Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 5 (9.1928)
- Date
- 1928-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 emeindeblatt der Jsrc klinischen Religion-gemeinde Dresden Nr. 5 Minchak am Iom-^ippur Rii Wenn der Mussaf-Chasau „Hajom-team zenu" dann gebt die Welle der Entspannung durch die (Gemeinde. Ta gibt es kein .Halten, die große Konzen ist vorüber. Ter Minchah-Vorbeter ist stets zu er findet nur ein halbes Ohr, und wenn er sich noch austrengt. beim Ausheben den Mussaf-Sänger zu oder gar Zu übertrumpfen. Tas ist ein unerbittliches auf. die große Feier des Mussafgesetzes folgt die no Erleichterung, ein Ausruhen, eine kurze Ablenkung Schon die Tboravorlesung oder gar erst die Jona iteben im entfesselten Gesumme und Gewirr unter, ein kommen und Gehen, ein fragen, ein Glückchii Und wenn ein Regiment Türhüter, strenger als die s Zerberusse, aufgeboten würde, man könnte in keinc gogc verhindern, daß Männer ihre grauen, stindei und Großeltern nach dem Befinden fragten, und fasteten. Und wenn man noch soviel - ans ä oder disziplinarischen Erwägungen heraus — dagecjc bringen wollte, die Sitte, den fastenden Angehörigen zu spenden, sollte inan nicht allzu streng unterbinden rrei ndliche Fürsorge, wo sie auch immer sich regt, nichi auszurotten suchen ... lud während die Schmoneh-eßre anhebt, dri Leben von draußen ein wenig in die Abgeschiedeiche Asztse. Tenn wer den Versöhnungstag recht erf ty Stirnden in Weltabgeschiedenheit. Vergißt, daß er ist. wird nur Geist. Vergißt, daß er einen Beruf nibkt aber etwas von seiner Berufung, von jener Berufung Jude zu sein, des erhabensten der Tage zu cherden. des Tages, an dem er einzig nachforscht di des Lebens, an deni er den llnwert des eignen Jchs Moh onu, meh chajenu ... Was sind wir. was Lebqn, was unsre .straft, was -ist das, worauf wir einbilden, unsre stünste, unsre Macht, unsre Geltst» qnstimmt, hen der tration ljcdaucru, so sehr kopieren Gesetz: wendige gu Ninchah am Vers^hnungstag werden uns diese des Gebetes auf einmal besonders klar. Wir leset ^>asthara Ueberall ünschen. rengsten Syna- Eltern wie sie sjhetischcn n vor- Lllumen denn oll inan iigt das it und;t, lebt Körper hat, er heiligsten heilhastig m Sinn erkennt, unser etwas ist ui s g? Gedanken sie am stol-Nidre-Abend mit .Wehmut der Erkenntnis, daß wieder ein Jahr dahin ist, zu Schacharis mit der morgendlichen Entschlossenheit, den Tag zum Heile unsrer Seele zu nutzen, zu Mussaf mit der durch gasten gesteigerten und durch die Schilderung des höchsten Tienstes im Heiligtum entfachten Ertase. Aber wenn zu Minchah der oder jener von draußdn yereinkommt, die oder jene Nachricht bringt, Ereignisse des Tages erzählt, dann klingt das dem, der mit seiner Seele Weltenferne ist, wie ein Ruf aus vergangener Zeit. Er muI sich auf Ort und Stunde zurlkckbesinnen. auf seine Gebundenheit, auf seine Kleinheit. Er, eben noch wahrhaft frei. — nnd nun wieder Sklave des störpers, der Arbeitsfron. Mo onn, meh chajenu. Und mit aller straft des Geistes flüchtet er sich in die rettende Festesstimmung. Taucht noch einmal unter.in das Gefühl der großen Gemeinschaft, wie es eben nur einmal im Jahre, am Jom-stippur, dem Juden zuteil wird. Und ringsum flammen die Lichter auf. der Abend zieht herauf, die Stunde der letzten großen inneren Sammlniig naht>die letzte'große Auseinandersetzung.' die lebte, innerlichste Zwiesprache mit dem Höchsten tit uns. Mystische Versenkung, ein Vorgefühl der letzten großen Läuterung, der letzten Stunde des Lebens. Erfurchtsvoll erschauert die Seele, sie ahnt von ferne das große Geheimnis des Todes, das Geheimnis der reinsten Läuterung, der hehrsten Versöhnung. Neilah, das Lchlußgebet, hebt an. Leo FantI SCHOKOLADE - PRALINEN KAKAO Neue Fi rben Neue F rmen Die gutgeklek feie Dame kauft preiswert und geschmackvoll bei Gmörnan« Dresden, am. Altmarkt