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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1928-06-01 · 2 (6.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
4 (1928)
Issue
2 (6.1928)
Date
1928-06-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nr. 2 emeindeblatt der Israelitischen ReligionS >emeinde Dresden Das ^addisch-Gebet Bon Leopold Ko in pert > Es ist dies jenes seltsame, von Geschlecht zu Geschlecht, von Jahrtausend zu Jahrtausend überkommene Gebet, d is in der Sprache des alten Zion lautend, einen wesentlickien Bsitandteil , des täglichen Gottesdienstes bildet. Sein Ursprung ist geheimnisvoll: Engel sollen es vom Himmel hergebracht und die Menschen gelehrt haben. Um dieses Webet schlinge, i sich die lveichsten Jaden kindlichen Empfindens und menschlichen Erinnerns: denn es ist das Gebet der Waisen! Wein Vater ' oder Mutter stirbt, sollen es die nachgelassenen Söhi e täglich, ain Morgen und am Abend, im Gotteshause durch las ganze Trauerjahr, und dann am jedesmaligen Todestage, otzer wie die Sprache der „Gasse" heißt, zur „Jahrzeit" spreck»en, denn cs wohnt ihm eine gar wunderbare Kraft inne. Aus dem Munde von Waisen klingend, sprengt es die Gräber und sagt den toten Eltern, daß ihr Kind ihrer gedenke: dann tritt es unniittelbar vor Gottes Thron und bittet dort um den ewigen Frieden der Dahingeschiedenen, um Lchonnng Air d Barmherzigkeit. Fürwahr! Wenn es irgendein Band gibt, stark und unauslöslich genug, um Himmel und Erde aneinander;» ketten, so ist es dieses Gebet! Es hält die Lebenden aneinander und bildet die Brücke in das geheimnisvolle Reich de? Todes. Fast könnte man sagen, dieses Gebet sei der Hüter uni, Wächter des Volkes, von dem allein es gebetet wird: in ihm liegt die Bürgschaft seiner eignen Fortdauer. Kann ein Volk untergehen und in das Nichts zerstäuben — solange ein Kind seiner Eltern gedenkt? 'Welche Stürme, welche Fäulnis ind Verderbnis müßten vorangegangen sein, welche Mächt, müßten an dem Baue eines Volkes'genagt und gerüttelt habet, der ans dem Felsengrunde der Familie ruht? Es mag seltsam klingen. Mitten aus dem Ta »ucl der wüstesten Zerstreuung hat dieses Gebet der Erinnerung manches verwilderte Gemüt anfgeschreckt, daß es sic, besann, und wenigstens für kurze Zeit im Andenken an i>ic toten Eltern sich gleichsam heiligte. Solch ein Gemüt ü>>erko:nmt es dann mit Schauern, wenn es die Wege überschaut/ die es bisher gegangen, und sie mit denen vergleicht, die es gegangen wäre, wenn das Auge von Vater und Mutter noch iber ihm leuchtete! Eben weil dieses Gebet eine Wiedergeburt des am Menschen Vergänglichen im Geiste ist, weil es ein bloßes Steiben nicht zngibt. weit es die Blüte die vom Baume der Mensä heit welk abgefallen ist, im Gemllte wieder auferstehen und sich entfalten läßt, darum ist es von so heilkräftiger und heilige ider Gewalt! Zu wissen: Tu stirbst. Tu trittst aus dieser ewig ruhelosen, so hinfälligen Hülle in ein geheimnisvolles Jenseits, aber die Erdscholle, die über Deinem Haupte rauscht md fällt, deckt Dich nicht ganz: es bleiben solche zurück, die w ssen, daß Tu gestorben bist, die, wo sie immer auf dem weiten