Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 3 (3.1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Gemeindeblatt der Jsi aelitischen Religionsgemeinde Dresden Was für Aufgaben falle Gemeinde- -W I<un -ir. »i I 1 ‘ Zic soziale Hygiene studiert die Einflüsse, soziale Bindung ani die (>)ein»dheit des Mensche! Mensdxngrnpven ansübt. Während die normale mative, Hygiene dtirlegt, etwa wie Wohnnng, Klc nährnng nsw. beschaffen sein müssen, damit ne die beit nicht schädigen, sondern bewahren und Hebei die soziale Hygiene die Ausgabe, Wohnnng, >tlejd nährnng kennen zulernen, wie sie auf l^rnnd de faltigen sozialen Bedingungen tatsächlich und: st aesundbeitlickien Schäden auf, die sich daraus er die wirklichen ^ebensbedingnngen mehr oder rti binter den Forderungen der norimitive» Hygich bleiben: ne gibt endlich die Wege' an, ivie die' sozialen Drönung erwachsene (Gefährdung der l'les beseitigen oder doch zu verringern ist Es in klar, daß bei der Lösung vieler Frage» i ie Sozial Hygiene, das (ilediet der „reinen" Sozialivisfenschaft'n berühtl und schneidet:' wird ne doch von iinuidteit For chern den Sozialwifseusdxrften z,»gezählt, jedenfalls bedic it ne iitl: häutig sozm11vi'ienschastliäier Methoden, so der 2 atistik fit ihre Ziagnoseu, der Wohlfahrtspflege für mai che Wege ihrer Therapie. Zie sozialhygieniictx'n Borschläge und Maßuahiiten werden um so erfolgreicher sein, je schärfer und enger die besondere Not, der besondere Scheide zuvor umgrenzt und bezeichnet werden konnte. Zie Abgrenzung des Menschheits- oder Volksganzen in zablreiclx' (^ruptfii ist nötig, eamit jede für eine besriinmte sozialhygienisctv Fragestellung möglichst 'gleidiartig zusammengesetzt ist. Anders stellt sich las Wohn Problem dar für den Wohlhabenden als für den Ä rinen, für den Städter als für den Bauer, für die kinderreiche Familie als für die kinderlose unv. Nr. 8 n der Sozialhygiene in der jüdischen ohlfahrtspflege zu? d. Mtiitnb I u fl c n b r c i cf), Berlin * )i'fld)c die i und der x'sser nordüng, Ei- Gesund sevt sich nng, Ermannig deckt -die itebey. das, ijider weit :c zurückaus der indbeit zu Eine ioldie (Gruppe stellt nun' die Jndensche f r e i l i di nur i n n e r b a l b i e b r enger S di Zie judenidiaft iozialhygieniidi zu beleuchten, ordentlich iclswierig, falls man hierbei, wie in all i'dxrft sonst, voraussetzungslos zu Werke gehen wertlose Wust der Tcudenzidiriftstellerei konnte zu diesem mäditigen Umfange gedeihen, weil er n wandfreie Methodik gar nicht kümmerte Für ait Ml idtaTtlidie Betrachtung beginnt man erst die Bausqe sam zusammenzntragen. dar ranke n. sr außerr Wissenivill. Ter r desl)alb um einie wissenine müh- <b keineswegs m es angängig, Unteridiiede in fett (Morbidität- und Sterblichkeit (Mortalität) indischen und der christlichen Bevölkerung ohne w Ranenmcrkmalc zu bezeichnen. Zweifellos und llnterfchiede bedingt durch soziale B c r s beiten. Zie Voraussetzung einer besonders ans gerichteten Sozialhygiene und Wohlfahrtspflege ist nis der sozialen Gliederung der Juden mit Hinlvc Abweichungen der andersgläubigen Bevölkerung hygienisch höchst bedeutsam ist der Altersauf > Volksgruppe. Zie Juden — wir betrachen hier zii> .