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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1928-05-01 · 1 (5.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
4 (1928)
Issue
1 (5.1928)
Date
1928-05-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 1 Gemeindeblatt der Jsrae Bedeutung deS Jüdischen guMbverbandes für litisckien Religionsgemeinde Dresden Von Tr. Gustav Löf Tie hier-aufgeworfene Frage ist in zwiefacher Hinsicht von höchstem Geivicht: einmal für die junge Scliar des Ve bandes selbst, dann aber — dem Thema gemäß — für den größeren (ireis der jüdisch«,, Mensclicn jenseits des Verbands, lefüges. Man darf ja. nach naheliegenden psychologischen Gesetz, n. ohne Uebertreibung saljen, daß die fugend (und nicht nur sie) die eigene Organisation um so höher wertet, sich an den eigenen Bund um sp stärker gekettet fühlt, je größer seine Be »eutnng in den Augen der Allgemeinheit ist. Ter (General on der Aelteren abev bietet die (Erkenntnis vom Wert und da nit von der Bedeutung des IFV. erst die Möglichkeit einer gegründeten .Haltung zur organisierten jüdischen Äugend »») sclxrs't ihr zugleich feste Maßstäbe für das Ausmaß ihrer Pflichten dieser Äugend gegenüber. Wohlgemcrkt: Tie Bedeutung des Äugendverbandes darf nicht mit seiner WesenSäußerung gleichgesetzt werdin. In ihrer streng sachlichen Toktordissertation hat Eora Berliner cs seinerzeit dargetan, wie daS Wesen in den einzelnin Bünden von vornherein recht unterschiedlich in Erschein» ig trat, wie man je nach dem genius loci bald mehr den Akzent auf die Pflege religiöser Werte, bald mehr auf den sozial;n Ausgleich legte, wie die einen in geselligen Veransta tungen, andere in literarisch-dramatischen iGestaltungen das Hauptziel ihres Wirkens sahen. Tas lebte Fahrzehnt schuf neue, wesentlich anmutende Unterscheidungen durch die Haltung zu den (Grundfragen der Äugendbewegung, des Sports , nd der jüdischen Gemeinde. Und doch war diese so unterschiedene und nicht selten zu Verkennungen führende Wcsensen saltung von vornherein durchsetzt und immer stärker, immer bewußter getragen und! getrieben vom wahrhaften Wesen des Perbands '— von seiner Idee. Äbre Gemeinsamkeit wurde in der ersten Zeit des VerbandslebenS mehr dunkel empfund, n, mehr geahnt, in den lebten Fahren von den Führern uniin r klarer erkannt und jimmer tiefer in Hirn und Herz der großen Gefolgschaft gesenkt. Fn der Septembernummer unseres Verbandsorgans! vom Vorjahre, in der sogenannten Werbc- »ummer. habe ich die nürkende Ädee des Verbandes möglichst scharf in eingehender Analyse und Synthese zu umreizen versucht. Tarum sei hier zusammenfassend nur darge an, daß die Ädee unseres JÄBals der Wille junger jüdischer Menschen zu« Bindung und zum Bunde über den Parteien' zu begreifen 'ist. In jener Betrachtung ist auch au-geführt, wie unsere allbekannte und so viel umkämpfte „N e u t r a l i - t ä t" ganz natürliche „Funktion" dieses Willens, diesi r Sehnsucht ist, darum keine Angelegenheit der Form, sonde •„ bester Teil unseres Wesens. Mit aller Bescheidenheit »nd allem Stolze dürfen wir der Ueberzeugung Ausdruck geben, daß in der Ädee des Äugendverbandes in d im Mühen um ihre Verwirklichung im Leben der Bünde die Bedeutung des FFV. für die deutsche Äudenheit umschlossen liegt. Tenn das nächste Ergebnis dieser unserer Äde'e ist ein E r z i e h u n g s progra nm, das klar, eindeutig und formkräftig hinsichtlich der Richtung und des Ziels, im Positiven wie Negativen sich dem vorurteilsfreien Beschauer bietet. Es hat als Ziel die erneuer eEin - heit der Juden im Auge. Aber nicht eine Einheit i n Sinne der meisten Parteien und Gruppen, für die eine wahre Einheit, das wahrhaftige „Älal Israel" nur denkbar ist, wenn die andern auf den Boden der Partei- oder Gruppenanschan- »ng treten. Vorbehaltlos ist unsre „A chdi t H"-Bcjahung, wir grüßen den Menschen als jüdischen Bruder, der den Willen hat, zur jüdischem Gemeinschaft gezählt zi iverdc». ivie immer er zu Togmen, Riten, Fragen des Volkst uns, des Stammes uyd Standes stehen mag. Möüen darob di: Parteifanatiker — die bewußten und unbewußten — uodi so laut '4aniuiun«MliUMiillfllliiuMiUDBUi)UH,iMnitaiMiiniHHlRmnUinniUMUii(IMtU)iKiniininiiiiii