Erdenrunde, obi im Gewände der Armut oder im schin mernden Prunke des. Reichtums sich befinden, dieses Gebet dir nachsenden: zu wissp> Lande Tein, T zurück, daß sie Tein Andenken achtet, eine S Tich aus dem nun eines armj; begreifen, und Knaben würdet chi 7. S> ne 7 n: Tu nennst keinen grünen Fleck in diesem läßt ihnen kein Haus, keinen Hof und >lcker Tein gedenken müßten, dennoch bewahr« n sie als ihr teuerstes Erbe ... unbedeutend. verimmblase, die Tu im Leben warst, erheb«» sie Staube der Vergänglichkeit auf. — Wer wird n Juden eigentümlichen Gedankengang nicht >aß er ein Behagen darin finden konnte, feine ihm einst „Kaddisch" nachfagen? der Delegiertentagung des Verbandes Jüdische! > Jvgendvereine Deutschlands ■ Wochenlang, „Telegiertentagusr werden; mehr , hinlebtc, Tage. Sehnsucht im gleicher Seclenrich lind nur ein Bereinen aus de Ireter ihrer Wcnjr flützung, soweit aus eigenen Miljb so 'gern dabei g der (Seist willig. So war es i s vojr und Beglücktheit, schaft zu fühlen, die der Pfingst a hatten Qpfer an die Erlaubnis z« — fast alle 1. Klasse, Persoiie lichcr Spannkraft, der Eröfsnnng d Tie Mitglie gebungsvoller, Freunde vordere Telegiertenhefte« Quartiere/ Mahp> sorgte den Emp hundert konnten initglieder priva i die f z» und icher und ndert > Ber- Inler- I iiuiu* r, die wohl monatelang vorher begann für die meiste iifl Pfingsten 1928 in Dresden" ein Begr s i ich als das, ein Ziel, auf das man hinstrcb!: imn denen man Erfüllung erwartete jugenpl sainmensein mit Menschen gleicher Artu» Kung. „ ' eine wenige konnten doch von den über hl > n Reich entsandt werden als „Delegierte", al einschaft und auch mit deren finanzieller s möglich war. Einzelne konnten darüber eln die Reise als „(Säst" antrete». viele ab wese» wären, mußten daheim bleiben, wei aber die Finanzen schwach waren, allem daS Gefühl der spaninuig und Erw>jc sich als Glied einer großen jugendlichen G das die rund 500 Delegierten und Gäste 5, ügung des Fugendverbandcs beiwohnten. Zeit und Geld bringen, viele der Fugendlich r Fahrt von den Ellern schwer erkämpfen i r halten lange srrapazenreiche Fahrten, nzug, hinter sich —, aber alle waren voll j , mit leuchtendeil Augen und heiterer Mie r Tagung zur stelle. , :r des Dresdner Fugendvereins hatten iil yiuisiühsawer Borarbeit alles zum Empfang ihrer tet; jeder der Ankommenden war im Besih eines , einer Gastkarte, versehen mit Ausweis, n jiir eiten, Rundfahrten usw. Ein BahnhofSdie ist beäug und die Berteilring in die Quartiere; über dank der Bereitwilligkeit der Dresdner Gen eindeuntergebracht werden. Der Ansturm an dieses Die schmale Front unseres breller stutzen Qesch&ftslokals hindert uns nicht, ils zu arbeiten Sieben Motoren unjerdie Leistungen unserer Mitarbeiter. Eas: Brillen-Roettig m Prager SlraBa 33 lu Hfl ei», seelte, Biele n sich lüsseii meiil nd> ie bei I»! DAS HAUS FÜR VORNEHME DAMENBEKLEIDUNG DRESDEN- V PRAGER STRASSE 34, TELEPHON 21 r*6 Gute Möbel R. «70 VentzfG £ Co« DreOöe« SpeztafhauS für Möbel mid Deboratiooe« C«1e Mo »I ia RraRaM: Vl «tzaer Stra», 79-3) Irfiptra $693$ Ja Bltftatt: 3taain Otrah» W -3»

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