(tränklichnichen der öfteres als 2 meisten jedendie Juden sieKenntis auf die Sozialo u einet ilnmer nur die deutschen Juden haben den traurigen Ruhm, in der! Beschränkung der .Minderzahl die Spitze zii halten. Ziese I xtinderarmnt spiegelt iid) in der Statistik so, daß bei den i Juden die jugendlichen Altersklassen dünner, die älteren dickster besetzt sind als beim Durchschnitt der Bevölkerung. Wenn' also gewisse Krankheiten, wie etwa Zuckerharnrnhr oder xirebs, bei den Juden, bezöge^ auf ihre Gesamtzahl, häufiger Vorkommen, als dem' Bevölkcrungsdurchsdmitt entspricht, w kann das daran liegen, daß diese dem höheren Alter zu gehörige» Krankheiten bei den Juden anteilmäßig mehr Menschen vorfinden als beiin Durchschnitt des deutschen Volkes, lim riditig zu urteilen, darf man daher nur gleich' altrige Gruppen vergleidx'u. Falls sich erwiese, daß and) bei solchem Pergleidv die Juden ungünstiger absckmitten. so mühte man noch prüfen^ ob andere soziale Verschiedenheiten, wie ettva Beruf. Wohlhabenheit nsw., als Ursackien für die geringere t Widerstandskraft der Juden gegen Zuckerkrankheit oder Krebs! in Betradit kommen. Erst wenn alle diese Tinge geklärt »nd als Ursadx'n abgelchnt werden müssen, dürste man konstitn tionelle, rassische Eigenart vermuten. Dies nur als Beispiel, wie wichtig. wie nnerläßlid) es ist die soziale Struktur der Inden, zn der ancki der Altersaufbau gebärt, genau zu kennen, bevor man soziale oder sozialhygienische Maßnahmen trifft, (Gegenwärtig freilich ist hieb und stichfestes Material noch schwer zu beschaffen. Hoffentlich sdzasft die in der Akademie für die Wissenschaft des Judentums in Angriff genommene Statistik chie dringend notwendige Unterlage. II Die Wohlfahrtspflege der j n d i s ch e n Gemeinde dürste grundsätzlich und wesentlich die Aufgabe baden, da cinzugreiscn, wo die allgemeine öfsentlichb Wohlfahrtspflege (der politischen Gemeinde, der Provinz, des Staates, des Reiches) einer durch die Zugehörigkeit zur Judenheit nidit oder nickst genügend Hilfe dringen kann, eben weil sie zugeschnitten ist aus den Dienst am Volksganzen. Ich weiß wohl, daß io enge und strenge Grenzen von der Karitas gesprengt tverden: ich iveiß aber auch,- daß diese Grenzühertretung fick) au der karitativen Wohlfahrtspflege rächt. Wenn die jüdische Wohlfahrtspflege Einrichtungen schasst die bereits von Stadt oder Staats wegen bestehen und von den jüdischen Bürgernmit gleichem Vorteil benutzt werde» können >vie von den übrigen, so bedeutet das nichts anderes als eine Vergeudung der an sich sehr knappen Geldmittel, die für die Wohlfahrtspflege flüssig sind: es verwirrc darüber hinaus die Lrdnung der Wohlfahrtspflege: Denn eine.Hauptforderung ist ja, daß der Fürsorgebedürftige nidit gleichzeitig und zu gleichem Zwecke mehrere stellen der öffent lichen Wohlfahrtspflege in Anspruch nehme — aus den eHcn angedeuteten Gründen. Freilich ist es für die Karitas bequemer, beivährte Maßuahncen der politischen Verbände nun ancki ihrerseits zu schassen, als festzustellen, wo sich besondere, durch die Zugehörigkeit zur Religionsgemeinschaft bedingte Nöte offenbaren. fernspredi-Anlaqt n jedes Systems Vollautomatische Anlagen, Reihenschaltungs-Anlagen Glühlampen-Zentrplen, Haustelephon-Anlagen In höchster' Vollendung id In Kauf und Miete führen aus iyat-Telefon-GelellIchait I •.■.h.n. Dresdner Prf Femspr.-Simihel-Nr. 25^)31 DK8(l6DBAil Wilsdruffer Strafte Auskünfte und Ingenieurbesuchej kostenlos und unverbindlich