsrer Zeit erfaßt auch Lehrer und Schüler. Auch die Erholungsfürsorge genügt. Hier sehe ich für die Wohlfahrtspflege der jüdischen Gemeinde von Einzelfällen abgesehen — kaum eine Gelegenheit, nutzbringende Arbeit zu leisten. (Natürlich müssen jüdische Schulen schulärztlih ebenso gut versorgt sein wie die Schulen der politischen Gesncindcn.) Wenn ich sagte, daß die Sportfrendigkcit alle Juccnd ergriffen habe, so macht die jüdische Jugend hiervon koinö' Ausnahme. Einen Sonderfall \[/Prin £e/h^fi ea fer v[/ W Prager /Straße 5ZL W Jedes Programm ist ein CreiQnis usocfrentags / 4,‘M7 und IS *Ukr , Sonntags / i, t, 7 und 9 <UAr

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