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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1928-11-01 · 7 (11.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
4 (1928)
Issue
7 (11.1928)
Date
1928-11-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nr. 7 Gemeindeblatt der Jsrae litischen Religionsgemeinde Dresden - Seite 7 % »de jiblflijl abber vo i LVU« der spanischen Baukunst des 14. Jahrhunderts, um., Jahre 1351 im Auftrag Samuel Levis erbaut, des ligen Finanzministers Pedro des (Grausamen. Sie m sein stattliches Privatpalais, welches nachher um 'iamen Casa.del Greco Weltruhm erlangte. Dieser woi, Sproß der frommen und gelehrten toledanischT »lilie Abulasia, hatte ein tragisches Lebensschicksal ldh oeise an daS von Jud Süß erinnert). Es war ei» . Heroismus über seinem spannungsvollen Leben und dramatischen Tod. Er war offenbar ein Finanzgens iönig Pedro, der den Juden wohlgesinnt war, scheust uneingeschränktes Vertrauen. Er war ein ausrich [ebener Sohn Spaniens, ein treuer Diener des ftöiiib i'j Landes, und es gelang ihm die erschütterten Jyi iastilienS in Ordnung zu bringen. Sein Fehler war ins; cs ihm zu gut ging. Nachdem er jahrzehntelang -i anig und seinem Lande treu gedient, fiel er eines „ llngnade,-worauf er im Gefängnis zu Sevilla v, enkern des Königs zu Tode gemartert wurde. Tie, ignis weckte unerhörte Bestürzung bei den Juden, do gute Verhältnis zwischen dem Könige und den 'enieiuden zu erschüttern. Seine Zeitgenossen suchten ','anien reinzulvaschen. indem sie auf seinen G stgende Worte schrieben. die sowohl von Selbstbeberir! > t^ottergebung zeugen: „Samuel ben Mei'r. in Ge leit erprobt, der niemals vom Wege Gottes abgqi -iirde vom Herrn aus dem Gefängnisse, wo sein Kö bat züchtigen lassen, in die himmlische Wohnung Bei einer flüchtigen Wanderung durch die Reste Wohnhaus bekommt man eine Porstellung von dem und friedvollen Familienleben, das dieser allnia -romme und gottesfürchtige Mann innerhalb dieser Mauern geführt. Von der oberen Terrasse des Hau »an einen erquickenden Blick über die weitgestreckte .andschaft Toledos. Der wundervolle Patio (Jnnenho viiicit lauschigen Ruheplätzen erzählt von erbaulichen v„, die hier un Schoße der Familie oder in Gespräch Zeisen und frommen Männern verbracht wurden. H aas Heim ein Heiligtum: Leben und Lehre waren niammengewachsen. Das Haus erhielt seine natürl aanzung im angrenzenden Tempel. Vom Patio fü innerer (ilang direkt zur Synagoge. Diese war das nste Lebenswerk des unglücklichen Staatsmannes. Wie ein letzter Abglanz einer lichtvollen und glücklichen .Joit steht dieser einst strahlende Tempel, und es lieg: etivas tragisches über seinem bleichen Glanz. Man betiitt ein nterieur von erhabener Einfachheit, weit, lveltumspinileud, iterfüllt. Schon beim ersten Anblick hat man ein Emp. iden gleich dem des erwachenden Jakob in Betb El „TieS > ein Haus Gottes, und dies ist ein Tor zum Hinmel!" : i'antasie und Gestaltungskraft haben diesem Betrat m eine ststime. Schönheit geschenkt, welche die feindlichen Mächte r Jahrhunderte nicht zu zerstören vermochten. Zum ersten» >! werden hier hebräische -schristzeichen als Wandoraameiit rwendet. Siegessicher leuchten diese formschönen Araken (eigentlich: Hebräesken). die sich gleich Pflaii. cn wo» zerstörbarer Lebenskraft die Wände entlaiiasckilingen. -elch eine wunderbare Macht besitzt doch die Sprache! Tiefe brätschen Psalmworte haben Jnguisitionei, »n > Ver- -Igungen überlebt, jetzt toie einstmals strahlen sie ih: stilles icht aus. Einsam und verlassen, unverstanden und tut’ u braucht, fremd in dieser Umgebung, leben sie ihr eigenes de» durch die Jahrhunderte, unbesiegt und