Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 8 (12.1928)
- Date
- 1928-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 8 «meindeblatt der I raelitischen Religionsgemeinde Dresden Seite 5 Die Rot der jüdischen Jugend M A,t Bom Verbanl uns folgender Jugendnot? — So ma dieses Wort vernimmt, das schon allzuoft von der Ju, die Rede. In jeder Versam d, jugendliche das Wort, um ihr w ehr ve r bedeutsamen Lebenskreis ten, unverstandenen und zu reden oder zu schreiben Fanfarentöne von der I reiften scheinen, als habe si der öffentlichen Meinung der Jugend gesenkt und dieser Wage sozialer und h nur kümmerlich leichten Mangel an Altersheimen, der Vierzigjährigen, die, v, drängt, oft genug zu bitters verurteilt sind, weil die sie angeblich ersetzen kann Leid der Rentenempfängers, Arbeit mühsam errungene dienten ruhigen Lebensabesi flössen, sich noch am Rande das tägliche Brot gewandel gäbe der Allgemeinheit, zui die Last derer zu erleichte^ Schaffenskraft hinaus sind, ben an das Leben nicht m Lebensdrang zu schöpfen mal allein, ohne fremde Hi steinige, hindernisreiche K lassen, ohne daß vorher das die Steine entfernt würden" angesichts der mannigfach« seinen eigenen Werdegang i h m geholfen habe, es vosi Wohlstand zu bringen, in Jugendpflege. Jugendwohl rannte Begriffe waren, in tigen Sinne Problem war, und Achtung vor dem Alter hatte. Es sind nicht nur die ewii die Träumer von der „guter ähnliche Stimmen ausgeher nügen, in diesem Zusammefi theoretisieren, die, aus dem die alten Stützen einer mo Platz zu schaffen für ein am hastigeres Menschenrecht; kann sich nicht zufrieden weis auf die großen Umw beschwichtigen und zu übertH von Jugend und Alter ist Ideen zwischen alt und ' der Geschichte. Nein, wer den Alten von Jugendnot nah Ni t Von der jüdischen Jugentsv. ikcl zu: sicher der Aelteren wi Gefühl haben, als sei gend und ihren angeblb mlung, in jeder Zeitscyr cfus irgendeinem mehr aus von der bedrängsi volles Recht fordernd Und es,will ange nd so manchem Alts ih die Wagschale des heutzutage allzusehr Alter und seine lanitärer Kulturarbeit Gewicht bedacht. Wir ir wissen von der ma n ihrer Arbeitsstätte :em Elend für sich und Jugendkraft der Zwasz ynd billiger ist; wir deren durch Jahrzf Ersparnisse ihnen ni d brachten, sondern ii des Grabes in graue haben. Wäre es ni höchst alle Kräfte zu so n, die über die Jas und die zu stützen, dii aus sich selber, a: mögen und die Jug fe, nur sich selbst der: ampffeld des Daseisis Unkraut sorgsam aut Mancher Erfolgreiche n Forderungen der Senken und sich fraget harter Lehre bis z einer Zeit, in der ahrt oder 'gar Juge Ser „Jugend" noch ni sondern nichts als eige und seiner Erfahrung Joseph Wei creme geht wenn er! icgenwärtig chen Nöten ist nehmen rder minder n, gehemmen Jugend ichts dieser n und Ge- Pohlwollens der Seite e seien auf mit einem sehen den' seriellen Not einmal derihre Lieben igjährigen kennen das hnte zäher den vernichts zer- Sorge um die Auf. mmeln, um re eigener den Glaueigenem erst ein-- tjrauend, ins schreiten gejätet und aber wird Zugend an wer denn heutigen Worte wie ifdnot unbe» im Heu- Streben;u bedeuten cht üht ns cnd um iht res ich gele imtj g Gestrigen und Selbst; alten Zeit", von deney Darum wird es a Hang von den „neuen Schmelztiegel des Kriege: rschen Kultur stürzen Heres, besseres, steieres Zeitalter „neuer