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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1928-07-01 · 3 (7.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
4 (1928)
Issue
3 (7.1928)
Date
1928-07-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Nr. 3 lernet nbeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden reite 13 bedauern würde. Dieses „Mir grauet vor der Götter Steide" ist nach jeder Richtung hin unjüdisch. Und so wurle der uralte Brauch, der tvahrscheinlich im alten Orient süne Wurzel hatte, ehe es noch ein Judentum gab, nacht chglich damit erklärt, daß man zum Andenken an den Unterga ig des Tempels und aus Trauer um den Zusammenbruch dej biid)cn Staates jetzt ein Glas- oder Ikristallgefäh zerschmet so sind oft abergläubische Bräuche, die auf irgendeine doch den Eingang in das jüdische Volk gefunden haben-, stach, träglich durch ihre Erklärung von "dem Aberglauben, dej in ihnen ruht, etwas befreit worden. Bekanntlich verbietet das jüdische Gesetz den Aberg aufs allerstrengste. Geisterbanner und Totenbeschwötier es in Israel nie geben und im jüdischen Volke soll tijcti gefunden werden, der Wahrsagerei treibt oder bejr Wolken oder Schlangen deutet. Der Talmud erzählt einem griechischen Proselyten, der bei dem Verlassen s, Hauses ein nach damaliger allgemeiner Ansicht böses seichen erblickt. Und schon tvill er nmkehren. Ta aber innert er sich der von ihm angenommenen jüdischen!L die allen Aberglauben streng verpönt und sagt: „Bin darum diesem weisen und einsichtigen Volke beigetreten, aus altem Aberglauben zu fürchten? Im Namen-Gmt gehe ich!" Aber die alten Völker, zumal die orientalif ivareit voll von solckiem Aberglauben, und die Furcht, die ihm floß, hat in ihren Nachwirkungen im neuzeitliches d lieben Europa die Hexenprozesse und den Feuertod von leicht Hunderttausenden unschuldiger Männer und stair licl, Frauen gebracht. Und zu dem Aberglauben gehörte allem die Besorgnis um den rechten Tag und die ric^ti stunde. Tie Gestirne, die dick Stunde beherrschten, deuteten diesen Völkern Glück und Unglück. Diesem 2 wahlerei, die vom jüdischen Gesetze auss strengste! »er; ist, hat aus dem nichtjüdischen, vor allem durch den deutschen AberglaubeifÄnch bei den Inden Eingang gesunden. Sclzon frühzeitig hatten deutsche Inden von ihrer christlickzen Umgebung den vom Aberglauben ausgehenden Brauch übernommen, bei Vollmond oder tvenigstens bei zunehmendem Monde die Ehe zu schließen. Man hielt diese Zeit für glückbringend. Bei den Deutschen sah man Dienstag für einen glückbringenden Tag an, und ans demselben gerinanisäf» Götterglauben heraus Freitag für einen Unglückstag.^ So wählten die christlichen Teutjctien mit Vorliebe Dienstag, für Hochzeiten, und mieden den Freitag, an dem sie ans abergläubischer Furckst auch keine Reise antraten. Es fanden sich zahlreiche Juden, die das gedankenlos nachmachten. Dabei gilt es aus gewissen ganz anderen Erwägungen heraus den alten Rabbinern für wünschenswert, grade am Freitag die Trauung zu vollziehen. Und in Polen ist es Sitte, vornehmlich am Freitag zu trauen, um die junge Ehe mit dem Sabbatglücke beginnen zu lassen. Man will, daß Sabbat und Hochzeit das in ihnen liegende Glück miteinander verbinden und so vervielfackzen. Stach Maimonides ist der beste Tag, der auch in seiner Umgebung am meisten dazu benutzt wurde, der Sonntag. Und es ist ei» ganz ähnlickier Grund, der dazu führt: Ta die sefardische Hochzeit, ivie ja,auch L Das gröfifte Arzneimittel-Lager L1NDNER3 APOTHEKE PRAG ERSTRASSE □REjDEN HERMANN KURTH UND SOHN fOlAKLfll UND IN6ENIEURBÜD0 1 DRESDEN ZIMUJ-STRJI 12U»/MJ60 Angebot Grundbesitz jeder Art Hypotheken Beteiligungen Industrien mim Flügel * Piano: Große Auswahl erster Fabrikate / Kassenrabatt Teilzahlungsziel ßOMonate Stolzenberg Pianou. Hj moniumhe iebeae-Oeergea-Allm OefpOnd«« 1|§4 IltUII 13 ■ii niiHUU PICCADILLY* DRESDEN PRÄGER STRASSE (vis-ä-vis Hauptbahnhof) DAS HOTEL HIT ALLEM KOMfOWT DAS ERSTRANGIGE KONZERT-CAFE KONDITOREI AMERIK. BAR DIE BERÜHMTE KAPELLE ORLOFF ZUD5B«i SchloBctraB« Eck« groB« BrOdargaase Die bewährte Bezugsquelle des anspruchsvollen Rauchers ■■■SEI MEHLj IT.BIENERT raGRIESS HAFENMUHlE HCFMUHll

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