unbe iegbar. im inächzrcnzte :r dem amnel n Fci. s teiljng von seinem e, und e ihm ifl er- S und ^muizen jedoch, feinein Tages n den es Erst ohne hen feinen i abftein 1'chnng rechtigvichen, ihn ufen." LeviS sijnnigen ächtige, stillen fes hat Felfcnf) mit 2tnneil mit er >var n eins che Er ein eigent il rte Ich gehe von einem Ende! dss Tempels zum anderen und buchstabiere den trinmphicreiiDen Tertz Es ist Psalm 84, dessen gottersüllte Worte aüs dieser Stätte sprechen: „Meine Seele sehnt sich und lechzt n'äsh den Höfen des Herrn, mein Herz und mein Fleisch jubelin dem lebendigen Gotte entgegen." Es offenbart sich!mir stier das Gemeinsame in der religiösen Grundstinimung jtner Generationen. Hier ererkenne ich die jiibclndc Gottfireudigkcit wieder, die mir ans der weißen Synagoge enrgegonftrömte: was dort in der strahlenden Helligkeit des Raumes Ausdruck gesunden, wird hier durch das Wandornament der Psalmworte gesagt. Wie ein Weckruf wirken die Psalisten in dieser anSgeftorbenen Stätte, die an das Tal njit iverdorrtcn Gebeinen erinnert, das einst Hesekiel geschaut.! Tie Frage des Propheten konimt über meine Lippen:' „Tn! Menschensohn, werdest diese '.Gebeine wieder lebendig werden?" Ich wandere durch die mittelalterliche Inderin in Granada, einem der ältesten ustd s malerischsten Teile der Stadt. Die Bezeichnung Inderin hat! stier wie in anderen andalnsischcu und kastilianischen Stäisten bloß historische Bedeutung, seit Ende des Ist. Jastrstundierts haben auf diesen Plätzen keine Juden mehr gewohnt!. Jüdische Gemeinden gibt es-zur Zeit nur in Madrid und Barcelona. Das historiscke 'Jndenvicrtel Granadas liegt außerhalb der neue» Staist, ^ain Fuße der Alstambrahöste. Sonderbar krumme nnd winklige (üäßchen mit weißgetiiucksten kleinen Häuschen, in saftstijen. duftenden Gärten eingebettet, erzählen von einem blüheudln Geistesleben, von seltenen Schicksalen, von Aufschwung und Verfall. Die Inden gestörten zur ältesten Bevölkerst»» (Granadas, und die ersten Gruppen wurden, wie man aunimiut. von Titus BespasianuS nach der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 nach Christus hiuqeschickt. Mit! dchi Herrscherdynastien. die dieie schwergeprüfte Stadt koniiUeni und gehen sah, wechselten auch ihre Geschicke. Erst unter her weitsichtigen Herrschaft der Mauren beginnt es im I id^uquartier Granadasheller zu werden. In verträglichem Ziisqmmenarbeitön mit den kulturfördernden Arabern, unter zehenseitigeni C*Scben nnd Nehmen, entwickelt sich stier, wie i n -anderen jüdischen (Gemeinden Kastiliens und Andasnsicus, -eine .Kulturarbeit von einzigartiger Fruchtbarkeit und ^elseitigkeit. Dickster, religiöse Künder. Sprachforscher > »di Uebersetzer. ivelche zwischen morgenländischer und abe idljcindischer Kultur vermittelten, errichteten während diesei lichtvollen Jastrstunderte einen geistigen Bau von impon elender tströße, der nachherdie abendländische Kultur inerkltcki .beeinflusseu sollte. DaS klassische Hebräisch, Bibelsorsöhnng nnd ReligionSphilosopstie erleben eine neue Blüte. Die hebräische Poesie erwackst wieder zum Leben, und an ideii Usern des Tajo und Gnadalquivir werden neue Psalmcku stesnngen. Granada war einer der Brennpunkte dieser religtösen Auferstehung. Hier war Die schmale Front unseres Gesch&ftslo breiter Basis zu arbch stützen die Lelstun: -liais hindert uns nldit, auf it«n. Sieben Motoren unterteil unserer arbeiten BHllen-Roettig Pfagtr StraBe 23 'HAUSFRAUEN,VORSICHT BEIM EINKAUFV^^UTTER! [KAUFTNUR VOLLWERTIGE UTTER! U^DREMAA.G. t.1 EEER 7 NUR EINWANDFREIE BEST- GEPFLEGTE,EISGEKUHLTE BUTTER DRE^/W^WÜRZBURGERSTR.9, FERNRUF 44115

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