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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1928-06-01 · 2 (6.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
4 (1928)
Issue
2 (6.1928)
Date
1928-06-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Nr. ä (Semeindeblatt der Israelitischen ReligionSgemeinde Dresden Empfangsbureau war zum Teil recht groß, so besonders in der ztvölften Vormiltagslunde. als zwei Züge trwa 121 (Bläste gleichen ig brachten. Aber alles wurde bewältigt; geführt von lugcndltchen keltern des dresdner Vereins wurden alle bestens untergebracht. Gegen 1 Uhr füllte sich Nu- .(lünstlcrhaus mit tuiului, lebhaften, jugendliche» Scharen. Alle deutschen Mundarten ertönten, mit herzlicher Freude werden alte Freunde ^begrüßt, neue- Bekanntschaften geschlossen; und bereits bei der der sitzung voran-- gebenden Mahlzeit in den verschiedenen LÜlen begann lebhaft eine Tlskunion über die Arbeit in den einzelnen Ländern. Tar gan;e »unnlerhaus, für die-Tagung auf beide Tage mit allen freien Raumen zur Verfügung, bebte gleichsam vor jugendlicher 2>.bhtttiigkelt. Gruppen'bildeten sich an den Auskunftsstellen; der Buchausilellnng der Buchhandlung Strauß und Vuttula iun Vorrauni; im oberen Stockiverk tagten tags und nachts die Funggruvpen. und in Vorstandszimmern, im Verbandsbüreau ivurde emsige Arbeit geleistet. Ein köstliches Bild, unvergeßlich allen denen, die cs schauen durften, war das Bild des vollbesetzten Saales nach feierlicher Eröffnung der Tagung. Ta saßen in langen Reihen, nach Landesverbänden an Tischen vereint, die jugendlichen Vertreter einer nleneraiion des deutschen Judentums, die Hoffnnng unserer Zeit, erfüllt mit ernirem Bewußtsein und freudiger Hingabe an Sie (Gemeinschaft. Und dieses Gefühl, angchörigjzu sein einer jüdischen Gesainlhen, war besonders für alle, die zum eriten Male einer Tagung t>eiwohnlen, der sinnfällige Eindruck der ganzen Ver- 'aiislaltlnig. Es in deshalb wenig bedeutsam im Grunde. ob die ost^hohe '.liitorderuiigen stellenden Referate des ersten Tages, ob die niauchinal breit sich hinziebende Aussprache alle Erwartungen erfüllten. Ter Wille zum (Ganzen, zur (Gemeinschaft, zum Verband war überall da — und er war lebendiger oft da n e b c n der Taguiig als i n ihr. Aber auch Begeisterung war da. Eine Begeisterung, die durchaus „ivonian" und durchaus echt sich nach den tiefernste» Begrüßnngsworlen des Herrn Rabbiners Tr. Baeck, »ach Reden der bewährten geistigen Führer Tr. Löffler, Tr. .(klein, Tr. Hahn äußerte. Roch wertvoller aber als die behandelte Materie seid» g'aren die Auseinandersetzungen . jugendlicher Redner, auch ivenn sie scharf und heftig waren. Und als Schlußstein des Ganzen das hinreißend vorgcrragene Referat des neuen Vorsitzenden, Rab» lßners Tr. Hab», das allen einen tiefen Eindruck hinterließ. — Ausklang des Ganzen bildeten die vollen Akkorde des Tüsieldorfer Sprechckors, beschwingt vom Temperament ihres Führers Felsenthal. Rach anderthalb mühevollen Tagen, in den viel gestritten, aber airck viel erreicht wurde, begann dann am Montag nachmittag das im strahlenden Sonnenlicht erglänzende Tresden zu scincnT Rechte zu kommen. Voller Freude zeigten die Tresdner ihren Freunden auS dem Reich die Schönheiten ihrer Heimatstadt in gemeinsamen Rundiahrten. Ter Abend vereinte alle zu einem festlichen Ball, a» dem improvisierte heitere Vorträge Zeugnis für die „Höhe" der Stimmung ablegten. Am Morgen des Tienslags folgten Führungen durch Fahresschau und ('lalerie. — Und nun begann der Ausklang. schon war für viele die stunde der Abreise gekommen, die Beruf und Pflicht heimriefen. l2ü Teilnehmer der Tagung aber konnten am Erlebnis der gemeinjainen Fahrt nach Prag tcilnehmen, von der eine jugendliche