Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 5 (9.1928)
- Date
- 1928-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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/ Seite 6 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Rr. 5 an Fried» oder Wanda n „Schönen guten Tag :ht jeder Propaganda Trifft rr Sagt m« So ma Für der - schönen guten mm Verkaufsstelle: Sdrahwareabaiis nub.H 125 eigene VerKaufsstellen r Johanrntr. 21/Tel. 15113 vom große» Fisch zu essen, dann sich Glück zu wü Abschied zu nehmen ... Das ist der einzige Faden, der Satje mit der .schart Israels verbindet . . . ns hen und Gemein- Eines Morgens, als der Osten sich kanni no h rötete - das Meer erwacht leise, es atmet kaum, es eigenes Murmeln noch nicht und liegt verschlafen Prt fern rnd verträumt da . . . hier und dort flattert ein weißes Fl igelpaar durch die Luft, und ein Vogel schreit auf und wieder ist alles still . . . Blitzlichter fliegen lautlos über das M eer, gol den« Fleckerr gleiten über den gelben «and, und die Schiffer- Häuschen am Strande sind noch alle geschlossen — qa knarrt eine Türe — Satje tritt aus dem Hause ... Heute ist der Rüsttag von Jejm-Kippur. Fromm lind ernst ist Satjes Gesicht, still leuchten seine Augen: er zieht aus, ein frommes Werk zu verrichten, einen Fisch für Jejm-Hppur zu fangen! Utid er geht zu seinem Boot und ergreift die Kettck mit der es ans Ufer gebunden ist. Tie Zielte klirrt, und rqchts und links erklingen Stimmen: „Nicht doch! Nicht doch!" So rufen ihm seine Nachbarn zu, die ihre Köpfe ans den kleinen Fenstern hckrausgestreckt haben. Still und ruhig liegt das endlose Meer, mit dem Saum des lachenden, fröhlichen Morgerchimmels zufammenflietz end Das Meer atmet kaum, es ist am Strande kaum gerunzelt, und zwischen Len Runzeln huscht wie bei einer gutin Groß mutter ein leuchtendes Lächeln ... Und es murmelt <tlvas, es erzählt den zerklüfteten, mit langen Algen wie mil Haaren bewachsenen Uferfelsen ein Großmuttermärchen, und es streik thelt lächelnd und spielend die langen Haare. Des Fischer kennt aber das Meer und traut ihm nicht. „Nicht doch ..." ,Tas Meer wiegt sich noch leise, bald wird es abei mächtig wogen, zerbrechen wird der leuchtende Spiegel, aus d< m Spiel wird Ernst werden^ aus dem leisen Murmeln — ein mächtiges Brausen. Aus den Runzeln werden sich groß! Wellen eicheben, und sie werden große und kleine Schiffe verschlingen, ivie der Leviathan die kleinen Fische verschlingt . „Nicht doch . . ." Ein barfüßiger und barhäuptiger Greis mit flatterndem, grauem Haar, mit einem Gäsicht so gerunzelt wie d is Meer, doch ohne das falsche süße Lächeln des Meeres, kommt aus «Mm'Häuschen herqus, geht auf -satje zu und legts ihm die vand auf die Schulter: „Schau!" Und er zeigt ihm ein kleines schwarzes Pünktchen, das nur ein Fischerauge erspähen kann, am Rande des Himmels. „Daraus wächst eine Wolke ..." „Ich werde noch früher wieder zurück sein" Antwortet Satje. „Ich will nur einen Fisch fangen." Das Gesicht des alten Nachbarn wird noch ernster „Tu hast ja Weib und Kind, Satje!" „Und einen Gott im Himmel!" antwortet Satje voller Zuversicht: er zieht ja aus, um sein frommes Werk zu verrichten . . . Und er stößt das Boot ins Wasser und springt hinein . . . So leicht wie eine Feder schwimmt Satjes Boot über das Meer, und das Meer umschmeichelt es mit süßem, lieblichnn Murmeln und umsäumt.es mit den schönsten Perlen, die es in seinen Tiefen birgt — der alte Fischer steht aber am Ufer und murmelt: „.Heilige Jungfrau! .Heilige Maria!" Leicht schwebt -Satjes Boot über die Wellen — geschickt wirft er sein Netz aus, und schver und immer schwerer wird das Netz. Mit aller Kraft zicht er es heraus und findet darin nichts als Wasserpflanzen und Seesterne . . . Kein einziger Fisch ist darunter . . . Ter alte Fischer am Ufet hat das Boot schon aus den Augen verloren. Satje zieht das Netz zum dritten und zum vierten Male aus dem Wasser. Nicht letcftf ist es. das Netz herauszuziehen, allerlei Wasserpflanzen haben sich darin verfangen. Aber kein einziger Fisch . . . _ Und das Meer wogt immer stärker und stärker, und die sonne steht schon recht hoch am Himmel, aber feucht ist ihr Glanz, und trüb ist ihr Licht. Und aus dem schwarzen Pünktchen am Rande des Himmels ist indessen eine braune schlang« geworden, und sie wird immer dunkler und dunkler und rückt immer näher an die «onne heran . . . Es ist schon Mittag, und Satje ist noch immer auf dem Meere und versucht immer wieder sein Glück. „Gott will wohl nicht," dentt er, „daß ich in diesem Jahre mein frommes Werk verrichte. Also muß ich zurück!" Und es wird ihm so traurig ums Herz: er hat sich wohl irgendwie gegen Gott versündigt, so daß er von ihm in diesem Jahre kein -Opfer annehmen will. Und er faßt das Ruder kräfttg an und will sein Boot wenden. Aber im gleichen Augenblick spritzt ihm etwas ins Gesicht. Er wendet sich um und erblickt einen großen, goldenen Fisch, der spielend im Wasser plätschert und mit dem Schwänze um sich schlägt. Halt! Diesen Fisch muß er fcmgen, diesen Fisch hat ihm Gott gesandt, der seine Trauer und sein sehnsüchtiges Begehren, das fromme Werk zu verrichten, sah. Und er wendet das Boot wieder um und jagt dem Fische nach ... Das Meer wogt mächtig, ite Wellen heben sich immer hoher. schon ist die halbe Sonne von der Wolke bedeckt, unter der m Koks Briketts / Steinkohlen in basten Qua.llt&t«n für Hausbrand und Industrie' Cläre Plonkowskl Ruf 35217 - FüratanstraBa 13 Ruf 35217 Vartratung aratar Flrman