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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1928-11-01 · 7 (11.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
4 (1928)
Issue
7 (11.1928)
Date
1928-11-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Nr. 7 Eine grohe Kundgebttag tat Berliner Herrenhaus Jum Protest gegen Friedhossckandung und rohe Gewalt 'batte der Central-Verein deutsct)er Staatsbürger jüdischen (Glaubens eine von vielen Hunderten besuchte KundMdung in das ehemalige^ Berliner Herrenhaus einberufen. Große tafeln mit Tutzenden von Photographien der Grab! und Friedhofschlindungen und Synagogenbesudlungen hegtet» Zeugnis für den traurigen Mut und die Auffassung a >. mit der die-Hakenkreuzjungen „Politik" treiben. Tie moralische Verurteilung solctier Taten wird in*allen ehrenhaften Li reisen des deutschen Lölkes, Etüden und Nichtjuden, geteilt. Tas bewies die überfüllte Versammlung, zu der auch die Vertreter der Behörden erschienen waren. Für die Reicksregierung hatte sich .Reichsjustizministor Tr. Koch. Wesei^ eingesunden, für den Landtag Präsident Bartels, für das preußische Fustizmininerium Staatssekretär Hölscher, sür das Berliner Polizeipräsidium Polizeivizepräsident Tr. Seif;. Ter Leiter der Kundgebung, der Vorsitzende des Central Vereins, Fnsiizrat Tr. Brodnitz, gibt eine kurze Uebrrsicht über die mehr als 60 Friedhosschändungen der letzten Fahre, die eine sckivere Verseuchung innerlmlb des dentsctxm Volkes bedeuten. Rabbiner Tr. Levi, Mainz, zieht den feigen Bursch n erbarmungslos die Maske vom (.Besicht,- die jetzt in den rheinischen l^ebieten, die vom Feinde geräumt sind, Mut zu Aus ickreitungen gegen ivebrlose Fuden kzaben. - Geheimrat Professor Ferdinand Blumenthal komnrt ai>s die schweren Ausschreitungen in Bremen zurück. ^iit 'A'üitteit der Reichsregierung nimmt darauf, kebbo ft be grüßt, Reicksjustizininister Tr. Liock das Wort: Seieis Sie überzeugt, das; die Reichsregierung gegenüber solckzen Ausschreitungen ihre Pflicht tun wird als Hüterin der Lrdnung und des Friedens und im Interesse des beutsck>en Ansehens im Ausland, iveil ne sich selbst durch diese Ausschreitungen ans das tiefne und schmerzlichste in ihrem Rechtsgesühl beleidigt fühlt. Sie haben darum recht getan, Ihren Protest" in die Welt zu schicken. Tie Reichsregierung schließ^ sich diesem Protest in jeder Hinsicht an. Nachdem der Vorsitzende der Groß-Berliner jüdische«!, Gemeinde, Kommerzienrat Gerwn Simon, sein Bedauern! dar über ausgedrückt hatte, daß die Milde der Rechtsprechung gegenüber den Uebeltätern oft in keinem Verhältnis zur Schwere des Verbrechens stehe, nimmt Rechtsanivalt Tr. Bruno Weil, Berlin, das Wort, um die Frage zu beantworten, weshalb die Schändung der Friedhöfe eine Angelegenheit aller ehrlichen, gerechten und anständigen Menschen sei. Wie Tr. Weil spricht auch Landtagspräsident Bartels unter stürmischem Beifall der Versammlung. Tirektor Hugo Lstberg führte aus, daß unter den Friedhofschändungen ganz besonders die jüdischen Gemeinden aus dem Lände leiden, die im schwersten Kampf um ihr» Cristenz Sally Mayer Altmarkt JO Ruf 12045 Das Fachgeschäft für , 'v Schreibmaschinen Zeitgemäßer Bürobedarf Alle Arten Drudesachen vornehm, schnell,preiswert stehen, Nach dem Liriegc haben die Juden auf dem Lande iveit mehr gelitten als die übrige Bevölkerung. Die kleinen Landgemeinden sind kaum noch imstande. Kultusbeamte zu unterhalten und den notwendigen Religionsunterricht erteile» zu lassen. So treffen die Angriffe gegen Gotteshäuser und Friedhöfe diese verarmten Juden auf dem Lande ganz be sonders und verursachen neben der materiellen Notlage ein seelisches Leiden, das das Materielle um ein Vielfacktes übertrifft. Staatssekretär Hoelscher voin preußischen Iustizmini sterium weist auf den Crlaß des Ministeriums hin, die Fried Hofschänder scharf anzufassen und in jeder einzelnen Angelegenheit Bericht zu erstatten. Cr hoffe, daß dadurch ein Rückgang dieser verbrecherischen Vorgänge eintreten werde. dÖomm DIE VORNEHME ZI GARET ■ , * (jaJmatzj » SöttNtJcttESoeN 'h) W rE il« Aettestes. fenom-rtlerto» u'*d führ,onde^ Verleih-Magazi Möbel Porzellan. Glas. Silber Stühle. Wäsche, Teppiche usw. Ferd.Menzer III fll) übernehme Lieferungen zrahstück». mi»-.«. nllSrOiltllt esst», Abendessen, kalten H «tlllllHl Büfett» fowit einzelnen * ,11 Mtrfte Etaöttüche am Platze warm«, pia««, ,T* (fl 8laDatzaellle» 4» Mal! 22872 in feinsten Ausführungen.

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