Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 6 (10.1928)
- Date
- 1928-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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-'fr. 6 kmeinbeblott der Jsr »elitischen Religionsgemeinde ^»resd^n der Le -n denen sie die Armen speisten, ihre Tarne zimmeri „in Zeichen, das; der Mensch von allen seinen nie nuten Werke in das (Hrabiinitiiimmt. flf. David i ii stairo erzählt von cineist froinnie» Manne -Verheiratung seiner minder jedesmal ei» armes nsilenerte und verheiratete und iiber beide Braut ininal die iiblichen Segenssprüche zu sprechen wli 'ein alten Prager Friedhof!bestand die fromme <. uit den Grabsteinen Geld alp Opfergabe niedergelg« 'oii dem die verschämten Armen nach Bedürfnis machen konnten. So haben viele Sitte» in f linderten Sinn »nd Form! verändert: nianche dae intergegangen und ans deijr religiösen (.'eben vers In unserem religtöfeijt Leben ringen zwei .st röf ander/ Tie Tradition heiligt das Alte Und Ehrwü ('eben aber fordert Entniicklsing »nd Wandlung » - ortdauernd neue Zormeji und Sil 'lebenden Brauch anher »rast. ritten und sebt nu zn lassen lern mir ui Simns bei der aisenpaar .>aare nnr gte. Ans itte, das; tt ivnrde. (Hebraiich en Jahregen sind schwunden. e miteilt« dige, das nd schafij nchcn bel II. oiii religiösen Leben tinserer ('(eineinschafl sind andere .(träfte wirksam gewesen: die Nefgnng zur -.iernng und zugleich der Wstlle zur Einheit. Berschie die Stämme des Volkes ial, aber auch in ihrer re Israel und Juda. Zur Israel, verschieden in ihr« ligiosen Striiktnr die beit Zeit der Makkabäer entn Indentum Parteien, ivie Äcsllenisten und Ebasstdi iiier und Sadduzäer. Aus derselben (Heineinsthaft g uor Philo, der die Gebote der Tbora allegorisch erk A. Akiba. der „aus jedem Buchstaben und .Häkchen de einen .Haufen religionsgesötzlicher Normen ableit N derselben Gemeinscliast kamen Mose bei, M'aimon in ligionspbilosoph. und Mosjde Leon, der .nabball selben Zeit gingen ans dem Indent»in hervor Spinoza, der durch seine philosophische» Werke die erleuchtete, und Sabbatai Zivi, der als falscher B M'eistchen betörte; zur selben Zeit wirkten Israel der Schöpfer des Ehassidisn ns, und Moses Mendel Wegweiser zu in Licht und Führer zur Autklär batten immer zuviel (Heist, um eines (Heines zu Diese Neigung zur Differenzierung offenbart s uiiserem religiösen Leben. Verschieden waren in giösen Sitten die Juden in den einzelnen Provinzen lige» Landes, noch zahlreich« r waren die llntersthiedje den Juden Palästinas und Babyloniens. Die Ne Tifserenzierung wurde durcs die Zerstreuung der z gesteigert. Tie Teile des jüdischen Stainines stob' Lande auseinander wie die Samenkörner einer Pil Winde in alle Weltgegenden verstreut, und wnchs«ji in den Boden und die sinltnr der Länder hinein, der Einwirkung verschieden« r .(iulturen entstanden /aideii in den einzelnen Lindern auch verschiede- Sitten. In seinem Werke „Magen Abot" nennt Perpignan vierundzwanzig Punkte, in denen die Ii niens von ihren Brüdern im benachbarten Südirai wichen. N. Isaak bar Schachet berichtet, wie die Spanien selbst voneinander! in ihren Traueriitten ühiedcn. So blieben in .