imtniltiitninuifll MAX TRIPS, DRESDEN.N., KO Künstlerlsdfcie Wohnung I BESICHTIGUNG ERBETEN l c r, Frankfurt a zetern, wir sind eine so gemeinte daß nur sie den Solckie Zielsetzun, tiven jegliche Eng von den national Seite 3, die deutsche Iudenheit M. 10m sicheren Bclvußtsein geleitet, daß nur Einheit ganz ehrlichen Eharakters ist, und ebtlnn sieghaften Gesehen des Lebens entspricht, das währcind der letzten 150 Fahre auch die Äudenheit der Welt zu eine)» komplereli Gebilde sich entfalten ließ verlangt eine Gerichtetheit, die im Nega- : ablebnt, ob diese nun von rechts oder links, jüdischen oder national-deutschen Gruppen uns nahegelegt wird. Ä>n Positiven umschließt unser Ge staltungsplan all, Menschen, alle geistigen und Lebenswerke, die über das Wifen um die .Kulturgüter des Judentums hinaus F re u d e am Fudesein zu w«cken und .(traft, aus ihm zu wirken, derlei,en können. So ergibt es sich, daß wir in gleicher Weise dic überlieferten; allcbrwürdigcn Schöpfungen des Äudentums ind die, neueren Formungen stark jüdischer Menschen und Menscliengruppen jn das. Bereich unsere? Lernens und Le »ens. einbeziehcn, den biblischen .(tanon ebenso wie die spanisch-jüdische Glanzzeit, den Neuaufbau von Palästina, neben dem Wirken des Ehasnismiis, Maimonides wie Mendelssohn Tie Einheit, wie üe unser sehnender Blick schaut, ist lebend g, ist organisch. Tarum bat sie wie alles Lebendige die Tendenz des Wachstums in sich, will in ineisianischer.(traft dnich die jüdische Einheit, die größere der all menschlichen Gen einfdwtft; wirken. Und als organisclic Einheit umschließt sn die Tatsache der (Niederung. So haben de» Verband in steigendem Ausmaße die Fragender Gesellschaft, des Staates, des ständischen Aufbaus, soziale und Wirtschaft liebe Probleme a s höchst vitale Angelegenheiten in Atem zu halten. Wir betreiben sie nicht oder doch nicht nur als Erkenntnisse. treibe l vielmehr den einzelnen bis zu dem Punkte, da erden Mut und die Entschlußkrqft zum freie» Bekenner-! tum findet. Wes »ns in unserem jEinbeitswillen klar von' den scheidenden parteiinenschcn unterscheidet, ist die Freude an jedem ehrlichen Bekenntnis, wenn es nicht nur Lippe,' bekenntnis ist, sondern Tatwillen atmet. Tie wahren Führer im Verbände sind sich der Frag Würdigkeit jeglichen Erziehnngsprogramms durchaus bewußt. Indes — die Priblenwtil der Erziehung wird kaum in einer anderen Äiigendgeineinschaft so stark berücksichtigt und damit zugleich so sehr iberwunde», als bei uns, die wir in alle», das (Gewissen des Ick, angehende» Entscheidungen dem ei» zelnen volle Fre heit einräumen. Streben nach Einung und Fcheinfügung aber in allem Sozialen und um des Sozialen willen verlangen Wir wissen uns daher als E r; i e h u n g s b u n d im bester Sinne des Wortes und nach der neiiestzeitlichen Methode, lbwobl wir eine große Anzahl reifer Menschen »Insassen. Gerade an ihnen haben wir auch erkannt, daß die Ausgabe deck Pe r s ö n l i ch ke i-t svildung, insoweit sie Forderung zu 'Entscheidung und eindeutiger .Haltung in wesentlichen Frazcn der Welt bedeutet, durch kein Alter ünd kein Lebensstadi un begrenzt ist. (5 n t s ch e i d u n g e n in Fragen der Welt Betrachtung, der Religion und der Politik sind keineswegs, wie voreilige Psychologen glauben wollen, den Fugendliclien Vorbehalten, ihr Vorrecht und ihre besondere Pflicht. Vielmehr stellt das Leben von heute mit seiner Hast. Unruhe, seiner Häufung von Umstürzen jeden einzelnen faß täglich aufs nein mitten hinein in das Geivoge^ von Zweifeln und gibt ihn iftmals! erst in den lebten Stunden seiner urch di« große Spannweite seiner Ädee und Möglichkeiten für unterschiedlich geartete Menschen auf deutscher Erde weiß sich der verwandt undtverbunden der großen und be Taseins frei, ihre vielfältigen suchende jüdische Äugendvcrband INHABER NIGSBRUCKER T seinridhiunge GRÖSSTES deutsamen jüdischen- Gemeinschaft des Bne-Briß Ordens. Tiefer Brüderschaft gegenüber darf er sich heute nicht mehr als her nur Geförderte, sondern weitgehend auch wiubuhhi BIN WÄUEß STRASSE 36 n in allen Preislagen HAUS AM PLATZE

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