Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1928-10-01 · 6 (10.1928) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
4 (1928)
Issue
6 (10.1928)
Date
1928-10-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/4892693-5739357-5769845--0961-4893583
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 6 lemeindeblatt der Js :aelitischenReligionSgemeindeDresden Tie erste mid letzte (tzarbe des Ackers «atzen oen (Göttern und den Tänionen der Zrnchtbarkei. laaniter trugen die "lirftliuoc des Ueldes den B 7agegen gebot die Thora: „Tas Beste von den vmes Ackers sollst d» in das Hans des Ewige Zeltes, bringen." Tie Heiden liesten die Ecke des!,' ^ie Götter und die Geister stehen, die Israeliten da .iesten die Ecken ihrer Aelder den Armen und Zre das Erste und Letzte vön, Ertrage des Feldes, io um r .eidnischen Völkern auch das Erste von Speise een Göttern und Tänionen geopfert: dagegen t 'nTu't der Thora, das; das Erste der Backtröge als Priester gegeben iverde, der der Diener des Ewig, ^ndentnin mit de», Parsismus znsanimentrstf Glauben an zwei Götter verkündete, erhob es das -einem Bekenntnis: „Höre. Israel, der Ewige ist i der Einige ist Ei n e r." .Als die Aöiner ihren M, Verehrung zollten, lehnten sich die bilden staiserkstlt ans und wiesen ihn mit aller Macht ->n >t. >ie Heiden Tie. .sta lalim'hin Erstlingen m, deines Feldes jiir n über nden. Wie de bei den und Trank grderte das Gabe dem n ist. Als der den Schema;n nier Wott, ru göktgege.n de» iick selbst wo das ^ndentnin fremdes äbernomnitn hat, hat das fremde geistig assimiliert. Tie Lelnnvörtcr ans den remden sprachen erhielten ein hebräisches Gepräge. Te» .^deen fremder Philosophen wurde der Ltenive jüdischen '«eiskes anfgedriickt. Tas jüdische Schrifttum in-ist Truck nerke an-f, in denen Arabisch. Persisch, spanisch n id Deutsch uni bebräischc» Buchstaben transkribiert wird, io bat das gndentnin auch die ans der fremde entlebnten Branche n»d :itU'ii veredelt und vergeistigt und ihnen eine Wesidniig ins Elbische gegeben. Aach dein allgemeinen Volksglauben werden Bräutigam von neidischen Tänionen bedroht. Ilm ,u verscheuchen, wurde ojii „Polterabend" ein -ckilahen und am Hochzeitstage ein Becher zerbroctuji das „Poltern" und Zerschlagen sollten dir Geiste und vertrieben werden. A ich bei der jüdischen Hock, ,'iii <slas zerschlagen, aber nicht nm die bösen t'ioi lreiben, sondern um in der Freude an Temüt und an die Zerstörung Jerusalems zn erinnern, 'ck dentichen Volksaberglanber hielt die Braut unter um heimlich ein Geldstück das sie beim Verlassen unbemerkt fallen liest, »in vor Behernng geschiib! Bei den deutschen ^nde» kagegen wurde das Brai )'>,-!dinünzen beworfen, die aber nicht zur Abwehr Geister dienten, sonder» vnn den Armen-ansgelese . ine abergläubische Sittc ivnrde im?uidcntnn stebnng jüdischen Wohltnns verwandelt. Brennen ckniven nach dem allgeme Nistern. Tarnni ninstte über der Erde liegt, beständig ein dickst brennen. Iienen Geister sockte» dnrcki das dickst verscheucht w aidcntnin dagegen gilt da-s Licht, das nach dem E < ödes entzündet wird, als las Sinnbild der ans dc -cheidenden Seele oder als Wahrzeichen des ewigisi .