Teilnehmerin versickerte, daß sie ihr die liefstcn und schönsten Eindrücke ihres bisherigen Lebens gebracht habe, sckon Abreise und Ankunft waren übersirömend von jugendlicher Lebenslust, so wie sie der Tresdner Hauprbahnhof selten erlebt. In Prag wurden die Teilnehmer der Fahrt betreut und bewirtet, geführt und umsorgt von der Herder-Vereinigung und den Prager Logen; die Schönheiten der Stadt, und insbesondere die jüdischen Denkstätten wurden unter sachkundiger Führung besichtigt. Ten Abgesang bildete schließlich ein Heimabend in de» Äercinsräumen des Tresdner Fugendvercins in der Fraternitasloge, der noch Gelegenheit zu Aussprache mancherlei Art bot -- und dann war die Tagung des Rcichsverbandcs der Fugendvereine vorbei; ihr Gewinn an persönlichen Werten, Gewinn von Mensch zu Mensch, von Seele zu Seele übersteigt >den Wert ihrer Beschlüsse. Ter Verband erwies sich als ein von der Fugend bewußt und freudig gewolltes Instrument odr Gemeinschaft, so werden die vom Blülenhaüch des Tresdner Frühlings verklärten Tage allen unvergeßlich bleiben, die daran teilnahmen. Tiefer (Yedanke sei der Lohn für alle, die' diese Tagung mit Rat und Tat vorbereiteten und förderten; dies wird die jüdische Fugend Teutschlands Tresden niemals vergessen! ®Wir erhielten folgende Zuschriften zur „Ter Vorstand des Verbands der Jüdischen Fugendvereine Teutschlands spricht dein Per», band der Fsraelitischen Rcligionsgemeinden Sachsens, der Fsraelitischen Religionsgeuieindc zu Tresden, der w. Fraternitasloge U.E.B.B. zu Tresden, den Mitgliedern des Ehrenausschusses der Telcgiertenlagung, an ihrer Spitze Herrn Rechtsanwalt Paul Saliiigcr. Tresden, für die außerordentliche Mühewaltung und Unterstützung der Vorbereitungen und TurHsührung der 7. Ordentlichen Telegiertentagung des Verbandes seinen herzlichsten Tank aus. Turch dieses Zusammenwirken ist cs gelungen, der Taguiig einen überaus glänzenden Rahmen zu geben. Gleichzeitig dankt der Vorstand des Verbandes der Jüdischen Fugendvereine Teutschlands den Mitgliedern der Tresdner Gemeinde, die in so freundschaftlicher Weise einer großen Anzahl unserer Telegierten und Gäste aus dem Reich in ihrem Heim Gastfreundschaft gewährt haben. Tie Tresdner Tclegicrtentagung wird allen Teilnehmern.eine bleibende Erinnerung sein." „Ter Vorstand des Verbandes der Jüdische» Fugendvereine Teutschlands dankt seinem Bundesvcrein, dem Jüdischen Fugendvercin zu Tresden, dessen Vorstand und de» Mitgliedern seiner Tagungsausschüsse herzlich» für die hingebungsvolle Arbeit, weiche die glänzende Vorbereituiig und Turchführung des äußeren Rahmens der Tagung ermöglichte. Sic haben damit dem Verband und seinen Bünden einen außeiordentlichen Ticnst erwiesen, der ihnen unvergessen bleiben wird." „Ter Jüdische Jugendverein zu Tresden dankt dem Vorgaiid der Israelitischen Religionsgemeinde zu Tresden, dem Rabbinc.l. dem Ehrcnausschuß. der w. Fraternitasloge und der Schriftlcituiig der (ilemeindezeitung herzlich für alle Förderung und Hilfe zur Vorbereitung der Reichsdelegiertentagung des Verbandes der Jüdischen Fugendvereine Teutschlands am 27. und .28. Mar 1S)2S in Tresden. Unser aufrichtiger Tank gilt ferner allen Gem e i n d c nr i t g l i e d e r n, die durch Gewährung von Gastfrcuiidschaft und durch Spenden sowie durch sonstiges tätiges Interesse zum guten Gelingen der Tagung wesentlich beigetragen haben. Rur durch diese Hilfe ist cs uns ermöglicht worden, der südische» Fugend Teutschlands einen harmonischen Tagungsverlauf zu bereiten und ibr die Tage in Tresden zu einem bleibenden Erlcbüis zu gestalten." m .WENN SCHUHE JAN NSajcI«.'^ Verkaufsstelle: Schuh- HvaujIam ■ Warenhaus G.m.b.H. Ui 6106111 JOhaiHIStr. 21

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