Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 3 (7.1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. « Gemeindeblatt der Israeli schon Religionsgemeinde Dresden Seite 11 , Jüdische Hochzeit in Galizien CTacft «Imm Qcmdfb« oon W. Stryovskl uiK'ii Hilden uuibriMib der lobten Aahrhuuderte iricht die Männer machten mit dem Bräntigain, die Franc n mit der Braut drei Umgänge. Sodann singt der Ebassc betcr) das Lied „Mi addir", und nach Segensprückie dem genieinsanien Trinken ans dem Weinbeclier, st Bräutigam der Erwählten seines -Herzens.den giildiie ll Ader (Vor und?skt der Ring, der icvder geprägt noch mit Perlen oder Edelstein geschmückt sein dars an den Zeigefinger der rechten .Hand mit den bebräisckien Worten „.Harn at »im." „Siehe, dn hist n ir uitgeheiligt durch diesen Ring geniäf; dem (besehe Moscs und AsraelS!" Ties ist die eigentliche Eheichlieszung. TcS forinellc Anstecken des Ringes durch den Bräutigam mit diesen Worten in Gegen»>art von wenigstens zivei jüdifckx'n Zengen macht die Ehe rechtsgültig. Tie.Zietübn, d. h. die h'i der Trauung verlesene -Hciratsverschreibuug, ivnrde der »ngen Ehefrau ansgehändigt. Sie gewährte ihr den Ani'p ich aut das ausgemachte .Heiratsgut und aus die Versorg»! g durch ihren Mann. Tie jiidisckte Gemeindebehörde konnte dcn Vater zwingen. Versprochenes, das er den mindern vorentiii'lt, zu '.ahlen. Anßerdem konnte der Ehemann angehalten »erden, die Frau in Speise und Trank, in -Ztleidnng und jeglicher Behandlung der Ketübü entsprechend, zu halten. Teshalb dlieb das Pergament in den -Händen der Ehefrau. B:f)»ders hei den sefaradischen, aber auch bei den italienischen Anden imirde die .itetübil ans Pergament einer der beließest"!! (Gegenstände graphischer und künstlerischer Ausschniücknng. Auch die polnischen S"fer>u> bemühten sich. g;sch> u ckvolle l Eheverträge zu den -Hochzeiten zu liefern. Rur gerade die deutschen Anden haben sich nach dieser Richtung hin iw ml gemeine» bei ganz ei»facl>eu Schriftstücken beschieden. An Polen nnd Posen legt man nun. ein Ellas vor denl Bräutigam auf de» Funboden, das dieser mit krästigem Fnn> tritt zerschmettert: Man wickelt es aber vorher vorsichtig in Leinwand, damit er sich keine (ylassclx'rben in den Fich tritt: An diesem Augenblick, wo daS (ylas zertrümniert wird, ruft alles „Masseltoff" Eiutes Glück!). Tas jüdisckie Teutschland hatte vor Aahrhuuderte» hierfür eine widre Form, lieber der Synagogentür )var ein Stern oder ein Magdu Tawid in Stein gehauen. -Hiernach ivarf der Bräutigam ein (^las, mit es an diesem Stein zu zersct>ellen. Ter Aberglaube folgert^ seine eigenen Tuminheiten aus dem besseren oder schlechteren gelinge» dieses Wnrses. Man bestreute aicherdein in Tcutschi land, zumal in -vessen und am Rhein die Brautleute niit Weizen oder auch mit andern Getreidekörnern. nm damit die Fruchtbarkeit zu symbolisieren, und ries ihnen zu: „l"ri) ur'ceü uiuillü t ^-In>'üi»I^". (Seid fruchtbar Ulid mehret euch und füllet die Erde.) > An Posen dagegen lies; man einen -Halm und eine .Heinis, die ja das Sinnbild der Fruchtbarkeit unter den -Haustieresind, wie der Weizen unter den Pflanzen, über die Ehuppe hinivegfliegen. Tagegen kennen die spagnolischcn Anden, namentlich in den Ländern des Balkans, verschiedene Fornieh einer Fischshinbolik. Rach der Ehuppa mich die sefaradische Braut einen Fischtanz aufführen. Tie Verwandten treten HAUSFRAUEN,VORSICHT BEIM FINKAUF VON BUTTER KAUFTnur vollwertige BUTTER! DREMAA.G. LIEFERT NUR EINWANDFREIE - BEST- ^GEPFLEGTE/EISGEKUHLTE BUTTER DReSSS^VÜRZBURGERSTR.9, FERNRUF 44115 mm