n, jene Sstmmen mit Atzungen im Erziehung! nen. Denn die Gegen a nicht neu, und der vollziicht sich seit der heute mit dem Einsich sprechen will, der muß ufriedenen solche und nicht ge- Jdeen" zu >s geboren, mußten, um s und wahrchachlichkest" dem Hin- ^swesen zu i Verstellung Kampf um Anfängen igen unter aus klarer. nsaft, Chemnitz nüchterner Wirklichkeit, aus dem Leben selber auszeigen, was dem Jugendlichen der Gegenwart gegenüber dem der früheren Zeit seinen Levensgang erschwert, muß an Hand von Tatsackien zu beweisen versuchen, daß die Entwicklungswege des jungen Mensckien in religiöser, sozialer, biologischer und wirtschaftlicher Hinsicht heute in vielem schwerer gangbar sind als in den Jugendtagen unsrer Eltern. An die praktischen Idealisten wollen wir uns wenden, sie allein können und werden uns verstehen und helfen. Für schöne Theorie und schwächliche Ideologie ist d i e s e Zeit nicht geschassen. Uns beschäftigen hier die Nöte und Schwierigkeiten des jungen Juden, die sich in vieler Beziehung mit allgemeiner Jugendnot decken, doch gemessen an den Hemmungen in der Lebensentfaltung und Daseinsbehauptung der Judenheit eine besondere Betrachtung verdienen. Greifen wir darum irgend einen der vielen in Kriegs- und Nachkriegszeit ausgewachsenen jüdischen. iungen Menschen aus der Wirtschastssphäre des Mittelstandes (die ja inzwischen schon vielfach gesunken ist) heraus und beleuchten seine Jugendjahre von der besonderen religiösen, von der allgemein-seelischen, von der gesellschaftlichen und von der wirtschaftlichen Seite. Hierbei ist es unumgänglich, diejenigen Folgen des Krieges zu erwähnen, die sich nicht statistisch feststellen lassen, aber auf lange hinaus fühlbar sein werden. Die mittelbaren Opfer des Krieges, die etwa in den Jahren 1905 bis 1918 Geborenen, die in den wichtigsten Entwicklungszeiten der Milch und jeglicher Kraftnahrung entbehrten, also eine physische Not erlitten, die keine noch so gute spätere Pflege gänzlich wieder ausgleichen kann. Sally Mayer 4 Altmarkt 10 Ruf 12045 1 Das Fachgeschäft für | 4 j Schreibmaschinen Zeitgemäßer j Alle Arten Drudesachen Bürobedarf vornehm, schnell, preiswert wer wollte glauben, daß sie später das gleiche zu leisten imstande sein könnten wie die Aelteren, in normalen Verhältnissen Aufgewachsenen? Man sehe sich daraufhin einmal die heutigen Barmizwahknaben und die 14- oder 15jährigen Lehrlinge an und ziehe in der Erinnerung die entsprechenden Vergleiche. Man vergesse dabei nicht, daran zu denken, daß das Leben heute ganz gewiß eine erhöhte Widerstandskraft erfordert, die der Jude ja ohnehin stets in doppeltem Maße gebraucht. Die religiöse Tradition im Elternhaus, soweit sie vorhanden war, hat durch deck Krieg, schon durch die Abwesenheit des Vaters vielfach gelitten, so daß dem Kinde mit seinem Eintritt in die Schule die ersten aus der Anschauung entstehenden religiösen Eindrücke fehlen. Die Atmosphäre der Schule — wir wissen es —- ist, milde ausgedrückt, häufig nicht frei von Abneigung gegen jüdische Schüler, sowohl von seiten der Lehrerschaft als der Schulkameraden. Hier beginnen bereits die ungeheuren seelischen Bedrängnisse des jungen Juden HAUSFRAUEN.VORSICHT BEIM EINKMJFVni^LTTTER! KAUFT NUR VOLLWERTIGE I BUTTER!f DREMAA.G. LIFFERT NLjR GEC . FGTE - : : ' 'ir BEST- BUTTER DREMAA.G., WÜRZBURGER STR.;, FERNRUF 4*i115