Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1928-10-01 · 6 (10.1928) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
4 (1928)
Issue
6 (10.1928)
Date
1928-10-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/4892693-5739357-5769845--0960-4893582
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Nr. 6 «eite 4 Gemeindeblatt der Jsr aelitischen Religionsgemeinde Dresden gcbuug aut «inm und der Zerstörung des sernsrlemischen Tempels. Ierin'cholajim wurde auch nach der Zerstörung pcls nicht vergeüeu. To schreibt NachmanideS Tobn: „Viele kommen ständig »gch Jerusalem, um des Tempels zu selten und dort zu iveinen." ..Wir meint trftori Parchi, „nach Jerusalem zu ivallsal liniere Trauer irxich zu erhalten." Zum Zeichen d um Jerusalem wurde das Haupt des Bräutigams in mit'Äsche bestreut und in Spanien mit Oelzweigen Bei den deutschen Juden .zerschlug der Bräutigam zogencr Trauung ein Glas, um die Freude zu mä au die Zerstörung Jerusalems zu erinuent. .>11 schlechte zogen die frommen nach dtzm Heiligen dort zu sterben und in bciliger Erde bestattet zu >v aus die Leichen derer, die in. der Heimat ibr Leben ivurde Erde'aus dem Heiligen Lande gestreut. Ti rung an die groszen bistorischen Ereignisse in der B beit, au die Erlösung aus Mizrajim, die ltzeschgi Tiüai und an die Zerstörung Jerusalems bielt in der Berstreuten das Eleiübl der Eiubeit und Z gebörigkeit itxich. «0 ringen im Judentum zivei Zträite miteinander: die Z-ernreuirng sübrt zur Tissereuzieruitg. teilt die W itter und schgsst llnterschiedc in den religiösen Titten. aber 1er Wille zur Einbeit nt stärker. Er schlingt um alle Teile ein unsicht bares Baud und verbindet ne durch gemeinsamc Erinue ningen und Titten zn einer Einbeit. In der Mannigfaltig teit der (’k'h'tcr bleibt die Ziisammengebörigkeit dct Herzen. t III. Ein Tenker verglich das Teelcyleben eines Mer scheu mit einem «tagte, in dem zahllose Individualitäten miteinander um Eiuslusz und Macht ringen. Auch im Iudeutu viele .uraite miteinander. Zu allen Zeiten ivaren geneigt, von anderen zu lernen und fremde Ti uebmeii. Maimonides rügt cs als Uebelnand bei rT des Tcmin feilten ne Ttättc pflegen", rten, um r Trauer: Palästina bekränzt, nach voll-;igcu und ipdein tteande, um c^deu, und tHbschlofsen. Erinuengangenbung am 1 Herzen isammend r in ringen Juden n anzui cu ägyptischen Juden, das; sie bei ihren Hochzeiten fremden, unjüdischen Bräuchen huldigten und eine Art Mummknschan.z aufsiihrteu. Wie .«alonymos berichtet, feierten die Iüden in Italien das Purimfest nach der Art des römischen .itaonevalS. Ter Brauch, am Sterbetage der Eltern ein Licht anzuztinden. dürste christlichen Ursprungs sein, wie das Wort „Jahr,zeit" für Todestag kirchlich ist. Tie Titte, im Gottesdienste die Namen der Berstorbenen zu verlesen, war in der christlichen Liturgie schon im neunten Jahrhundert üblich: daraus entstanden in de» Synagogen des Abendlandes die mit Spenden verbundenen, Gebete für das Teeleuheil der Märtyrer Und später der Verwandten. Im dreizehnten Jahrhundert smreibt der Verfasser des „Buches der Zrommcn": „Tas Verhalten der Juden richtet sich an den meisten Orten nach jdem Verhalten der Ehristen." „Teit einem Jahrtausend", uieint Leopold Zunz. „hören dieklagen nicht aus über Ireindes, das sich bei den Juden eingebürgert hat." Nicht nur in den religiösen Titten, sondern auch aus dem (Gebiete des Aberglaubens »varcn die Juden gelehrige Nachciferer ihrer Umgebung. In der hebräischen Sprache gibt e-Z Lehnwörter aus der ägyptischen, babylonischen, lateinischen, griechischen, persischen und arabischen Sbrachc. Tie Idee» aller Philosophen von Aristoteles bis >tan^ haben im jüdischen Tchriittum Eingang gesunden. Wir haben immer das Lbr und das Auge'ostengebalten für alles, was die Umwelt bewegte, aber in gleichem Maste auch um die Erhaltung der eigenen religiösen Art uns gemüht. Immer haben wir von anderen gelernt und'immer eine gewisse Neigung zur teli giösen Opposition geivahrt. kie itte -SCHOKOLADE PRALINEN KAKAO Neue Formen Die gutgeklei dete Dame kauft preis wert und gesdimaik voll bei Gmörnann Dresden, am Alt markt

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.