Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 1 (5.1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 emeind «blatt der Israelitischeir.Religio^Sg ein ein de Dresden Nr. 1 Jum Wochenfeste Von Rabbiner Tr. Albert Wolf Religiöse Feste haben als Tage der Leibe ihren Leert an ihren Wert durch ihre besondere Aufgabe und Leistung: sieb, Feiertagssliuimuiig „erbaut!' den Menschen', räumt das Israels Erwäliltheit besteht darin, das; cs berufen >var, Per Beschiverende und Hemmende' aits feiner Seele, schafft il'ii gleichsam Hcn. Tadnrch unterscheidet sich der Mensch von allen Liesen der Natur, dal; er lSabbativeibe und, Fesltags- .sreude.e»ipsmde» kau», und wir laufen t'iott tiir diele traben, die uns anszeichnen und erbeben, durch deren Erleben der Mensch sich feiner Menschlichkeit veivnbt ivird. . Liedes einzelne fteit hat darüber hinaus feine cigentüm-, liche Bedeutung, die der Feskesie er ihren besonderen Grund und ihren eigenen Charakter gilt. Leim ivir ,ain Lochenftfftc unsre Löhnungen mit jungem Oiriiit schmucken, empfinden ivir die Feier als—Ausdruck uufrer Freude am Erwachen der Natur. Aber wir iieuken zugleich daran, dar; eiunens vor Jahrtausenden. als Israel im, eigenen Laude wohnte, der Landwirt am „Feit der Crnte" die Crftliuge feiner Frucht darbrachte. Ta zog er hinauf. Gott nn .Heiligtum zu Jerusalem zu danken für das Gedeihen der Früchte, für den Segen der Crnte. „Fest der Erstlinge" heisch darum nufer Feiertag noch beute, uns. malmend, das; auch wir bei allen traben, die uns zuteilwerden. dmiken sollen dem Schöpfer, der ne uns geipeudet. Cng verbunden in nufer Fett nn Fesitag-Zyklns, mit dein Peffachfeile. Sieben Lochen zählen wir-vom Tarbringeu der erneu Garbe an. und das Lochei fest-gilt gleichsam'als „Beschluschen" dieser ganzen Zeit, di: urit den Pessachtageu beginnt/ Aber nicht nur im .(Miitlicf aus die Natur in das Lochenfen ein Beschluszsen. A11 Penach zog Israel aus Aegypten. Tock der Sinn des Auszugs war nicht die Befreiung aus Sklaveuketten allein. Israel hatte ein heiliges Ziel, um dLnentwillen es zum eickenen Leben berufen >mirde7 Tie Befreiung aus Aegypten erbtestihren religiösen, ihren sittlichen. ihren urenschheitlicheu Sinn.dnrcti die tsesctzgebnng am Sinai. Lie jeder Mensch seinen Lert erhält durch seine Besonderheit, die Leistung, die ihui eigen ist, wie ja nur das Besondere ein Lertvolles ist, so erhält auch jede^emeinschaA mittler des Gottcswortes an die Menschen zu werden. £,i- Clcschichte der Völker, die .stnltnr der Menschheit, itz eng ver knüpft mit der beschichte. Israels, weil die Lssenbarung, die Israel zuteil wurde, bcstimincnden Cinslns; ansgeübt hat auf das Tenkcii und .Handeln der Mensche». Lir feiern das „Fest der (Gesetzgebung" zur Erinnerung ai> das Ereignis am Sinai und erschauern bei dem Gedanken, wie das kleine Volk Israel znm Lerkzeng Gottes wurde, die .Heiligung und Bcrsittlichung der Menschheit herbeizuführen. -steinesi gröberen Stolz kannte jemals Israel, keine heiligere Aufgabe konnte es sich denken, als Hüter der-Gotteslehre zu sein. Tas Zehnwort. das wir an unsrem Feste in unsren Gotteshäusern lesen, mahnt uns an unsren Beruf. Ticner Gottes. Wahrer der Lehre, Priester des Heilige» zu fein. ~° Nur durch die Treue und Hingabe des einzelnen kam; Israel als Ganzes feine Aufgabe erfüllen. Ler Israels Er Haltung wünscht, min; die strafte fördern, die geeignet sind, den jüdischen Lillen in den einzelnen Menschen zu stärken. Eine dieser .Kräfte ist die Freude, die wir an unsren Festen empfinden, die unser Gemüt erhebt und unsre Seele zni i Guten und -Heiligen stimmt. Tann ist das Judentum gefährdet, wenn es anfhört. Feste zu feiern, ivenn nicht mehr an heiligen -Tage» im .streife der Familie die .straft z»,n Heiligen und die Liebe znm Göttlichen geweckt wird. Vielerlei Lege in die! Zukunft werden dem Indentnin gewiesen. Sie alle mögen iwertvoll sein, aber kein Gedanke des Geistes, keine Tat düs Lebens ist so mächtig, nns den Leg zu Gott zu weifen, wfc die Erhebung des Gemütes, die die Freude am Feste in uns bewirkt. Tiefen Leg 31111t Judentum und seiner Erhaltung, uns von altershcr gewiesen, wollen wir bei allem Suchen nach! neuen Legen und neuen Aufgaben nicht vergessen. „Teyn Gott hat Israel erwählt und es geheiligt, indein er ihm pfefte zur Freude und Feierzeiten zur Erhebung seiner Seele gegeben hat." Automobil - Reparaturwerkstatt und -Vertrieb Dr. Hans Gerhardt Dresden*A., Wiener Platz 3 (gegenüber dem Hauptbahnhof) Fernruf: 17197 Reparaturen an Wagen aller Autorisierte BeparaturnrerKstatl für Chevrolet« und Citroen*Automobile SEIDENHAUS r&QOBY sVhmSu führend in Seide und Samt für Straße und Qe/eUfchaft