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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1928-11-01 · 7 (11.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
4 (1928)
Issue
7 (11.1928)
Date
1928-11-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Nr. 7 Seite 6 emeindeblatt der Israelitischen ReligionSgemeinde Dresden Durch mittelalterliche Iudengaffen Von Marcus Ehrenpreis äußerst beesrjayer seine lieht isdijchcr vcrdeni . Red. soeben ist im Wellverlag Berlin ein interessantes Buch' erschienen, das eine bisl nehende Lücke ausfüllt. Ter kenntnisreiche V ist der Lberrabbiner von Stockholm und schilderet :>ieiseeindrücke durch das heutige Spanien u mit besonderer Liebe den alten statten j Siedlung nach/ Mit Erlaubnis des Verlages öffentlichen wir einen kurzen Abschnitt au« »apitel: Turch mittelalterliche Judengassen Ter Beginn jüdischer Siedlung ans der Iberischen Halb iniel reicht in die vorchristliche Zeit zurück. Tie Inden Spaniens selbst nxiren stolz daraus, direkte Rachkomm« n der Stamme Inda und Benjamin zu sein, jener Erulante l aus Jerusalem, welche im Buche Obadja (l, AI) 11LO2 d. b. die Erulaiiten Jerusalems, die in S lsiarad ivobnen, er'.viihnt werden. Tie Identität dieses bib ischen Sciarad mit Spcinien ist nicht einwandfrei festgestellt; Bibel kritiker bestreiten sie entschieden. Tic spanischen Juden selbst vielten jedoch an dieser Jdentstät fest. Tie Taraninim über setzen Seiarad mit Spanien. Ter Tichter Moses Jbn Ejra «Anfang des ll. Jahrhunderts) schreibt in seinem Buche über die hebräische Poesie: „Wir haben die Uebcrlieiisrnng, das; Scfaraü mit Spanien identisch ist." Rabezn zwei Jahrtausende jüdischer (beschichte sp zu uns ans diesen zerstörten Juderias, deren Ruinen seltener (Ergriffenheit durchwandere: wechselvolle, reiche, bis an den Rand mit Spannungen erfüllte tausende ... Turch einen kleinen, unansehnlichen Borhof kommt in die meiste Synagoge Santa Maria la Bianca, eisi« schönsten, die feit der Zerstörung des Tempels erbaut Bermntlich am Anfänge des 13. Jahrhunderts entstandj' sie "eine der ältesten Synagogen, die sich bis auf unser« cechen ich in kpmpf- Jahrinan! der wurde, n, ist Zeit Markus Ebren preis: Tas Land zwischen Criech und Tccidtziit. spanische Reise eines Juden. Mil einem Brief dn den Verfaffer von Alfons Paquel, 3L Bildtafeln und 8 TertBIder; gutes, holzfreies Papier, Ganzleinen. — Ter Heine-Bund, eine jüdische Buchgemeindc, Berlin W 5t, Pallasstraste 10 11. Anmeldungen auch bei slrautz u. Buttula, Dresden. — Eine Parallelausgabe für Nichtmitglieder ist im Welt-Verlag, erst neuen und durcki jede Buchhandlung zu beziehen: Preis bei gleicher; Ausstattung 7 M. erhalten haben. Ter Anblick ist in hohem Grade überraschend. Ein weistes Gotteshaus, nichts als Helle und Klarheit, strahlend und lachend wie'eine Berheistnng und wie ein väterlicher Grust. Ich habe nie zuvor in einem Tempel das Göttliche und Ewige so unmittelbar nahe empfnnden, wie hier vor diesen iveistleuchtenden Säulen. Lebensbejahende Gottfrendigkeit spricht aus dieser Stätte. Diese Säulen sind jubelnde Hymnen zum allgegenwärtigen Gott, sie sind wie Anne, vertrauensvoll zu einem lachenden Himmel eniporgestreckt, der nicht der Feind der Erde ist. Hier ist der gerade Gegensatz zur furchteinjagenden Strenge und düsteren Weltabgewandtheit der .Kathedralen. Alles ist hier Licht und Taseinsfreude und kindliche Lertrauensseligkeit. Nichts anderes schmückt dieses Gotteshaus als diese meiste Helligkeit, die ihr Licht in sich selbst zu tragen .scheint, die etwas von dem Licht der Ewigen Lampe über der Bundeslade widerstrahlt, >vo einst die Thorarollen ruhten. Lebende Religiosität und jubelnde Gottesfurcht haben diesen Tempel geschaffen, und cs ist, ivie wenn uns aus allen Ecken der < 100.) Psalm entgegentönte: „Dienet Gott mit Freude, tretet vor Ihn mit Jubelgesang." In Erinnerungen versunken stehe ich vor diesen weißen Säulen, den Blick in eine entschwundene Welt verloren. Doch unversehens werde ich daran gemahnt, daß dies nicht mehr ein Tempel ist, sondern eine Sehenswürdigkeit. Es summt und rauscht rund um mich, nicht von einer betenden Gemeinde, sondern von sensationslüsternen Touristen und geschäftigen Führern. Tie Illusion wird vollends weggeblasen, da mein Blick auf eine Tafel fällt, die folgende Inschrift trägt: „Este edificio tue sinagoga hasta los afios de 1405, en que se consagro la iglesia con titulo de Santa Maria la Bianca.“ (Dieser Ban war Synagoge bis zum Jahre 1405, in welchem derselbe zu einijr Kirche unter dem Rainen Santa Maria la Bianca geweiht wurde.) seither hat diese «Synagoge seltsame Schicksale erfahren. Sie ivar abwechselnd Asyl für büßende Mädchen, .(tloster, Jnfanteriekaserne (1791), Magazin für Militäruniformen. Man muß über die wunderbare Widerstandskraft dieses Bauwerkes staunen, daß es unter solch wechselvollen Geschicken seine architektonische Schönheit soivohl als seinen ursprünglichen Charakter bewahren konnte. Die zweite Synagoge, El Transito, hat ähnliche Geschicke erlebt. Dieser Tempel, einer der besterhaltenen Ueberreste AWM Herr Verkaufsdirektor! Dieses Buch bedeutet für Sie eine wertvolle Unterstützung bei dem weiteren Ausbau Ihrer Verkaufsorganisation, bei der Planung Ihrer Werbefeldzüge, bei der Kontrolle und Führung Ihres Vertreterstabes. Es enthält eine Fülle wertvoller Erfahrungen führender Firmen aus nahezu allen Branchen und steht auf Verlangen kostenlos zu Ihrer Verfügung. Bitte teilen Sie uns Ihre Wünsche mit. KARDEX Berlin-Friedenau / Bennigsenstr. 54

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