Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1928-04-30 · 12 (30.4.1928) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
3 (1927-1928)
Issue
12 (30.4.1928)
Date
1928-04-30
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/4892693-5447358-5769827--0767-4893395
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 12 Seite 10 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden rtt'UHilt der üb.'rfoiiunenen -Huffafftiihi ist starker a>s der eigene Verstand. (Gerade, weil ich hierin die tiefste quelle sehe, glaubeich. das; auch der Antiscinitisinns keine Ewigkeitsdauer beit. Vs wird eine Zeit kommen. in der er wie manch anderer Völkerivahn überwunden wird. Nur dan inan nicht ineinen, das; die Zeit allein die ausgleichende >trast benvt. Vs ist Ausgabe der jüdische» Bevölkerung. an der. eigenen Anpassung zu arbeiten. Je mehr sich diese geltend macht, desto leichter wird sich die Asiimiliernng vollziehen. Vs ist nutzlos, darüber zu streiten, ob sich inanche Eigenschaft der ^nden nicht als wertvoll und der Erbaltung bedürfend berausslellt. B-er soll darüber urteile»? Nnr^der Erfolg tonnte es. und den kann man .nicht abivarten. Ter deutsche Jude iniis; sich bew»s;t sein, das; er in der geistigen Enit nndder moralischen Atmosphäre seiner Heimat anfwächst, lebt und wirkt. Nur wenn er ihr gerecht wird, darf er erwarten, das; allmählich die «Gegensätze schwinden. Meine jüngeren jüdischen Kollegen ermahne ich, doppelt sorgsam in der Ausübung ibrer Praris ,;u sein. Dadurch ivirken sie nicht nur für sich, sondern für alle Stainincsgenossen. Ein .Fehltritt scheidet inieder alle», vr wird sofort verallgemeinert. verlange von ihnen auch eine kluge Zurückhaltung. Sic mag »wnchnial nicht leicht sein. Die oit nicht Unbegründete Meinung von der eigenen Tüchtigkeit reizt vielfach .;» ei nein all;» starken Heranstrete». Das „Abuxirten. bis ihr gern'e» iverdet." verlangt viel Selbstdisziplin.^ Und doch ist sie nötig. Ich habe mich mein sieben lang bemüht, nach diesen, Mari inen;» bandeln. Als Xtnrlbauni den Vorsitz in, Deutschen Anwaltsverein niederlegen ivollte'lvon ibm und seiner Bstrksamkcit er-^ible ich später», schlug auch er mir vor, nach Leipzig übernisiedeln.-und sein Nachfolger zu werde», Ich lehnte ans mehreren Gründen crb. Darunter auch, das; ich als Jude vermeiden wolle, an der Stütze der Anwaltschaft zu irebcn. Ic<> glaubte, das; dies im Interesse der (Gesamtheit bener sei. lind (tnrlbanm. gerade ivcil er selbst Vorurteils frei denkt, gab mir recht, In. der gleichen '■llk-inhandelte ich später im Neichsivirtschaitsrat. Die Zeit, in der man mich brauchte, kam doch. Daber darf ich auch den anderen den gleichen B-eg anraten. Ich bin iu früheren fahren manchmal von freunden gefragt ivorden. iimnim ich mich nicht znm vbrisrentnm bekenne. Man ivns-.te. das; mir das Nene Testament jo bekannt war wie das Alle, ^di batte mich schon irüb damit beicitäftigt. Der Anstos; nxir merkwürdig genug. Ich hattö als Unterprimaner eine vierstündige .(iarzenkraie;n verbüßen. Sie ivar die Holge meiiner Untat und incines 'Geständnines. von denen ich bei »i.-iiten Schnlerinncrnngen erchblt habe. Die Zeit verging ieluj langsam. Ich krainte in einem Schubfach des Tusches und fand eine Bibel. So begann ich das Vvangelinni Matthäi» zu , leien und mar ernannt. dort io viel bekannte Aussprüche und lehren zu Ot‘ ui ANGORA-KAMELHAARHAIIf 8 SALZMANN SIRtTMPFE in 1000 Farben, audi exfra weit und Jang. Prager Straße 23 Johannstraße. 17 PIANOS altbewährte, la Markenfabrikate. vollendet in Technik und Tonschönheit, bei größter Preiswürdigkeit. Teilzahlung.. RAB E / Zirkusstraße 30 finden Tas Interesse ans der Ergründ»,,« der Religionen bat sich bis bentc erhalten. In meiner Bibliothek steht neben de», „Orifri»?.« «in t’liristiaiiicme" von Renan auch Töl lingers Seklengeschichte des Mittelalters. Ich habe Harnact gelesen nnd die .Kommentare zur Bibel. Aber ich konnte de» Fragern antwotten. das; das. was mir die Evangelieir geben konnten, ich auch ohne llebertritt in mich ausnahm. Eine» Glanbenswechsel nnisste ich schon deshalb ablehnen, weil ihn, andere Motive untergclegt würden. Endlich hielt ich es für geboten, auf der Stelle ansznhaktc». wohin mich die Geburt stellte. Denn nur dann läßt sich die Assimilierung erreichen, wenn die, ivelche das deutsche Ethos in sich ansgenominen haben, es als Juden weitergeben." . Blas .Hachenburg hier hinsichtlich seiner jüngeren jüdischen stollegen iggt. darf verallgemeinert nnd den Glaubensgenossen aller Berufe empfohlen werden. War oft schon habe sch j,n -Tcben die Empfindung gehabt, das; es einzelnen nuferer Glaubensgenossen besser anstünde. etlvas besche,- dencr und zurückhaltender anfzntreten. Bescheidenheit, selbstverständlich ohne subalterne Kriecherei. ziert jeden Menschen und besonders die Jugend! Gesund« Nahrung Edel dtcuu R e i nc Spcifcölc, hefefreie Brote u. (iebädee, Nuftbutler, getrode» nete Früchte, Obßfällc u.Marme» l laden,Obft-u.CicioüfcIconfervcn, iNüffe, Ntiftpaflcn, Honig, Tee ufw. in Edel»Qualität! 0PE5DEN41,BÜR&ERW|ESE1 Dresden frei Haus! Stadt' und Poßvcrfand! Fordern Sie bitte Prcisliße! SiüüSESSTRAUSf & BUTTULA DRESDENER. CHRISTIAN., ICKHAUS STRUVESTR.1S TKL.14S35 JÜDISCHE LITERATUR MODARNKS SORTIM1NT MKtVLocher Bnni|bri|« 9 A«f rrrri Erstes für sämtliche« Papier- «ad Koatorbeöarf^ Religionsschule der Israelitischen Gemeinde Bi« AnsSngerklassen haben Unterricht: 1. Religionsschule. pestalo;;lstraße (1. Volksschule) Mittwochs 3—4 2. Religionsschule, Larolastraße (2. Volksschule) Montags 3—4 Die Schulleitung

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.