Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 7 (11.1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7. Gemein üeblatt der Israelitischen ReligionSgemeinde Dresden. Seite 3 Uwraschreibers, -der uns nicht rur im Titelblatt (Atb. 1). ondern auch in den sonstigen r, ich gezierten Seiten cls ein ertiger entgegentritt. Er bemüht sich mit einer uns Schnelllügen von heilte geradezu erstm nlich erscheinenden ('ic muig. eit den Eindruck eines Buches „mit Buchstaben naci dem orbild Amsterdamer Trucks" äi envecken und l)ält euch in :oit Zeichnungen den Stil des m sgchenden 17. Jahrhunderts :ii. So fdjcint er deutlich eine »eftimmte Vorlage benutzt zu ^iben. die ausfindig zu machen noch nicht gelungen isi. Am meisten Aehnlichkeir weist das Titelblatt mit denen als der 5 ifizin von Frankfurt a. d. O. pom Ausgang des' 17. Jah» mnderts auf, wobei allerdings unsre Handzeichnung vi< l sorg Itiger und künstlerisch geschlossener ausgeführt ist: es ist Mer der Schluß naheliegend, daß die Frankfurter Holz .Imitte nicht Arjeh Loeb zum Vorbild dienten, vielmeir vern.ntlich auf eine gemeinsame Luelle zurückgehen. A ich die Seite mit dem siebenarmigen Leuchter (Abb. 2), der als ibbalistischer Lebcnsbauni im Zusammenhang mit dei durch Suchstabenstellung angedeuteter Gottesnamen uns m die .lmulette gemahnt, die den Me rschcn des 17. und 18. Jahrluinderts, nicht nur dem Glaubm der Juden, bedeutsam ermicnen, ist wohl nicht eigene Erfindung des Buch nalers. ^atür spricht, daß die schwerflüssige Linienführung d> s auSgebcnden Barocks auch hier vorsicrrscht, während Arjrh Loeb iXi. Ivo er seiner eigenen Phantasie freien Lauf las t, eine seichtere Feder verrät. Ties beobachten wir in den zah reickien?mitialworten, durch die er dqn Text belebt. Rebin rein namentalen Motiven wählt ef als Rahmen, in den er die einzelnen Buchstaben seht, kleines malerisch empfunden Land- ’iluiftcn, Tiere, Früchte und — (völlig unbefangen — liienschii.be Gestalten, wie beim Inzer lesckiabbath Bereschith dt S Paar er Ureltern. Ter Beginn der dem Gebetbuch angstügten Bibliothek der Wiener israelitischen Kultusgemeinde befindet, cs wurde in den Jahren 1721,22 geschrieben? (Abb. 1). Wenn nicht vom nämlichen llrheber, "so doch sicher aus hem gleiihen Kreis jüdisckicr Schönschreiber und Buchmalcr stammt eine lieute in Fürther Privatbcsitz ausbewahrte Sammlung der Gebete für Jom Kippur katan, die im Jahre 17:20 für ntT*tryf»lr :1 mS iiMMl»1 rw‘u»» vrwthn**** «üHo^iyvrntv" ti», l„t „ _«• 4 Lm*m H rtiljr > Abb. 3. Thfillah YUbing«lslb: Anfang bk! Psalmen! tzialmen zeiht diese leichte Tarstellungskunst im einl ^orte: (Abb. 3): sie läßt deutlich erkennen, . Künstler im Gegensatz zu der jlastenden Formcngebr.. Titelblatts und der Menorah fine lebhafte Gestaltui g ' " ■ ~ - .- einer dieselbe zarte Zeichnung begegtiet uns wieder in ein ileichen Künstler geschaffenen! Gebetbuch, das sich chtenden der ng des liebt, m vom in der Abb. 4. <S«b«tbvch au» bcfi «hemoltgrn Prfitz b«r Paranln Wrtzlar i Miniatur zußn ersten Wort der Psalmen. Frau Jitl, Gattin des R. Meir Pöting geschrieben wurde (Abb. 5). Wie in seinem oben angeführten Aussatz T. Kauf mann berichtet, befand sich im Besitz des Herrn Enianue! Baumgarten in Wien ein von Arjeh Loeb geschriebenes und gezeichnetes Gebetbuch mit den Sabbatgebeten und -gesänaei' des Isaak Lurjah, das 1717 für Meir Pösing in Wien angefertigt wurde. Leider ist dieses Meisterstück, als das cs T. Kaufmann rühmend chervorhebt, nicht mit dem sonstigen Rachlaß Baumgartens in den Besitz der Wiener israelitischen Gemeinde übergegangen.i so' daß eine Vergleichung, die kunst - geschichtlich von hohem! Interesse wäre, unmöglich ist. Immerhin ist die Vermujtung infolge der nahen Beziehungen der ersten Besitzer und dar zeitlichen Rabe der Entstehung ge geben, daß es sich bei dem Fürther Gcbetbüchlein auch um eine Arbeit Arjeh Juda Locbf handelt. Tic feinere Behandlung der Zeichnung auf dem Titelblatt der Fürther Th'iillah gegenüber den Bildern und sesbsl den Jnitialverzierungen de-.- Heidingsfelder Siddurs i ist vorzugsweise auf das kleine Format (13X3 Zentimeter) zurückzuführen, das eine minuti öscrc Ausführung mit sich btingt. Daß die zeitlich finitere Arbeit stärkere Anklänge an den überholten Stil des finiten Barocks verspüren läßt als das Büchlein vom Jahre 17:20, mag seinen Grund darin lzaben, daß Juda Loeb Ealmiia — vielleicht auf Wunsch des Bestellers — sich mehr oder minder eng an ein bestimmtes Vorbild anschließen mußte, während er in den Gebeten für Jom Kippur Katan seiner künstlerischen Auffassung freien Lauf lassen und dem Zeitstil, der sich schon lockernden Zwischenstufe jzum leichtbeschwingten Rokoko Aus druck geben konnte,! Ter in Wien blühenden Schule jüdisckicr Kleinmeisier aus dem Gebiet des Buchschmucks ciitstammt auch ein Gebetbuch in Münchner Privatbcsitz^ dasldie Sabbathymnen Rabbi Jsaal. LurjahS, des Gottesmannes Enthält und im Jahre 172) in Wien geschrieben wurde (Format: 10 X 7 Zentimeter). Gegen über dem zuletzt beliandeltcn ^,eigt es im ganzen mehr male rische Auffassung was sich sowohl im Titelblatt (Abb. 6) wie in einem wciteron Blatte zcign das die im Freien versammelte Zehnzahl von Männern darstellt, die die Neumondsbenediktiov sprechen (Abb. 7). In dieset aus dem Leben gegriffenen Szene, wie auch in andern Bildern aus dem religiösen Leben des Hauses können wir eihe sonst bei Juden nicht allzu häufige iui£, «vCfi 6 o, diu n vivi u. uti ituvuyuuu •* licßcitbc Reproouktion ist cbcubojrt auf 3citc 2 wicdcrgegeben. Ktou=werci^ Kakao Schokolade i Pralinen