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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1928-11-01 · 7 (11.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
4 (1928)
Issue
7 (11.1928)
Date
1928-11-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Gemeindeblatt der Jsra, litischen Religionsgemeinde Dresden Nr. 7 Jüdische Buchmalerei im 18. Jahrhundert Von Thec H a r b u r fl c r, München de Bon allen .Ounstzweigen, die die Juden snr schmückung der zur Religionsübung dienenden t^e heran zogen, iveiir die Buchmalerei naturgemäß die Eigenart auf. Wohl >var in den ersten Jabrhundcijt gebräuchlichen Zeitrechnung bis weit in das Mittelalte unter den von Juden betriebenen Handwerken das schmiede am meisten verbreitet, aber die Entwickliji fünfte batte die Ausschaltung der Juden auch von .'iilnstgewerbe bewirkt und verursacht, das; beim W leben des Ziersinnes auf jüdisch-religiösem Gebiet die (Geräte von nichtjüdischen .Künstlern verfertigt wurdet gleickie Werdegang m natürlich auch bei der Maler beobachten, nur batte er — wenigstens im Norden (in entgegengesetzte folgen. Noch in den mittelalterlichen schrifteu leben wir insbesondere im italienisch-spanis tuet, das;' Schreiberarbeit und Buchmalerei durchaus immer auf eine Hand zurückzufübren und, daß viel größeren Bilddarstellungen in den geschriebciten Bii ivenut Rücksicht auf die Schriftfübrung und manch», r auf die zugehörige Tertnelle nebmeu, daß nur die ziebung nichtjüdischer Miniatoren die Erklärung fi auffallende Tatsache sein kann. Durch die oben ncte Tendenz in den Begebungen der europäischen 4 den ^uden. die nach den Jahrhunderten der Bertrei und Beriolgniigen;u einer faß völligen gefellschaftli iperrung der Juden und damit zu kulturellem 4 nibrte. batte ncb nun die Notwendigkeit ergeben, daß gebildete jüdische Schteiberzunft der Ssoferim auch licken Schmuck der.Handschriften sich angelegen sein Schon David.Kaufmann, der bei leinen vielseitige, „inen der jüdilckvn Bergangenbeit auch den Zulam geki n llusg^nstände größte cn der binein Goldig der diesem ftderauf- I,eiliger Der urtft zu pas - Händchen-Genicht die lx'rn fo l selbst Heran r diese n zeich Völker zu billigen Absschluß üc ansbildließ. Ztenntchenliang r «ehr >!icn A l dm Darstellung gewidmet, In dieser Schrift hat er auch der jüdischen Buchmaterei des 17. und 18. Jahrhunderts die ihr gebiibrende Stellung eingeräumt, besonders der mährifcixn Schreibcrschule, die. von Trebitsch ausgehend, ihre Haupt Adb. 2. Th'fillah Heidlngsfeld: Darstellung des Tempelleuchter» tn kabbalistischer Auffassung als Lebenrbaum.' \?xry » lir » PP«® .rrroxx Kr* * j? *»3, l'iV «bb 1. Th-sillah Titch-ite. Iverke in der neuerstandenen Wiener Gemeinde im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts schuf. Bon den in Bayern erhaltenen Zeugnissen der hochentwickelten hebräischen Kalli-' grapben- und Illuminatorenkunst weist ein großer Teil aus diesen Ursprung hin. Das bedeutendste Dokument dieser Art ist zweifellos die im Besitze der t^emeinde Heidingsfeld be findliche handgeschriebene Th'fillah. Dieses Gebetbuch für ' das ganze Jahr stellt einen Folianten (Blattgröße: 22L X 3» Zentimeter) mit 187 Blatt dar; jeiveilS die erste Seite jedes Blattes ist numeriert. Das Titelblatt (Abb. 1), wie die letzte „ Seite (187 b) geben uns Auskunft über die Entstehung des Werkes. Arjeh Juda Loeb „Eahana" und „Saphra" aus Trebitsch bat die Arbeit begonnen am ersten Tebeth 5431, d. i. Sonntag, 10. Dezember 1730, in Wien, unter der Regierung Kaiser Karls IV. (1711 bis 17-10) und vollendet am Dienstag der Perikope Chukath i. I. 5405, d. i. 28. Juni 1735, in Hanau (napn). Ter Schreiber gibt auch an, daß er der Sohn des in, Jerusalem begrabenen. Rabbiners Elchanan „Eahana" sei. Durch diese Angaben sind wir in die Lage versetzt, den Urheber der Th'fillah, die als Geschenk des seinerzeitigen Rabbiners Baruch Cahana-Rapaport anläßlich der Einweihung der Heidingsfelder.Synagoge am Freitag, 30. Nissan 5540, d. i. 8. Mai 1780, in den Besitz dieser Ge meinde, der Stätte seines Wirkens, überging, genau zu bestimmen. Er ist ohne Zweifel identisch mit dem bei T. Kauf mann erivähnten Arjeh Loeb Eohen und Sopher, von den: verschiedene Arbeiten uns erhalten uttd bezeugt sind, die zum Teil schon im zweiten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts mit rühmenswerter Kunstfertigkeit geschrieben und mit Abbildüngen versehen worden sind. Das Heidingsfelder Gebetbuch ist also Zeugnis des gereiften Könnens des Trebitscher von .'tunst und jüdischem Leben gerne betonte, hat Änbang zur Müller-Schlossersckien Ausgabe der , von Sarajewo" ' diesem Zusammenbang eine gru ui seinem ggaday ndlegendc 1 D. H. Müller und I. von schlosset, Die Haggadcch vh jewo, Anbang von T. Kaufmann: Zur Geschichte der Handschriftenilluitralion; Wien, 1H0S, Seite 253 bis 3, g.'nomine» in David Kaufmann, Gesammelte Schriften, Leite 173 bis 228; Frankfurt a. M., 1915.) n sarajüdischen >Auf- Baud. III ^SCHOKOLADE ' PRALINEN ♦ KAKAO

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