-der aber als Ehrung der göttlichen Schechina Tterbegeniach einkehrt, im die Seele des Ster Empfang zu nehmein So gsfenbart sich der Schöpf! aidentninS nicht nur in ber reichen Hülle eigener i Bdeen, die.,es geschaffen, sondern auch in der Art neu Volksaberalanben iberall bei der Leiche. Seite 5 iste i i in' <ranl und >ie Geister > Zer-, i. Tnrch ericki reckt zeit wurde r zn vermahnen ach einem in Lberiu'r stirche zn sein, tvaar inst der bösen i wnrden. in eine de Lichter oor bösen solange sie Tie licht- -trden. Im „tritt des i» Körper n Lebens in das henden in rgeist des ewiger es das die nid wie fremde ningeprägt und veredelt und das Niedrige in eine höhere Sphäre hinansgehojben hat. lieber diesen Schöpfergeisl des ^ndentnnis schreibt ein njichtsndischcr Gelehrter: „Israel gleicht in geistiger Beziehung de», fabelhaften .stönig Mi da s, welchem alles, was er ’ berührt, sich zn (^old verwandelt." j ■ Cviit Werden der Sittenj und Bräuche setzen Ivir die religiöse» Kräfte, die im ^ndeistni» ivirksam sind. Tie Macht der Tradition und das Gesetz-der Entivickliina: der Trieb zur Tifcrenziernng und der Wille zur Einheit: die Neigung, von . anderen zn lernen, und das Strebe», hie eigene religiöse Art zn erhalten: das si'nd die tlräite, die in. nnserein religiösen Leben miteinander ringen ijnd durch ihr Ningen die Neligjv» wach erhalten und vor Erstarrung bewahren. Anders sieht der Partestnann das Judentum und anders der ivifsenschaftliche Forscher. Tie ivissenschattliche Betrachtung weitet nnseren Blick nstd vertieft unser Verständnis. Es -wurde einmal im ^ndentniiji gefordert, das; wir die religiösen f ,‘vüruu’ii und Sitten ganz biffeitigen und zur reinen Lehre der - Propheten znrückkehrcn. Allein die Abschaffung der formen und Sitten würde nicht die Ernenernng. sondern die Verarnning unseres religiöse»! Lebens herbeiführen. Wie der Neichtnm einer lebenden Sprache im. Neichtnm ihres Wort- , fchatzcs, so offenbart sich deb Neichtnm der lebendiaen s^röm . inigkeit im Neichtnm der i religiösen Sitten und Bräuche, könnten wir an einem. Eage alle religiösen. Sitten und formen beseitigen, die Meligiou würde doch sehr bald neue Sitten und formen schaffest, um in den Herzen lebendig bleiben. I Andere in unserer Mitte haben verlangt, das; die reli- ' giösen Sitte» , in ihrer durch die Jahrhunderte geheiligte» Zorni erhalte» bleiben: allein die wissenschaftliche Betrachtung lehrt, das; das Gesetz deri Entlvicklnng auch im religiösen Lebe» waltet. Wie in der Sprache, so ist auch in der Neligion Erstarrung und Versteinerung nicht ein Zeichen des Lebens, sondern des Sterbens. Tas ^ndentnin lernt sojtdanernd von de» anderen. .Wird es einmal seine eigene religiöse Art ganz anfgebcn und in der Umwelt anfgeben? Das Schicksal führt »ns fortdauernd zur Tifferenziernng. Werden die Teile, der jüdischen Gemeinschaft einmal den religiösen .-',nsamnienhang untereinander ganz verliere»? Tas Judentum ist »ns gegeben und ist uns auch anfgegeben. Es ist lins anfgegeben. das; wir bei aller Empfänglichkeit für das ,Zreinde die eigene religiöse Art pflege» und wahren nnd bei aller Mannigfaltig seit der Geister die Einheit der Herzen ini Indent»», ansrecksterhaltcn. IGeincindebl. den Uid. Gemeinde, Berlin.) DiesdunaleFront unseres Gesch&ftslokeJs hindert uns nicht, auf breiter Basis zu arbeiten Sieben Motoren unterstützen die Leistungen unserer Mitarbeiter. Brillen >Roetti8 »WM Prager Strafte 23 HAUSFRAUEN,VORSICHT BEIM FINKAMF VOMRUTTER ..r ,-'. .4. KAUFTnur vollwertige BUTTER! DREMAA.6. LIEFERT NUR EINWANDFREIE BEST ) GEPFLEGTE, EISGEKÜHLTE ß|J-|“j-£p DrSHK/ÜRZBURGERSTR.9, FERNRUF 44115

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.