(tatalonien die Trauerndiii eil'- Seite 8 noch zwei Diiteren «len waren in Sihiä en Hfeitbe znden im m, Phari igen her arte, und r Thora te": ans der ^fein. Zur Barnch Menschen essias die stialsthem, 'söhn, der Wir lein, auch in ihren relides Heizwischen ignng zur nden noch n in alle inze, voiii l überall ind unter unter den religiöse iri ans den Spakreich ab- Inden in ich nnterl an den > ng. i t, Werktagen in ihren .Häuser»! und käme» nnr am Sabbat der Tranerwocbe in die Synagoge. In Valencia blieben bic■ Trauernden auch am Satzbat der Trauerwoche in ihren Häusern. In Saragossa dagegen zogen sie ail den Tranertagen morgens und abends iy die Synagoge und wurden dann von der (Hemeinde nasb Hajise geleitet. Unterwegs sliminte eine .ulagesran einen \ Trailergesang an und begleitete ihn selber.mit einem Taiübiiriy. während die übrigen Frauen initeinstiininten und inj hie .Hände klatschten. In der zweiten Halste des vierzehnten! IahishnndertS batte fast jede jüdische (Hemeinde in Deutschland bchondere Bräuche. Tie (Hemeinde in Negensburg unterschied sich von d«!n anderen Gemeinden in Bayern^ das alte Trisoliiiin der drei-(He»ieinden Speyer.. Worms und Mainz hafte cinien eigenen „Minhag": die Juden am Lberrbein hielten sich wjich ihrer Abstämmling für reiner und vornehmer als di«j am llnterrhein und waren von ihnen in den religiösen Sitten verschieden. In jedem Lande -erlebteifdie Jude» ein anderes Schicksal, und die Verschiedenheit der Schicksale.prägte sich auch im religiöseil Leben aus. Dgs T«»ck)annngebet, W'hu rachmn, verdankt seine Entstehung wahfscheinlich einer Verfolgung durch die Frankeil Njid dieiGotetz und bürgerte sich nur in den Ländern ein, in denen! die Erinnerung an die überstandene» Verfolgungen wach blieb. In einzelnen Städten ivurden die Inden vor Ostern in ibrem! Viertel abgesperrt: d«iher gab es in Avignon und in Earpentvas aiii Passahfest, das in die Tage der Absperrung siel, ein eigenes „Nischmat" für den „Tag d§r Haft". Da die Inden in jedem Lande andere Nöte und andere Freuden erlebten, cntstandeij bei ihnen in jedem Lande andbre Trauer« und Freudentage.! Auster dem Pnriinfeite. das zur Erinnerung'an die Errettnilg in Persien überall in der Welt gefeiert ivird. wurden an ieinzelneti Orten noch besondere Pnrimfeste eingesetzt, die mir an diesen Orten gefeiert wurden. So gab es ein Purim,auf.(tandia am 1>. Tainmnz, ein Plirim-Edom in Algier am!7. Ebescbwan wegen der Niederlage des spanischen Heeres ijn Jahre 1 T> i 1, ein Purim-Ancona am 2l. Debet wegen des jErdbebens im Jahre 1091, ein Pnriin-Saragossa am >>>. Schebat wegen der Errettung vor den Anschlägen eines Verlcjninders, ein Purim Vincenz am 20. Adar in Frankfurt a. wegeii. der Fettmilchschen Verfolgung »nd ein PnrimMiiro am 27. Adar zur Erinnerung an den Sturz eines tyrannischen Paschas. , Tie Zerstreuuug der Jude» bewirkte eine groste Mannigfaltigkeit in den religiösen Sitten, aber in der Mannigfaltigkeit ging das (Hefübl der Einheit.und Zusammengehörigkeit nicht verloren. Das Scheisia blieb das Einheitsbekenntnis, das die Herze» einte. Diq Bibel, der unversiegbare Onell unseres religiösen Labens. jivar zugleich ein nnzerslörbares Band unserer Gemeinschaft.i Auch die hebräische Sprache, die Muttersprache unserer Nelfgion und die Sprache unserer (Hebete, hielt das (Hefühl der Znsanlinengebörigkeit in den Herzen der Zerstreuten wach. Der jüdische Sabbat, der allwöchentlich die Seelen der' (Hebengtcn und Beladenen anfrichtete, ivnrde ei» Wahrzeichen nnserer religiösen Einheit, lleberall feierten die Index nach gemeinsamem .(ialender an gleichen Tagen ihre religiösen Hanptfeste und gedachten an ihnen der wnnderbaren Besreiilng ans Mizrajim, der GesetzfSTOliWERC>( Kakao Schokolade! Pralinen / 23232353482353532353485353534823010001895323235323015301000100020102014853234823235323482323484823230001024853482323234823485323234848232323235323235348232348482323 899999999999992558155 532348232323232353232348232348235348485353532353482353484848235348234848232348235348485353235301020123480102012348010001232301000123532348010023480201485301020201005301000201532323532323010000000248230201